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Händler zufrieden mit Verlauf
Ein Markt der regionalen Produkte

Pia Blügel aus Hüffler hatte für die Besucher des Landmarktes in der Homburger Innenstadt eine riesige Vielfalt an Zierkürbissen im Angebot.
Pia Blügel aus Hüffler hatte für die Besucher des Landmarktes in der Homburger Innenstadt eine riesige Vielfalt an Zierkürbissen im Angebot. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Deutlich weniger Besucher als üblich waren zum Landmarkt nach Homburg gekommen. Dennoch waren die Händler zufrieden. Von Sebastian Dingler

War das nun gut oder schlecht für den Umsatz beim Landmarkt, dass am Samstag gleichzeitig noch andere Großereignisse in Homburg stattfanden? Veranstaltungen wie das Fußballspiel FC Homburg gegen 1. FC Saarbrücken und anderes? Die Meinungen der Händler gingen da auseinander. Die meisten aber waren eine Stunde vor dem Ende des Markts zufrieden mit dem Verlauf. „Entscheidend ist doch nur das Wetter“, sagte etwa Axel Nicolay vom Ziegenhof am Grumbeerkeller in Miesau. Er gab zu, dass ihm die anderen Veranstaltungen ein paar Bedenken gemacht hätten. Das habe sich aber nicht bewahrheitet, er war zufrieden mit seinem Umsatz.


Auch Jörg Hector von der Bliesgau Ölmühle meinte, der Verkauf sei bei ihm genau so wie das Wetter verlaufen – nämlich sehr gut. Nicht so zufrieden war Pia Blügel aus Hüffler, die ihre selbst angebauten Zierkürbisse an den Mann und die Frau zu bringen versuchte: „Es sind heute bei weitem nicht so viel Leute da wie sonst. Wir sind schon seit bestimmt zehn Jahren dabei. Normalerweise stehen die Leute so eng, dass keiner mehr durchkommt, das ist heute nicht so.“

Dass es also eher ruhig blieb und ohne Gedränge, das war Apfelkelterer Wolfgang Schmitt aus Merzig gar nicht so unrecht: „Ich hoffe, dass es noch ruhig läuft bis zum Schluss. Es ist ja sehr viel Polizei hier wegen der Fußballfans.“ Schmitt ist einer derjenigen, die schon seit Einrichtung des Landmarktes dabei sind. Schließlich lautet das Credo des Marktes ja, regionale Produkte aus biologischer Landwirtschaft anzubieten. Und da passte das Sortiment der Kelterei Schmitt sehr gut dazu mit Apfelwein, Apfelsekt oder Quittenwein. Sein Sekt aus der Pastorenbirne sei im vergangenen Jahr sogar bei der internationalen Apfelweinmesse prämiert worden, erzählte Schmitt stolz.



Axel Nicolay hatte weniger Produkte zum Mitnehmen als solche zum direkten Verzehr im Programm: Bratwürste und Frikadellen aus Ziegenfleisch fanden bei ihm reißenden Absatz. Ziegen seien insgesamt wieder im Kommen, schon allein aufgrund der vielen zuwachsenden Flächen, die gepflegt, sprich abgegrast, werden müssen. Aber das Fleisch der Ziege sei eben auch sehr gut, sagte Nicolay. Es sei fast wie Kalbfleisch, sehr mager, fast ohne Cholesterin und somit sehr gesund. Nur die Verarbeitung gestalte sich schwierig, eben weil das Fett fehle: Man bekomme es nur schwer in die Wurst hinein. Und Steaks könne man damit nicht braten, die würden wie Schuhsohlen werden.Corinna Müller aus Homburg jedenfalls biss herzhaft in ihr mit Ziegenbratwurst belegtes Brötchen und meinte, es schmecke super. Feierabend hatte Heike Letzelter aus Bexbach, die in einer Homburger Bäckerei arbeitet. Sie hatte nicht vor, nach etwas Bestimmtem zu suchen, sondern wollte sich einfach mitreißen lassen vom Angebot. „Es gibt hier immer so schöne Sachen zu entdecken, wie zum Beispiel für die erste Herbst-Deko.“

Schon seit drei Stunden war die aus Russland stammende Ina Reisch auf dem Markt. Sie war zum ersten Mal aus Neunkirchen auf den Homburger Landmarkt gekommen. Fasziniert war sie vor allem von den Zierkürbissen von Pia Blügel: „Es gibt in unserer Heimat nur ein paar Sorten, sonst nichts. Das sehen wir zum ersten Mal, diese Vielfalt.“