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Aufrtitt Bosch-Orchester
Konzert hilft traumatisierten Kindern

Immer wieder auch mit Gesangssolistin Lisa Görlinger lieferte des Bosch-Orchester Homburg unter der Leitung von Volker Kaufmann am Samstagabend im Kulturzentrum ein hörenswertes Jubiläumskonzert ab.
Immer wieder auch mit Gesangssolistin Lisa Görlinger lieferte des Bosch-Orchester Homburg unter der Leitung von Volker Kaufmann am Samstagabend im Kulturzentrum ein hörenswertes Jubiläumskonzert ab. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Das Homburger Bosch-Orchester hatte zu seinem Jubiläumskonzert in den Saalbau eingeladen. Der festliche Abend stand einmal mehr im Zeichen einer Spendenaktion. Geholfen wurde einem Projekt für psychisch kranke Kinder.

Der Samstagabend im Homburger Saalbau war gleich aus vielerlei Hinsicht kein „Abend von der Stange“. Das lag zum einen daran, dass das Bosch-Orchester Homburg mit einem Jubiläumskonzert zu seinem nunmehr zehnjährigen Bestehen eingeladen hatte. Zum anderen standen die Stunden im großen Saal auch ganz im Zeichen der guten Sache, sollten doch Spenden für ein ganz besonderes Projekt zugunsten von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen gesammelt werden.


Dahinter stand und steht die Projektgruppe „Kinder und Jugendliche“, getragen von den „Psychosozialen Projekten Saarpfalz“. Welche Ziele die Projektgruppe konkret hat und welcher Anlass im Detail da am Samstagabend zu einem großartigen Konzert führte, das erläuterte Dr. Rita Maoz von der Projektgruppe noch vor dem ersten Ton. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die seelische Gesundheit in Kindheit und Jugend auf verschiedene Weise zu fördern.“ Hier nannte Maoz beispielhaft vor allem auch das jahrelange Engagement zu Gunsten der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

„Die Probleme in Jugend und Kindheit nehmen zu“, war sich Maoz sicher. „Der heutige Abend steht da im Zeichen eines neuen Projektes der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kleinblittersdorf.“ Dort habe man eine neue Therapieform für traumatisierte, emotional verunsicherte Kinder entwickelt. Dieses Projekt benötige weitere finanzielle Unterstützung. Wofür, das erläuterte dann Andrea Dixius, als leitende Psychologin in Kleinblittersdorf Initiatorin des Projektes. „Wir haben ein Kurzzeit-Therapie-Projekt entwickelt, das aber auch in Jugend- und Kinderhilfeeinrichtungen niedrigschwellig eingesetzt werden kann. Dabei dreht es sich um eine erste Hilfe für Kinder, die Schweres erlebt haben.“ Um dieses Projekt nun weiterzuentwickeln, benötige man zusätzliche finanzielle Mittel, auch zu Entwicklung einer speziellen App zum Einsatz bei der Kurzzeit-Therapie.



Damit lag der Spielball dann im Feld des Bosch-Orchesters Homburg, das mit seinem Konzert am Samstag natürlich dazu beitragen wollte, dass die Spendenkassen ein wenig voller werden. Und die über 40 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Volker Kaufmann ließen sich musikalisch nicht lumpen. In der klassischen Besetzung eine symphonischen Blasorchesters gab es, dem Jubiläumsanlass angemessen, auch einen musikalischen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre – und da mit einem Medley aus James-Bond-Songs schon einen furiosen Auftakt.  Aber der Abend war weitaus mehr als eine Aneinanderreihung von Musik. Das lag zum einen daran, dass eben Volker Kaufmann mit seinen launigen Moderationen immer wieder Wissenswertes zu den einzelnen Werken vermittelte, zum anderen daran, dass sich das Bosch-Orchester mit Lisa Görlinger als Gesangssolistin und mit den Rusty Teenspoons unter der Leitung von Christina Weyers als Chor hörenswerte, stimmliche Unterstützung gesichert hatte. Das sorgte immer wieder für Gänsehautmomente, so als sich Lisa Görlinger noch vor der Pause mit „Gabriella‘s Song“ in die Herzen der Zuhörer sang. Nicht minder berückend: Die Präsentation von Leonard Cohens „Hallelujah“, gesungen von den Rusty Teenspoons. Was natürlich am Samstagabend nicht fehlen durfte, das war eine ordentliche Geburtstagsüberraschung.

Und die machte das Bosch-Orchester sich selbst und seinen Gästen: Zu den Klängen der Märsche aus George Lucas‘ Saga „Star Wars“ marschierten die Darsteller von „Imperial Order“ in den Saal ein, natürlich samt Darth Vader und Prinzessin Amidala.

Ohne Zweifel: Das Bosch Orchester Homburg bewies am Samstagabend ohne Mühe, dass ein Blasorchester eine fantastische Bandbreite haben kann. Oder, um es mit Orchester-Sprecherin Doris Wiehn zu sagen: „Märsche und Polka haben wir nur im Repertoire, wenn wir das spielen müssen, wenn es der Anlass verlangt. Aber vom Herzen her spielen wir viel lieber symphonische Werke, Filmmusik und Unterhaltung.“