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Kreissparkasse bleibt in der Fläche

Kreissparkassen-Chef Armin Reinke, hier beim Redaktionsbesuch, wohnt mit seiner Familie inzwischen in Homburg. Foto: Thorsten Wolf
Kreissparkassen-Chef Armin Reinke, hier beim Redaktionsbesuch, wohnt mit seiner Familie inzwischen in Homburg. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Seit gut fünf Monaten ist der 49-jährige Armin Reinke neuer Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saarpfalz. Beim Redaktionsbesuch ging er auch auf die Perspektive des Geldinstituts ein. In Homburg hat er sich nach eigenen Worten gut eingelebt. Peter Neuheisel

Seit 1. Oktober ist Armin Reinke nun bereits im Amt als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saarpfalz (KSK). Bei seinem Besuch in der Homburger SZ-Redaktion verriet der gebürtige Bouser, dass er inzwischen ein "echter" Homburger sei. Nach dem Amtsantritt ist der 49-Jährige mit seiner Familie in die saarpfälzische Kreisstadt gezogen. Nicht erst seitdem fühlt er sich hier sehr wohl. "Ich wurde hier super aufgenommen, sowohl von den Mitarbeitern der Kreissparkasse, als auch von den Homburgern selbst."

Armin Reinke hat in der Chefetage der KSK die Position von Gunar Feth übernommen, der im vergangenen Herbst bekanntlich zur Saar-LB nach Saarbrücken gewechselt ist. Reinke beschritt den umgekehrten Weg: Er war in der Landeshauptstadt seit 2007 Vorsitzender der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB), zuvor bereits vier Jahre bei der Landesbank Saar beschäftigt. Im Bankengeschäft also keine unbekannte Größe, als er im Frühjahr 2014 als Nachfolger für Feth ins Gespräch gebracht wurde und im Mai dann auch vom Kreistag grünes Licht erhielt. Landrat Clemens Lindemann sprach damals gegenüber der SZ von einer "guten Wahl". Aber auch Armin Reinke macht keinen Hehl daraus, dass es auch für ihn selbst die richtige Wahl gewesen sei. "Ich bin hier in ein gut aufgestelltes Haus mit einer tollen Mannschaft gekommen - die besten Voraussetzungen für jemand, der neu irgendwo anfängt." Er sei Gunar Feth und seinem Vorstandskollegen Ralph Marx sehr dankbar, dass "sie mir ein solch gutes Haus übergeben haben".

Die Kreissparkasse Saarpfalz sei auch deshalb so gut aufgestellt, weil in den vergangenen Jahren viele Dinge richtig gemacht worden seien. Klar, die Herausforderungen blieben auch in Zukunft groß - hier das Niedrigzinsniveau, die zunehmende Regulatorik oder die Ausrichtung des Geschäftsmodells, "also wie geht man wie mit was um". Eines steht fest: An der Strategie, im Kreis in der Fläche zu bleiben, werde auch unter dem Vorstandsvorsitzenden Reinke nichts geändert. "Was uns von Direktbanken unterscheidet, ist die Nähe zu unseren Kunden - nicht nur die räumliche, sondern auch die persönliche." Sicherlich rede man dabei nicht mehr nur über die Geschäftsstelle vor Ort, da könne man sich auch neue Ideen vorstellen. Aktuell gäbe es aber keine Überlegungen, das Filialnetz zu reduzieren, "es geht höchstens um Optimierungen". Hier holt Reinke etwas aus: "Die Sparkasse wurde früher als konservatives Geschäftsmodell belächelt. Heute muss man sagen, es ist ein kontinuierliches Geschäftsmodell." Das sei auch der Grund gewesen, weshalb die Sparkasse so gut durch die Bankenkrise gekommen sei. "Man hat das vermeintlich langweilige, aber richtige Geschäft gemacht." Am KSK-Geschäftsmodell werde sich auch unter seiner Führung nichts ändern, da sei man sich auch im Verwaltungsrat einig. Apropos Verwaltungsrat: Armin Reinke sieht die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Sparkassengremien positiv. Auch die Kontakte zur Kommunalpolitik, insbesondere zum Landrat beziehungsweise zu dessen Vertreter, seien vorbildlich.


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Zur PersonArmin Reinke wurde 1965 im saarländischen Bous geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder - einen erwachsenen Sohn und zwei Töchter (Zwillinge, 17). Reinke studierte von 1987 bis 1991 Betriebswirtschaft , nachdem er zuvor eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert hatte. Zwischenstationen waren München und Stuttgart, ehe er 1995 ins Saarland zurückkam. Von 2000 bis 2004 war er bei der Landesbank Saar beschäftigt, wechselte anschließend zur Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB), bei der er von 2007 bis 2014 Vorstandsvorsitzender war. Seit 1. Oktober ist er in dieser Position bei der Kreissparkasse Saarpfalz in Homburg tätig. pn