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Laufen fürs Leben

Auch Professor Sven Gottschling, Leiter des Zentrums für Palliativ-Medizin und Kinder-Schmerztherapie am Homburger Universitätsklinikum, wird bei „Laufen fürs Leben“ seine Turnschuhe für den guten Zweck schnüren. Foto: Thorsten Wolf
Auch Professor Sven Gottschling, Leiter des Zentrums für Palliativ-Medizin und Kinder-Schmerztherapie am Homburger Universitätsklinikum, wird bei „Laufen fürs Leben“ seine Turnschuhe für den guten Zweck schnüren. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein für Palliativ-Medizin findet am 25. April in Landsweiler-Reden ein Spendenlauf statt. Das Geld kommt dem auf Spenden angewiesenen Zentrum für Palliativ-Medizin und Kinder-Schmerztherapie am Uniklinikum Homburg zugute. Thorsten Wolf

Nein, man sieht Professor Sven Gottschling seine Profession wirklich nicht an: Als Leiter des Zentrums für Palliativ-Medizin und Kinder-Schmerztherapie am Homburger Universitätsklinikum hat er täglich mit Sterbenden und schwerst Erkrankten zu tun. Doch der 43-jährige Gottschling ist vor allem einer, der viel lacht, der die Bürde seiner Arbeit nicht vor sich her trägt - sich ihrer Bedeutung aber zu weit mehr als 100 Prozent bewusst ist, jeden Tag.

Dabei stellen sich die Herausforderungen nicht nur bei der Behandlung der Patienten, sondern auch, wenn es um die Finanzierung eines Fachbereichs geht, der wirtschaftlich betrachtet für das UKS nicht die großen Erträge abwirft. So ist man im Gebäude 69 auf Spenden angewiesen, Spenden um viele Sekundärkosten von erfolgreichen Therapien zu finanzieren. Und genau um solche Spenden geht es am 25. April in Landsweiler-Reden. Dann heißt es ab 12.15 Uhr: "Laufen fürs Leben". Wer immer kann und will, ist dann dazu aufgerufen, für den Förderverein für altersübergreifende Palliativmedizin als unterstützender Partner von Gottschlings Einrichtung die Sportschuhe zu schnüren und für den guten Zweck innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden gesponserte Kilometer zusammen zu laufen.

"Die Idee zu dieser Aktion hatte Lisa Willms, eine ehemalige Medizinstudentin hier in Homburg", erzählt Sven Gottschling gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. "Bei einer Vorlesung ist sie auf unsere Arbeit aufmerksam geworden und hat später hier am Zentrum eine Famulatur, also ein medizinisches Praktikum, absolviert." Dabei sei bei der selbst laufbegeisterten Willms der Wunsch entstanden, mit einer besonderen Aktion zu helfen, "um unsere Arbeit hier zu unterstützen. Zuerst hatte Lisa Willms die Idee, in Marathon-Etappen mehrtägig rund ums Saarland zu laufen. Da eine solche Aktion aber in dem Moment zu Ende gewesen wäre, wenn sich Lisa Willms verletzt hätte oder krank geworden wäre, kam die Idee zum 24-Stunden-Lauf."

Was sich nun anhört wie eine Herausforderung für erfahrene Sportler, sei viel mehr eine Laufveranstaltung für alle. "Jeder der Lust und Zeit hat, kann mitlaufen. Dabei geht es nicht darum, 24 Stunden am Stück zu laufen. Es ist auch völlig okay, innerhalb dieser Zeit eine kleinere Strecke zu absolvieren." Organisatorisch sei "Laufen fürs Leben" an den Garten-Reden-Haldenlauf gekoppelt. Gottschling: "Unser Lauf beginnt quasi einen Tag früher und endet dann zeitgleich mit dieser Veranstaltung." Jeder Teilnehmer könne dann selbst einen beliebigen Betrag an den Förderverein spenden, "man kann sich aber auch einen entsprechenden Lauf-Paten suchen. Auf der Internetseite www.laufenfuersleben.de gibt es alle nötigen Information", erläutert Gottschling. Und wird er selbst auch laufen? Gottschling lacht. "Ich bin zwar nicht der Läufer vor dem Herrn, aber ich werde laufen, so lange mich meine Füße tragen!"



Zum Thema:

Auf einen BlickBei der Palliativversorgung geht es um die Betreuung von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. Nicht Heilung ist das Ziel, sondern eine wirksame Linderung von belastenden Beschwerden, die individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehöriger abgestimmt wird. red