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Fanbuch FCH
Literarisch mit Real Madrid in einer Liga

Herbert Eder, der erste Vorsitzende des FCH (links), und Autor Roland Röder vergruben, mit großer Symbolik, als Teil der Buchvorstellung von „111 Gründe den FC 08 Homburg zu lieben“ ein Exemplar unter dem Anstoßpunkt im Waldstadion.  
Herbert Eder, der erste Vorsitzende des FCH (links), und Autor Roland Röder vergruben, mit großer Symbolik, als Teil der Buchvorstellung von „111 Gründe den FC 08 Homburg zu lieben“ ein Exemplar unter dem Anstoßpunkt im Waldstadion.   FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Autor Roland Röder lässt in seinem neuen Buch in der Reihe „111 Gründe“ seine tiefe Liebe zum FC Homburg spüren. Von Thorsten Wolf

Kann man (oder Frau) seine Liebe zu etwas oder jemanden in Zahlen fassen? Der Autor Roland Röder kann es, und er hat es getan: Am vergangenen Freitag stellte er im Homburger Waldstadion sein Buch „111 Gründe, den FC 08 Homburg zu lieben“ vor, natürlich im Kreis von Vereinsverantwortlichen und zahlreichen Fans. Was nicht nur zwischen den Zeilen da bei der Präsentation klar wurde: Röders Liebe zum FCH ist eine ganz tiefe, eine Jahrzehnte währende und eine, die sein Leben prägt.


Dass er seinen Verein immer wieder an diesem Abend „den großartigsten Club der Welt“ nannte, war da nur einer der Beweise für diese Beziehung. Was hat nun Röder dazu bewogen, dem FCH dieses ganz besondere Denkmal zu setzen? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Es gab schlicht noch kein solches „111 Gründe“-Buch mit dem Thema FC Homburg auf dem Markt, wohl welche des Verlags über den FC Barcelona, Real Madrid, Borussia Dortmund und weitere Vereine – aber eben nicht über den FC Homburg. Vor diesem Hintergrund habe der Verlag dann grünes Licht für Röders Projekt gegeben, nun stehen die Homburger in einer Reihe mit den ganz großen Clubs der Welt, zumindest mal literarisch.

Nachdem er das Buchprojekt einigen Fangruppen vorgestellt habe, seien dann von April bis September die Recherchen und die Interviews gelaufen, eine, wie Röder eingestand, große Herausforderung. „Das war anstrengend, das hätte ich so gar nicht gedacht. In dieser Zeit habe ich viele Gespräche mit Fans und Vereinsverantwortlichen geführt. Eben anstrengend war da die Gegenrecherche der Fakten. Denn die ganzen Sachen, die man das als Erinnerung erzählt bekommt, die müssen ja nicht mit der Realität übereinstimmen. Da gab es Spiele, die sind mit 2:1 ausgegangen, die hatte man aber mit 3:2 in Erinnerung. Und Wann ist welches Tor gefallen, war es in der 68. oder 78. Minute – solche Dinge musste ich nachrecherchieren.“ In Gesprächen mit Fans und Vereinskennern habe er so viele Geschichten, Anekdoten, Kurioses und Skurriles zusammen getragen, entstanden ist damit nun ein Buch, das auf 224 Seiten in vielen ganz persönlichen Erinnerungen das Bild eines Vereins mit viel Geschichte zeichnet und der drei Jahre in der ersten Liga, 15 Jahre in der zweiten  und 16 Jahre in der Regionalliga, die lange Zeit die dritte Liga war, spielte.

Und auch für ein kleines Who-Is-Who des deutschen und internationalen Fußballs ist der FCH gut, immerhin haben im Homburger Waldstadion Christian Streich, der Trainer des SC Freiburg, Roman Wójcicki, Willi Landgraf, Horst Ehrmanntraut, Revas Arveladze, Hans-Jürgen Gundelach, Jimmy Hartwig, Steffen Korell und der 1954er Weltmeister Werner Kohlmeyer gespielt – und natürlich auch Miroslav Klose. Eben Klose hat auch das Vorwort für Röders Hommage an den FCH geschrieben, „er hat hier seine Profi-Karriere begonnen, er hat hier sein erstes Tor als Profi geschossen. Und da war es für ihn eine Ehrensache, dieses Vorwort zu schreiben“, so Röder.

Herbert Eder, der erste Vorsitzende des FCH, freute sich am Freitag vor allem auch darüber, dass es Roland Röder mit seinem Buch gelungen sei, all denen eine Stimme zu geben, die es sonst nicht in die Medien schafften, „aber die natürlich als Fans zu einem Verein als ganz wichtige Partner gehören“. Was die Buchvorstellung auch prägte, das war jede Menge Symbolik. So lief der erste Teil der Veranstaltung, trotz lausiger Temperaturen, auf der Tribüne, es gab Fangesänge – und auch der Rasen des Waldstadions ist  nicht mehr so, wie er einmal war. Denn: Eben symbolisch vergruben Herbert Eder und Roland Röder ein Exemplar des Buches unter dem Anstoßpunkt.