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| 20:06 Uhr

In Paris den eigenen Stil gefunden

Homburg. Am vergangenen Montag wäre der bekannte Homburger Künstler Willi Spiess 100 Jahre alt geworden, Grund genug für seine Tochter Sybille Spiess-Deckert, zusammen mit dem Homburger Kulturamt an diesem Tag und für eine kleine Weile eine Auswahl seines Schaffens in der Galerie des Saalbaus zu präsentieren Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Am vergangenen Montag wäre der bekannte Homburger Künstler Willi Spiess 100 Jahre alt geworden, Grund genug für seine Tochter Sybille Spiess-Deckert, zusammen mit dem Homburger Kulturamt an diesem Tag und für eine kleine Weile eine Auswahl seines Schaffens in der Galerie des Saalbaus zu präsentieren. Über 40 Werke von Spiess zeigt die Werkschau, darunter auch noch nicht Bekanntes und bisher wenig Gezeigtes. "Ich bin sehr zufrieden mit der Auswahl der Arbeiten", betonte Sybille Spiess-Deckert vor Beginn der Vernissage den inhaltlichen Ansatz der Ausstellung, den sie gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Francoise Mathis-Sandmaier erarbeitet hatte. Und in der Tat: An Abwechslungsreichtum mangelt es der Ausstellung nicht, wer dahinter aber Beliebigkeit vermutet, der irrt. Dies betonte auch Ursula Richert, Kulturmanagerin der Stadt Homburg, die in Vertretung von Mathis-Sandmaier die Werkschau und das Leben von Willi Spiess beleuchtete. Im Rückgriff auf die Einordnung des Lebenswerkes von Willi Spiess durch Mathis-Sandmaier stellte sie klar: "Pluralismus als Folge einer beliebig irrenden Suche? Nein, Pluralismus vielmehr als schlüssiges Produkt eines Dialogs mit den Möglichkeiten der Kunst, aus dem eigenständige Stilbildungen hervorgehen."Willi Spiess wurde 1909 in Homburg geboren. Nach einer klassischen kaufmännischen Ausbildung und entsprechenden Tätigkeiten entschließt sich der junge Spiess im Jahr 1936 zu einem Kunststudium in Karlsruhe, durchbricht die bürgerlichen Normen und lebt fortan seine Kunst. 1938 wechselt er an die Kunstakademie nach Stuttgart, dann verändert der Krieg und der damit verbundene Kriegsdienst Spiess' Lebensweg, gleichwohl ihn die Malerei auch während seines Einsatzes in Frankreich und Russland begleitet - die Ausstellung zeigt mit den "Bildern von Kaukasern" zwei eindrucksvolle Werke aus dieser Zeit. Nach Kriegsende kehrt Spiess nach Homburg zurück und unternimmt in den Folgejahren zahlreiche Studienreisen nach Paris. 1960 bleibt er sogar ein ganzes Jahr dort - eine Zeit, die für Spiess von entscheidender Bedeutung ist. Richert: "Mit dem Aufenthalt in Paris öffnet sich für Spiess eine Tür nicht nur in eine künstlerische Außenwelt, sondern auch eine Tür, die seiner Innenwelt den Weg zu einem authentischen Ausdruck ebnet." 1974 zieht Spiess nach Kirkel-Altstadt, wo er bis zu seinem Tod 1997 lebt und arbeitet. Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, der die Ausstellung eröffnet hatte, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung von Willi Spiess für die Kunstszene in der Region und weit darüber hinaus und rückte auch dessen Arbeit im öffentlichen Raum erneut ins Blickfeld, indem er an die beiden beeindruckenden Reliefarbeiten des Künstlers am Talzentrum erinnerte.

Auf einen BlickNoch bis zum 24. Mai zeigt die Galerie im Kulturzentrum Saalbau eine Werkschau des Künstlers Willi Spiess, der am 4. Mai 2009 100 Jahre alt geworden wäre. Kuratiert durch Spiess Tochter Sybille Spiess-Deckert und Francoise Mathis-Sandmaier, sind auch bisher nicht oder selten gezeigte Arbeiten zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von elf bis 17 Uhr und am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. thw