| 20:09 Uhr

Robert-Bosch-Schule
In die Berufswelt hineingeschnuppert

 Selin Özkaya berichtete von ihren Erfahrungen als Praktikantin in einer Änderungsschneiderei.
Selin Özkaya berichtete von ihren Erfahrungen als Praktikantin in einer Änderungsschneiderei. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Acht- und Neuntklässler der Homburger Robert-Bosch-Schule berichteten über ihre Betriebspraktika. Von Sebastian Dingler

Wie in jedem Jahr fanden im Februar die Betriebspraktika der achten und neunten Klassenstufen bei der Robert-Bosch-Schule in Homburg statt. Oder besser gesagt in den Betrieben, die die Praktikumsplätze anboten. Was dieses Jahr anders war: Es gab ein spezielles Berufswahlteam, bestehend aus Lehrern der Schule, das sich um das gesamte Programm kümmerte. Zuvor war das Betriebspraktikum von den einzelnen Klassenlehrern der Gemeinschaftsschule betreut worden.


„Die Idee des Berufswahlteams ist, dass wir da unsere Erfahrungen immer weiter wachsen lassen. Das ginge sonst verloren, wenn es immer andere Leute machen“, erklärte Tanja Szebeny den Sinn der neuen Einrichtung. Außer ihr gehören dem Team noch Eva Forster, Julia Bauer, Christoph Bauer und Silke Gaa an. Letztere ist zufällig auch noch Klassenlehrerin der 8a, sodass sie dieses Schuljahr in doppelter Funktion teilnahm. „Das ist eine schöne Erfahrung für uns, die Schüler mal in einem anderen Umfeld zu sehen. Sie überraschen uns dabei oft“, meinte sie. So habe sie in ihrer Klasse eher introvertierte Kinder. „Dann komme ich in den Betrieb und die reden und strahlen – da lerne ich eine ganz andere Seite von ihnen kennen. Ich hatte da ein Mädchen in einer Kita, die hat gestrahlt über beide Ohren. Da hat man gemerkt, das ist ihres. Da sind schöne Erfahrungen, die wir da machen.“ Zur Aufgabe des Berufswahlteams gehört auch die Beurteilung der Betriebe. Bei den Besuchen machten sich die Lehrerinnen Notizen, um sich darüber klarzuwerden, welche Betriebe für die Schüler gut geeignet sind. Das Aussuchen der Praktikumsplätze solle allerdings von den Schülern selbst durchgeführt werden, da helfe das Team nur in Notfällen. Die Kinder müssen ein Schülerbetriebspraktikumsheft führen, das benotet wird und eine Klassenarbeit ersetzt.

In diesem Jahr waren es mehr als 80 Achtklässler, die ein Betriebspraktikum absolvierten; etwa genauso viele Neuntklässler nahmen auch an dem Programm teil. Am Mittwochabend präsentierten nun 14 Schüler beispielhaft ihre Erfahrungen im Betriebspraktikum. In Anwesenheit von Eltern, Lehrern, Schülern und Praktikumsbetreuern stellten sie „ihren“ Betrieb kurz vor, schilderten ihre Aufgaben, die Voraussetzungen für den Beruf, die Länge der Ausbildung sowie die Gehälter während und nach der Lehrzeit.



Unter anderem berichteten Tamara Omer und Giulia Hermieu von ihren Erfahrungen in der Kita St. Fronleichnam. Sie hatten auf die Kleinen beim Essen und Spielen aufpassen sowie Hilfe beim Zähneputzen leisten müssen. Liv Bahlmann wiederum hatte sich bei den Notfallsanitätern im Annemarie-Renger-Haus umgeschaut. Neben dem Sortieren von Arbeitskleidung assistierte sie bei Erste-Hilfe-Kursen, indem sie die Rolle der Patientin einnahm. Als Resümee meinte sie, ihr habe der Beruf gut gefallen. Trotzdem wolle sie lieber Ärztin werden, „weil ich dann ein volles Wartezimmer habe und nicht auf meine Patienten warten muss“.

Bei einer Änderungsschneiderei half Selin Özkaya mit. Sie hatte auf ihr Plakat verschiedene Gegenstände des Schneiderhandwerks angebracht wie etwa Knöpfe oder textile Dekoration. Außerdem zeigte sie, was sie schon in der kurzen Zeit gelernt hatte: Nämlich ein Kissen in Herzform zu nähen oder eine Kosmetiktasche. „Es hat mir dort gut gefallen, ich könnte mir schon vorstellen, dass das mal mein Beruf wird“, meinte Selin.

Schulleiterin Barbara Neumann freute sich dann auch vor allem über die vielen positiven Rückmeldungen der Betriebe: „Unsere Schüler habe sich wahnsinnig gut benommen.“ Sie dankte den jeweiligen Leitungen dafür, dass sie die Praktika ermöglicht hatten: „Das ist ja auch anstrengend, die Praktikanten zu betreuen, und das ist eine große Verantwortung.“