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Partnerschaftsvertrag
Künftige Partnerstadt Homburgs liegt in Bella Italia

Eine Delegation aus Albano Laziale schaute sich im Herbst in der Homburger Innenstadt um. Eines der Ziele war der Freiheitsbrunnen am Rondell der Eisenbanhstraße.
Eine Delegation aus Albano Laziale schaute sich im Herbst in der Homburger Innenstadt um. Eines der Ziele war der Freiheitsbrunnen am Rondell der Eisenbanhstraße. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Stadtrat stimmt der Vorlage des Freundschaftsvertrages mit Albano Laziale zu. Unterzeichnung ist im kommenden Frühjahr. Von Peter Neuheisel

Der Stadtrat der Kreis- und Universitätsstadt steht dem Unterfangen positiv gegenüber, einen weiteren Partnerschaftsvertrag abzuschließen. Neben La Baule in Frankreich und Ilmenau in Thüringen dürfte künftig die italienische Stadt Albano Laziale ebenfalls dazu gehören. Der Rat stimmte in seiner jüngsten Sitzung jedenfalls schon einmal dem Freundschaft- und Partnerschaftsvertrag zu.



Im Herbst war bekanntlich eine Delegation aus Italien in der Kreisstadt zu Gast, gemeinsam wurde der Freundschaftsvertrag ausgehandelt (wir berichteten). Die offizielle Verabschiedung der neuen Partnerschaft soll dann im kommenden Frühjahr vonstatten gegen. Dann wird sich eine Homburger Delegation aufmachen in Richtung Bella Italia.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind sieht in der Partnerschaft eine „große Chance, ohne großen Aufwand“. Das Interesse in Homburg sei da, auch in den Schulen, die sowieso regelmäßig nach Rom fahren, das nur einen Katzensprung von Albano Laziale entfernt liegt. Diese Klassenfahrten könnte man — mit Unterstützung der Stadt — ja für einen kleinen Abstecher in die dann neue Partnerstadt nutzen. Schneidewind: „Europa sollte zwischen den Menschen stattfinden.“ Er kann sich regelmäßigen Austausch zwischen Schulen, Vereinen und sonstigen Institutionen sehr wohl vorstellen. Das steht auch ausdrücklich in dem Freundschaftsvertrag. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten, die bei ersten Treffen eingegangen worden sind, sollen weiterentwickelt werden – „in der Hoffnung, dass diese Städtepartnerschaft jener Tropfen sein möge, der einen, wenn auch kleinen, Beitrag zum wahren europäischen Geist leistet“, heißt es in dem Vertrag weiter. Freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Städten müssten gefördert werden, „damit bei der Jugend das Bild eines wahren vereinten Europas lebendig werden kann“.

Damit der Vertrag nicht nur auf dem Papier steht, unterzeichnen die beiden Städte, so wörtlich, „feierliche Verpflichtungen“. Dazu gehören dauerhafte Verbindungen zwischen den Verwaltungen, regelmäßige Treffen, Informations- und Erfahrungsaustausch. So soll eine „tiefe Freundschaft zwischen den Bürgern von Albano Laziale und Homburg“ aufgebaut werden. Aber auch touristisch und wirtschaftlich versprechen sich die neuen Partner einiges davon. So ist eine „gedeihliche wirtschaftliche Zusammenarbeit zur Intensivierung des Austauschs von Waren und Dienstleistungen“ geplant sowie Treffen von Berufs-, Unternehmer-, Gewerkschafts- und Sozialverbänden. Messen, Festivals und Ausstellungen in Forschung, Handel, Investitionen, Sport, Kultur und Tourismus sind in dem Vertrag vorgesehen.

Homburg hat zwischenzeitlich Erfahrungen mit Städtepartnerschaften. So reicht die Jumelage mit dem bretonischen La Baule an der Atlantikküste ins Jahr 1984 zurück. Wenngleich die Entfernung von 900 Kilometern sehr groß ist, hat sich über die Jahrzehnte ein reger Kontakt ermittelt. Die gegenseitige Besuche finden nach wie vor statt, sind aber nicht unbedingt mehr geworden. Rege dabei ist nach wie vor das Saarpfalz-Gymnasium.

Den Partnerschaftsvertrag mit der thüringischen Universitäts- und Goethestadt Ilmenau hat die Stadt Homburg damals kurz vor dem Fall der Mauer unterzeichnet. Dereinst war das noch als ein deutliches politisches Zeichen zu werten, das aber nach der Wende etwas in den Hintergrund getreten ist.