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Medizinisches Buch
Nur mit dem Hut in die Sonne, sonst droht Gefahr

Dirk Hasselmann, Homburger Hautarzt, hat ein Buch über den „hellen Hautkrebs“ geschrieben, um über die Gefahren aufmerksam zu machen.
Dirk Hasselmann, Homburger Hautarzt, hat ein Buch über den „hellen Hautkrebs“ geschrieben, um über die Gefahren aufmerksam zu machen. FOTO: Christine Maack
Homburg. Der Homburger Hautarzt Dirk Hasselmann hat ein Buch über die weit verbreitete Krankheit „Heller Hautkrebs“ geschrieben, Von Christine Maack

Was sind die häufigsten Probleme in der Praxis von Hautärzten? Warzen? Akne? Allergien? Nein, es ist der „helle Hautkrebs“. „Die Hälfte meiner Arbeitszeit verbringe ich mit dem hellen Hautkrebs, ich diagnostiziere ihn, berate die Patienten, kläre über die Gefahren auf und sorge dafür, dass er entfernt wird“, erklärt Dr. Dirk Hasselmann, Dermatologe in Homburg. Nun hat er ein Buch darüber geschrieben, „zum einen, weil ich gerne schreibe, zum anderen, weil ich damit wirklich mal einer breiteren Öffentlichkeit sagen will, was es mit dem hellen Hautkrebs  auf sich hat. Denn viele Leute haben diese Krankheit und kommen sehr  spät, wenn die Hautschäden schon deutlich sichtbar sind.“


Zunächst einmal die gute Nachricht: man muss daran nicht sterben. Die schlechte: Diese Hautkrankheit ist weit verbreitet. „Es gibt etwa 200 000 Neuerkrankungen pro Jahr“, so Hasselmann.

Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen lässt sich der helle Hautkrebs  durchaus vermeiden, auf die Hasselmann in seinem Buch leicht verständlich eingeht. Auf gut 100 Seiten beschreibt er in leicht leserlicher Form, wie heller Hautkrebs entsteht, wie man sich schützen und was man in der Medizin dagegen tun kann. Einige Illustrationen sind ebenfalls beigefügt, die beim Betrachter durchaus Wiedererkennungswert haben.



Zum Beispeil beim Foto einer Glatze eines älteren Herrn, auf der sich rote Punkte ausgebreitet haben. So etwas sieht man in der Tat öfter. „Es ist das Anfangsstadium“, so Hasselmann, „aus den roten Punkten werden dann offene Wunden, die nicht abheilen. Spätestens dann sollte man dringend einen Arzt aussuchen.“

Das Anfangsstadium sei eine „schorfige, raue, tastbare Stelle auf der Haut“, meist dort, wo die Haut der Sonne ausgesetzt sei.

Da die Haut im Laufe des Lebens nichts verzeiht, was man ihr angetan hat, also auch Sonnenbrände „speichert“, sind häufig ältere Menschen von dieser Krankheit betroffen, deren Haut von der Sonne im Laufe der Jahre schon etwas geschädigt ist. „Bei einer Glatze sollte man niemals ohne Kopfbedeckung in die Sonne gehen“, so Hasselmann, „überhaupt sollte man die pralle Sonne in den Mittagsstunden meiden.“

Doch nicht nur die Sommersonne verursacht die Schäden, sondern auch das Sonnenstudio, weshalb der helle Hautkrebs auch im Winter Konjunktur hat. „Es gibt Menschen, die die Sonne für ihr Wohlbefinden brauchen und deshalb auch im Winter häufig Sonnenstudios aufsuchen“, erklärt Hasselmann. Das hänge auch damit zusammen, dass die Sonnenbestrahlung, auch wenn sie künstlich ist, Glückshormone freisetze und den „Wohlfühlfaktor“ erhöhe. Es gebe Patienten, die „regelrecht süchtig danach“ seien, ins Sonnenstudio zu gehen. Hier rät Hasselmann  zu einem vernünftigen Maß und zur Selbstkontrolle. Die Bestrahlung mit UV-Licht sei bei Überdosierung auf alle Fälle schädlich, „das wissen viele Sonnenhungrige gar nicht. Wenn man ihnen dann die Gefahr mit dem hellen Hautkrebs erklärt, sind sie geschockt.“

Auch deshalb hat er das kleine Buch herausgebracht: „Ich will den Menschen nicht die Freude am Urlaub oder am Sonennstudio nehemen, aber ich möchte darauf hinweisen, dass sie aufpassen müssen. Mit Hüten, Sonnenschutzmitteln und entsprechender Kleidung ist schon viel erreicht.“ Was gänzlich abzulehnen sei, sei die „Unsitte des Vorbräunens“ oder des noch schnellen „Turbo-Nachbräunens“, wenn man ohnehin schon braun gebrannt aus dem Urlaub zurückgekommen ist.

Das Buch „Heller Hautkrens und wie Sie ihn in den Schatten stellen“, 108 Seiten mit mehreren Abbildungen,  kostet 9,99 Euro und ist im Buchhandel und im Versand erhältlich. Die ISBN-Nummer lautet:  978-3-7407-4964-4