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Pläne im CJD
Jugenddorf steht vor Herausforderungen

Homburg. Das CJD in Schwarzenacker ist ein großer, integrativer Ausbildungs- und Dienstleistungsort mit zahlreichen Betrieben. Von Cordula von Waldow

Neues Öffentlichkeitsteam, neue Ausbildungsberufe, freie Arbeitsplätze und ein Tag der offenen Tür – im CJD-Homburg-Saar gehört der stetige Wandel mit zur Entwicklung. In einem Pressegespräch wurde jetzt  die Vielfalt der Möglichkeiten allein auf dem Campus des Christlichen Jugenddorfs in Schwarzenacker vorgestellt. Unter der christlichen Maxime „Keiner darf verloren gehen“ erhalten hier junge Menschen eine große Chance, die am ersten Arbeitsmarkt aussichtslos wären sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Einen Kilometer lang erstrecken sich die zahlreichen Werkstätten, die staatlich anerkannte Christopherus-Schule zur Berufsausbildung, Wohneinheiten, Tagungszentren und Aula, Küchen und Mensa, Sport- und Fitness-Zentrum bis hin zu den langgestreckten Gewächshäusern. Hier leben rund 280 im angegliederten Internat und lernen im Schnitt rund 400 Auszubildende und Berufsschüler, ein Teil kommt von „außerhalb“. In fast 40 Berufen werden sie gemäß den allgemeinen Richtlinien und Ausbildungsleitfäden der jeweiligen Sparten fachlich ausgebildet und in Kooperationsbetrieben während ihrer Praktika für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. „Durch die Zusammenarbeit haben wir eine Integrationsrate von durchschnittlich 70 Prozent“, betont Geschäftsführer Norbert Litschko. Die psychologische sowie sozialpädagogische Betreuung begleitet die jungen Menschen vom Sonderschüler ohne Schulabschluss bis zum betroffenen Abiturienten und
Studenten auch noch ein Jahr nach Ausbildungsabschluss, damit sie sicher Fuß fassen können in ihrem Leben. „Wir sind hier wie eine große Familie“, beschreibt der Einrichtungsleiter.


Angepasst an die Bedürfnisse im Arbeitsmarkt wurden jetzt auch neue, zukunftsträchtige Berufsbilder ins Leben gerufen: Mediengestalter, Zweirad-Mechanikerwerker sowie Reinigungstechniker für den benachbarten Fachbetrieb, der dringend qualifizierten Nachwuchs sucht. „Mit dem Bereich der Näher beispielsweise sind Berufsgruppen weggefallen. Stattdessen suchen wir neue Programme, die wir und unsere Schützlinge leisten können und die am Arbeitsmarkt benötigt werden“, erklärt Norbert Litschko. Eine immense Herausforderung, um die entsprechenden Fachkräfte, die optimalen Ausbildungsstätten sowie die interessierten Wirtschaftspartner zu vereinen.

Stolz ist auch der CJD-Ausbildungsleiter Dieter Thielen darauf, dass nahezu alle Renovierungsarbeiten sowie etliche Neubauten, wie etwa das Bistro Chance in der ehemaligen Näherei oder der Gymnastikraum im Gesundheitszentrum Aqvital von den Auszubildenden gebaut wurden und zwar „von Kopf bis Fuß“, sprich, von der Decke bis zum Fußboden. Auch die Malerarbeiten sowie alle angebotenen Gewerke, werden mit den Auszubildenden selbst bewältigt.

Das Fitnessangebot mit Schwimmbad und Sauna verfügt über allein 30 Sportkurse, das Fitness-Studio ist der Öffentlichkeit zugänglich. Regelmäßige, öffentliche Veranstaltungen laden Besucher ein und spülen Geld in die Jugenddorf-Kasse: So werden die selbst gezogenen Pflanzen sowie Pflanzenarrangements zu einem günstigen Preis abgegeben. Im Ausbildungs-Café Zauberlehrling in der Homburger Innenstadt bedienen Behinderte gemeinsam mit ihren Ausbildern.

Nachdem viele Kollegen in den Ruhestand verabschiedet wurden, spürt das Jugenddorf seit 2017 erstmals auch den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt, besonders im Bereich der Sozialpädagogen. Dabei punktet das CJD-Jugenddorf nicht nur mit dem guten Betriebsklima und zahlreichen Angeboten über die eigene Band, Theatergruppen oder mit dem Pilotprojekt in dem bundesweiten Ernährungs- und Fitnessprogramm „gut drauf“, sondern auch mit den neuen, an die kirchlichen Einrichtungen angepassten Regeltarifen, die eine bessere Bezahlung zu Grunde legen.



Im Jugenddorf in Schwarzenacker gibt es viele Angebote. Diese unterliegen auch immer einem Wandel.
Im Jugenddorf in Schwarzenacker gibt es viele Angebote. Diese unterliegen auch immer einem Wandel. FOTO: Hiegel, Willi / Hiegel
Berichteten Neues vom Jugenddorf in Schwazenacker (von links): aus der Unternehmenskommunikation Carla Wack, Barbara Hartmann und Regina Raskopp mit CJD-Geschäftsführer Norbert Litschko und Ausbildungsleiter Dieter Thielen.
Berichteten Neues vom Jugenddorf in Schwazenacker (von links): aus der Unternehmenskommunikation Carla Wack, Barbara Hartmann und Regina Raskopp mit CJD-Geschäftsführer Norbert Litschko und Ausbildungsleiter Dieter Thielen. FOTO: Cordula von Waldow