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Lesen
Lesung über eine verlorene Generation

Der Homburger Förster Michael Pfaff (links, hier bei seiner eigentlichen Arbeit) liest am Dienstag, 23. Januar, im Rahmen der Homburger Kulturreihe „Vips lesen vor“ aus Remarques „Im Westen nichts Neues“.
Der Homburger Förster Michael Pfaff (links, hier bei seiner eigentlichen Arbeit) liest am Dienstag, 23. Januar, im Rahmen der Homburger Kulturreihe „Vips lesen vor“ aus Remarques „Im Westen nichts Neues“. FOTO: Christine Maack
Homburg. Eigentlich ist der Wald das Revier von Michael Pfaff. Doch auch im Lesesessel fühlt er sich wohl. Und so wird der Förster für „Vips lesen vor“ die Büchse mit Erich Maria Remarques Meisterwerk „Im Westen nichts Neues“ tauschen. Von red

(red) In der Reihe „Vips lesen vor“ im Rahmen der Homburger Lesezeit ist Förster Michael Pfaff am Dienstag, 23. Januar, um 19 Uhr im Bistro 1680 zu Gast. Der Eintritt ist frei.



Michael Pfaff liest aus dem Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Der Roman schildert die Schrecken des Ersten Weltkrieges aus der Sicht des jungen Frontsoldaten Paul Bäumer. Die erzählte Zeit umfasst die Jahre 1916 bis 1918. Ort der Handlung sind die französische Westfront, Bäumers Heimatstadt in Friesland sowie ein Ausbildungslager in der Heide. Paul Bäumer, der sich auf Drängen seines Lehrers mit seiner Klasse geschlossen zum freiwilligen Kriegsdienst gemeldet hat, betrachtet sich und seine Kameraden als eine verlorene Generation. Sie waren von der Schulbank direkt in den Krieg gezogen, ohne zuvor eine Perspektive für ihr Leben entwickeln zu können.

Der 59-jährige Diplom-Forstingenieur Michael Pfaff, der mit seiner Familie in Limbach wohnt, betreut seit November 1983 das Forstrevier Karlsberg als Forstrevierleiter.

Die Reihe Vips lesen vor ist dabei sozusagen ein Ableger der Lesezeit. Menschen, die man in Homburg durch ihre herausgehobene Funktion kennt , greifen darin zu ihrem Lieblingsbuch, lesen daraus vor Publikum vor, sagen, warum sie es mögen, nichts Hochtrabendes, sondern einfach etwas, das ihnen im Leben etwas bedeutet hat. Seit einigen Jahren gibt es diese Reihe bereits. Diese und die gesamte Lesezeit kommen dabei richtig gut an. Dahinter steckt die Idee, dass man grundlegend zu vielen Gelegenheiten lesen kann, gemütlich zu Hause auf dem Sofa, aber auch im Urlaub am Strand. Vorlesen ist jedoch oft den Kindern vorbehalten, dabei kann das auch für Erwachsene richtig spannend sein. Und das ist der Punkt, wo die Lesezeit ansetzt. Jutta Bohn vom Frauenkulturstammtisch und Patricia Hans von der Akademie für Ältere sind federführend bei der Reihe. Sie gehören neben Hom-Buch-Initiator Ulrich Burger und Andrea Sailer, Leiterin der Stadtbibliothek, zum Organisatorenteam.

Sie sind richtig stolz darauf, dass aus einer ersten Idee und einem „Komm‘, wir probieren das mal zusammen“ mittlerweile eine feste Größe geworden ist, die, das betonen sie, auch bezahlbar ist. Das ist schon deshalb so, da das Angebot „komplett auf ehrenamtlicher Arbeit fußt“. Ein bisschen was schießt die Stadt zu. Als etwa die Star-Krimiautorin Ingrid Noll in Homburg zu Gast war, nahm man Eintritt – ansonsten sind die Lesungen kostenfrei.  Dass das Konzept ankommt, zeigen die Besucherzahlen im Bistro 1680. Mittlerweile gibt es ein Stammpublikum und regelmäßig werden Extra-Stühle benötigt.