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Jazz kommt ins Wohnzimmer

Martin Preiser, Svenja Hinzmann, Stefan Engelmann und Rainer Dettling (von links) servierten als „Odd one out“ im „Wohnzimmer“ des Edelhauses in Schwarzenacker Jazz-Atmosphäre vom Feinsten. Foto: Thorsten Wolf
Martin Preiser, Svenja Hinzmann, Stefan Engelmann und Rainer Dettling (von links) servierten als „Odd one out“ im „Wohnzimmer“ des Edelhauses in Schwarzenacker Jazz-Atmosphäre vom Feinsten. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Schwarzenacker. Der Regen verhinderte das Spielen unter freiem Himmel: Die fast intime Atmosphäre im „Wohnzimmer“ des Edelhauses war wie geschaffen für die vier Jazzer von „Odd one out“. Thorsten Wolf

Es war schon ein besonderer Abend, den das Edelhaus des Römermuseums da am Donnerstag erlebte. Mit dem Auftritt des Jazz-Quartetts "Odd one out" in der Reihe "Kultur im Museum" hatten vier Musiker einen Auftritt, der wie geschaffen war für die fast schon intime Atmosphäre im Dachgeschoss des imposanten Baus. Namentlich Svenja Hinzmann (Gesang), Martin Preiser (Klavier), Stefan Engelmann (Kontrabass) und Rainer Dettling (Schlagzeug) sorgten mit einer wunderschön stimmigen Titelauswahl und getragen von hoher musikalischer Güte für einen langen Moment, in dem man mit dem geistigen Auge auf Reise gehen konnte.



Geschichten von Liebe und Verlust, von der Sehnsucht - all das zauberten die Vier in den Abend. "Das Ambiente hier ist super schön", begeisterte sich Svenja Hinzmann in der Pause für den Konzertort. "Natürlich ist es schade, dass wir aufgrund des Regens nicht draußen spielen können. Aber der Raum hier ist sehr, sehr gemütlich. Ich find's sehr schön, sehr intim. Es hat fast schon Wohnzimmer-Atmosphäre. Und das mag ich sehr." Und genau diese Atmosphäre passte perfekt zu dem, was "Odd one out" - etwas holperig mit "ungerade heraus" übersetzt - lieferten: Perfekten Hör-Jazz, immer wieder geprägt von Soli, ohne sich dabei aber im eigenen Können zu verlieren. Bemerkenswert: Viele Proben ihres Repertoires gönnen sich Hinzmann, Preiser, Engelmann und Dettling nicht. "Wir sind eine 'working Band'", erklärt Hinzmann, "vor dem Auftritt heute Abend haben wir uns drei Stunden zusammengesetzt und die Stücke abgecheckt. So läuft das bei uns." Für diese Arbeit benötige man ein hohes Maß an Professionalität, "man muss sich auf die Leute in der Band verlassen können."

Dieses gegenseitige Vertrauen konnte man am Donnerstagabend hören. Mit dem Stück "Loads of Love" aus der Feder von Richard Charles Rodgers, eines New Yorker Komponisten , eröffnete die Band ihren "Wohnzimmer-Auftritt" in Schwarzenacker - und "jede Menge Liebe" konnte man auch in Hinzmanns Stimme hören. Neben Rogers prägten auch Werke von Antonio Carlos Jobim, eines brasilianischen Sängers, Pianisten, Gitarristen und Komponisten , die Jazz-Stunden im Römermuseum. Aus dem Werk Jobims, vielen bekannt als Mitbegründer der Bossa Nova, wählte die Band zu Beginn den einzigen Walzer, den der Brasilianer wohl jemals geschrieben hat - von Hinzmann in perfektem Portugiesisch gesungen. Eine Komposition von Jobim, "Die Wasser des März" beendete den ersten Teil des Abends. Zwischen Anfang und erstem Ende bewiesen "Odd one out" mit einer gelungenen Interpretation des Paul-Simon-Klassikers "50 ways to leave your lover" gekonnt, dass die Band auch ganz andere Musikfarben zum Leuchten bringen kann. Zum Strahlen brachten Hinzmann, Preiser, Engelmann und Dettling zudem das Cole-Porter-Stück "In the still of the night", geschrieben für den Film "Rosalie" aus den 1930er Jahren und da gesungen von Nelson Eddy. Und nicht nur da bewiesen die Vier, dass sie sich zwar "ungerade heraus" nennen, aber alles andere als ungerade heraus spielen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Am Donnerstag, 25. August, 20 Uhr, tritt die Band Blues Himmel im Rahmen der städtischen Reihe "Kultur im Museum" in der Gustavsburg in Jägersburg auf. Geboten wird Blues in Pfälzer Mundart. Seit 1980 verbindet der Zweibrücker Bandgründer und Sänger Michael Wack Blues mit seinem Dialekt. Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Mischung aus traditionellen Bluesthemen sowie landestypischen Geschichten. red