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Jazz und mehr bis in den September
Klares Bekenntnis zum Musiksommer

Unter der Leitung von Wilson de Oliveira (links) bot die „Frankfurt Jazz Big Band“ am Samstagmorgen auf dem historischen Markplatz ihr Programm „Best of Swing“.
Unter der Leitung von Wilson de Oliveira (links) bot die „Frankfurt Jazz Big Band“ am Samstagmorgen auf dem historischen Markplatz ihr Programm „Best of Swing“. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Am Freitag und Samstag gab es auf Homburgs historischem Marktplatz nicht nur musikalisch viel zu hören. Oberbürgermeister Schneidewind sicherte dem Musiksommer weiter die nötige finanzielle Unterstützung der Stadt zu. Von Thorsten Wolf

Lange hatten die Fans der Reihe Querbeat und der Jazzfrühschoppen warten müssen, nun ist die Durststrecke vorüber: Am vergangenen Wochenende übernahm der Homburger Musiksommer wieder das Kommando über den historischen Marktplatz. Und das gleich mit einem Paukenschlag – genau genommen eigentlich mit zwei Paukenschlägen. Denn sowohl am Freitagabend beim Auftritt von „The Soul Providers“ als auch beim Gastspiel der „Frankfurt Jazz Big Band“ am Samstagmorgen tischten die Macher der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt richtig auf. Und die musikhungrigen Fans honorierten dieses Engagement mit großem Zuspruch, vor allem auch am Freitagabend, als sich rund 1000 Gäste in Homburgs guter Stube ins Wochenende tanzten und feierten.


Traditionell etwas ruhiger ging’s beim Jazzfrühschoppen zu, doch die Ausnahmemusiker der „Frankfurt Jazz Big Band“, angenehmes Wetter und viele, viele Jazzfans gaben auch hier dem Musiksommer das Prädikat „Auftakt geglückt“. Das freute natürlich vor allem die beiden Programmverantwortlichen – Norbert Zimmer als Organisator von Querbeat und Raimund Konrad, Homburgs ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter und als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt Chef des Ganzen. „Der lange Winter ist vorbei. Endlich, und das hab ich oft gehört, geht es wieder los auf dem Marktplatz“, freute sich Konrad. Diese Lust auf den Homburger Musiksommer habe man schon am Freitagabend gemerkt, „da war eine tolle Stimmung“.

Norbert Zimmer teilte im Gespräch mit unserer Zeitung Konrads Einschätzung, „das war genau so, wie wir es wollten, wir haben extra für diesen Abend eine Hammer-Knaller-Band engagiert.“ Diese habe von Anfang bis Ende drei Stunden Party gemacht, „die Leute haben getanzt, auf ihren Stühlen gewippt. Der Platz war voller Menschen. Das war rundum gelungen.“ Was sowohl Konrad als auch Zimmer bestätigten: Es sei nicht nur die Auswahl der Bands am Freitag, die für den Erfolg sorge, sondern vor allem auch die Verlässlichkeit für die Gäste, dass man bei Querbeat immer ein tolles Programm biete.



Was den Freitag und dem Samstag musikalisch und auch personell direkt miteinander verband, das war der Bassist Ralf Cetto. Der gebürtige Saarbrücker, ein bekannter Jazzmusiker und aktuell auch an der Hochschule für Musik in Mainz mit Lehraufträgen aktiv, sprang am Freitagabend kurzfristig bei den „Soul Providern“ am E-Bass ein, am Morgen danach sorgte er mit dem Kontrabass bei der „Frankfurt Jazz Big Band“ für die tiefen Töne.

Die Hessen lieferten bei ihrer Jazzfrühschoppen-Premiere mit ihrem Programm „Best of Swing“ eben nicht nur eine ganze Palette von musikalischen Sahnehäubchen, die Arrangements von Band-Leader Wilson de Oliveira bekamen durch die Moderation von Werner Lohr, selbst Jazzmusiker und Moderator beim Hessischen Rundfunk (HR), immer gleich auch eine musikhistorische Untermauerung. Im Jahr 1995 produzierten Thomas Cremer und Wilson de Oliveira dieses stimmige Projekt einer Big-Band-Jazz-History mit Musik der 30er, 40er und 50er Jahre zum ersten Mal, damals für die Stadt Frankfurt und den HR. Seit 2012 firmiert das Konzept unter dem Titel „Best of Swing“. Und genau das Beste lieferte die Frankfurter Formation dann auch am Samstagmorgen: Klassiker von Benny Goodman, Count Basie, Duke Ellington und vielen anderen Legenden des Swing gab es zu hören.

Auch hörenswert und für die Macher von Querbeat und Jazzfrühschoppen alles andere als unwichtig: das Bekenntnis von Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind zum Musiksommer. „Egal, wie schlecht die Haushaltslage ist: Solange es uns die Kommunalaufsicht nicht verbietet, werden wir den Musiksommer seitens der Stadt bezuschussen. Das machen wir gerne, denn das belebt die Stadt, das bringt der Stadt etwas.“

Schneidewind erinnerte in seiner offiziellen Eröffnung auch an die Anfänge des Musiksommer vor mittlerweile 18 Jahren, ursprünglich angedacht, um den damals neu eingerichteten und schwächelnden Grünmarkt zu beleben. Daraus habe sich mit den Jahren eine Veranstaltungsreihe entwickelt, die inzwischen und bei gutem Wetter fast schon den Charakter eines kleinen Volksfestes habe.

Die Band „Soundgesellschaft“ spielt am kommenden Samstag im Wechsel mit vier Chören auf Homburgs Marktplatz.
Die Band „Soundgesellschaft“ spielt am kommenden Samstag im Wechsel mit vier Chören auf Homburgs Marktplatz. FOTO: Julian Langer