| 20:09 Uhr

Fußball
Im Rhythmus gegen den FCS

JÄGERSBURG. Fußball-Oberligist FSV Jägersburg empfängt heute Abend 1. FC Saarbrücken zum Pokal-Halbfinale – und ist klarer Außenseiter Von Stefan Holzhauser

Die Feierabend-Kicker des FSV Jägersburg können heute Abend Fußball-Geschichte schreiben. Um 18 Uhr empfangen sie im Saarlandpokal-Halbfinale die Regionalliga-Profis des 1. FC Saarbrücken. Es ist ein Duell David gegen Goliath. Die Landeshauptstädter waren am Wochenende in der Liga spielfrei und reisen ausgeruht an. Um gegen den FCS eine kleine Siegchance zu haben, muss beim FSV alles passen. Die Jägersburger dürfen sich keine entscheidenden Fehler erlauben und müssen läuferisch und kämpferisch über ihre Grenzen hinausgehen. Aber selbst dann wird es richtig schwer, gegen die mit Abstand beste Mannschaft der Regionalliga Südwest eine Sensation zu schaffen.


Die Jägersburger haben bislang in der Liga eine richtig gute Saison gespielt und als aktueller Tabellensechster sogar noch die Möglichkeit, zweibestes Saar-Team hinter dem souveränen Spitzenreiter FC Homburg zu werden. Noch nie stand eine FSV-Mannschaft im Saarlandpokal-Halbfinale. Rein theoretisch ist man „nur noch“ zwei Spiele vom Einzug in den DFB-Pokal entfernt und könnte dort auf solche Mannschaften wie den FC Bayern München, Borussia Dortmund oder auch den FC Schalke 04 treffen. „Ich habe den Jungs spaßeshalber gesagt, dass wir nun im Gegensatz zum FCS im Rhythmus sind. Ohne Understatement zu betreiben, ist dies eine Herkulesaufgabe, der man nach einem Kraftakt wie dem am Samstag fast nicht gewachsen sein kann“, sagt FSV-Trainer Thorsten Lahm und ergänzt: „Das sind Vollprofis, eigentlich ist das eine Drittliga-Mannschaft. Sie kommen ausgeruht hierher, während wir personell am Stock gehen.“

Tom Koblenz kehrte zwar am Montagabend beruflich aus China zurück, wird aber heute mit Sicherheit sehr müde sein. Kapitän Daniel Dahl (Muskelfeserriss), Julian Fricker (Rippenbruch) und der beruflich verhinderte Sergey Littau müssen gegen den FCS passen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Florian Steinhauer (muskuläre Probleme). Die Tageskasse ist ab 16.30 Uhr geöffnet. Im Vorverkauf wurden 300 Karten abgesetzt. „Alle Vorbereitungen sind getroffen. Jetzt hoffen wir auf ein schönes Fußballfest“, sagt der FSV-Vorsitzende Martin Germann.

Am vergangenen Samstag erreichten die Jägersburger im Heimspiel gegen den Tabellendritten 1. FC Kaiserslautern II ein 2:2 (0:2). Vor 205 Zuschauern hatten die Gäste in der ersten Halbzeit mehr zu bieten und trafen durch Dylan Akpess Esmel (3.) sowie Christian Kühlwetter (29.) zur 2:0-Pausenführung. Im zweiten Durchgang wachten dann aber die Saarländer auf und kamen noch zu einem verdienten 2:2. Murat Adigüzel (47.) hatte das schnelle 1:2 erzielt, ehe er noch zwei weitere Großchancen ausließ (68., 71.). Der verdiente Ausgleich gelang Frederic Ehrmann mit einem satten Schuss (70.).

„In der ersten Halbzeit hatten wir vor der derzeit beständigsten Mannschaft der Liga zu großen Respekt. In der Pause haben wir zwei, drei Sachen korrigiert. Das 2:2 war letztlich wie ein Sieg für uns, da wir ja auch am Schluss in Unterzahl waren“, erklärte Lahm. Steven Labisch hatte Gelb-Rot gesehen (79.).