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40 Jahre Frauenkreis Kirrberg
Kirrberger Frauenkreis blickt auf 40 Jahre zurück

Der evangelische Frauenkreis Kirrberg feiert sein 40-jähriges Bestehen.
Der evangelische Frauenkreis Kirrberg feiert sein 40-jähriges Bestehen. FOTO: Cordula von Waldow
Kirrberg. Die protestantische Frauengemeinschaft lädt zu ihrem Jubiläum am Samstag zum Gottesdienst mit Sektempfang ein.

„Wir haben mit Hannelore Gaerting diese Woche eines unserer bedeutendsten Gründungsmitglieder zu Grabe getragen“, berichtet Hiltrut Helm. Die rüstige 73-Jährige gehört ebenfalls zu den gut zehn Frauen, die vor genau 40 Jahren die protestantische Frauengemeinschaft in Kirrberg ins Leben gerufen haben.


„Als ich mit meiner Familie hierher in die Diaspora zog, war Kirrberg ausschließlich von der katholischen Bevölkerung bestimmt: Es gab weder ökumenische Veranstaltungen noch evangelische und schon gar keine Gottesdienste“, erinnert sich die Initiatorin und heutige Vorsitzende. Gemeinsam mit dem Ehepaar Hannelore und Hans Gaerting, die damals in die Kinder-Arbeit sehr eingebunden waren, entstand die Idee, einen Frauenkreis als Keimzelle der durch Arztfamilien der Uniklinik beständig wachsenden, evangelischen Bevölkerung zu gründen. Zehn interessierte Frauen konnte Waltraut Helm bei dem ersten Treffen in ihrem Haus begrüßen. War kein Referent für die von da an 14-täglichen Frauentreffen zu gewinnen, wurde gehandarbeitet und gebastelt. Nebenbei tauschte man sich über die Bedürfnisse evangelischer Christinnen aus. Ein Basar aus den entstandenen Werken schuf Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Schon bald konnten in der Kirrberger Schule auch die ersten evangelischen Gottesdienste abgehalten werden.

Das Anstrengendste an diesen Tagen war die Endreinigung, damit die Räume am Schulmontag wieder ihrer Erstbestimmung dienen konnten, weiß Hiltrut Helm. Nach sechs Jahren durfte der Gottesdienst dann im Gemeindesaal im alten Kirrberger Rathaus abgehalten werden. Für den Frauenkreis hatte Waltraut Helm bis zu dem Umzug ins Rathaus ihr Esszimmer großzügig zur Verfügung gestellt.

In den folgenden Jahren folgte ein „Kommen und Gehen“ der Vorsitzenden des Frauenkreises und Pfarrer, die für Kirrberg zuständig waren: Alter, Wegzug, Abberufung waren die keineswegs nur freiwilligen Gründe. 1994 endlich wurde nach 16 Jahren seit den Anfängen der protestantischen Gemeindearbeit das Versprechen des Pfarrers Dauber, Vater des späteren Gemeindepfarrers Dauber, eingelöst: Kirrberg erhielt ein „kleines Kirchlein auf dem Berg“ in dem Mitte der 90er-Jahre erbauten Gemeindehaus in der Lambsbachstraße. „Wir haben mit mehreren Tausend D-Mark zu dem Bau beigetragen“, berichtet Hiltrud Helm von dem Engagement der Frauen.

Ihrer permanenten Nachfrage sei überhaupt zu verdanken, dass das Gemeindehaus gebaut wurde. Der große Gottesdienstraum ist so günstig angelegt, dass Altar und Kreuz im Eck hinter einer zugezogenen Lamellenwand verschwinden, so dass der multiflexible Raum sowohl für Yoga oder die Kinderkrabbelgruppe als auch für Geburtstagsfeiern oder den jährlichen Neujahrsempfang genutzt werden kann. Ein Erfolg, der die Frauen und ihre Unterstützer „viel viel Kraft und Zielstrebigkeit“ gekostet hat. In der Küche wurden schon unzählige Festivitäten vorbereitet. Hier trifft sich 14-täglich der Frauenkreis und regelmäßig die Jugendgemeinschaft.



Jährlich unternimmt die knapp 20-köpfige Frauengemeinschaft einen Ausflug, meist in die nähere Umgebung. Seit die Katholiken im Ort kein Pfarrheim mehr und einen neuen, ökumenisch aufgeschlossenen Pfarrer haben, funktioniert die ökumenische Verbindung hervorragend: Die Protestanten stellen das Pfarrheim auch für private Feste, die Katholiken die Marienkirche für große Gottesdienste.

Da der demografische Wandel auch vor dem prostestantischen Frauenkreis nicht stoppt, ist langfristig eine ökumenische Kooperation denkbar. „So lange wir können, machen wir weiter“, verspricht Hiltrud Helm. Massive Unterstützung findet sie bei der Pfarrerin Doris Agne. Sie betrachtet die engagierte Frauenarbeit mit Respekt und hilft, wo immer sie kann.

Am kommenden Samstag, 17. März, feiert der Frauenkreis Kirrberg sein 40-jähriges Bestehen um 17 Uhr mit einem Festgottesdienst im Gemeindehaus in der Lambsbornstraße, gehalten von Pfarrerin Doris Agne mit anschließendem Sektempfang.

(cvw)