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Homburg will touristisch stärker punkten
Homburg bekommt neue Stadtführer

Die Homburger Schlossberghöhlen gehören zu den touristischen Pfunden, mit denen die Stadt wuchern kann. Derzeit diskutiert man ja bekanntlich über einen neuen Zugang (wir berichteten mehrfach). Homburg und seine Sehenswürdigkeiten sollen künftig mehr Touristen anlocken. Dafür werden gerade neue Stadtführer ausgebildet.
Die Homburger Schlossberghöhlen gehören zu den touristischen Pfunden, mit denen die Stadt wuchern kann. Derzeit diskutiert man ja bekanntlich über einen neuen Zugang (wir berichteten mehrfach). Homburg und seine Sehenswürdigkeiten sollen künftig mehr Touristen anlocken. Dafür werden gerade neue Stadtführer ausgebildet. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Seit etwa sieben Monaten leitet Susanne Niklas die Abteilung Kultur und Tourismus bei der Stadt Homburg. Der Tourismus steht bei ihr im Fokus. Ein Projekt ist die Ausbildung neuer Stadtführer, die im Moment läuft. Von Ulrike Stumm

Wer eine unbekannte Stadt besser kennenlernen möchte, der kauft sich entweder im Vorfeld eine Reihe entsprechender Reiseführer oder informiert sich irgendwo online. Manche spazieren auch einfach auf gut Glück durch die Straßen, wieder andere setzen auf klassi­sche Stadtführungen. Bei denen können sich dann oft Dinge auftun, die man sonst so wohl nicht bemerkt hätte – sogar dann, wenn man im eigenen Heimatort mitläuft, wo man eigentlich alles zu kennen glaubt.



Homburg setzt nun verstärkt auf Menschen, die viel über die Stadt wissen und anderen bekannte und verborgenen Winkel zeigen können. Seit Oktober werden 40 Frauen und Männer zu Stadtführern ausgebildet. Im Frühjahr, zum Keramikmarkt am 24. und 25 März, soll es dann die ersten offiziellen Führungen geben, kündigte Susanne Niklas gestern an. Ab dann sind monatliche Angebote zu bestimmten  Themen geplant. Seit dem vergangenen Juli ist Niklas die neue Leiterin der Abteilung Kultur und Tourismus bei der Stadt. Auf den Punkt Tourismus legt sie besonderen Wert. Das hatte sie gleich zu Beginn unter anderem bei einem Gespräch in unserer Redaktion angekündigt.

Homburg soll bekannter werden, es sollen sich mehr Leute für die Stadt interessieren, so lautet ihr erklärtes Ziel. Und ein Schritt dahin ist die Stadtführer-Ausbildung, die derzeit läuft. Niklas umreißt die Grundzüge: Alle zwei Wochen gebe es ein Schulungsmodul zu verschiedenen Themen von den Schlossberg­höhlen bis zum Waldpark Schloss Karlsberg. Am Ende gibt es eine Prüfung, die erfolgreichen Teilnehmer erhalten eine Urkunde, ein Zertifikat. Die Ausbildung ist für die Teilnehmer kostenlos. Anschließend arbeiten sie freiberuflich gegen einen einheitlich festgelegten Beitrag, den die Menschen zahlen, denen sie die Stadt zeigen.

Die Stadt übernehme das Marketing, plant zum Beispiel einen Prospekt, erläutert Niklas. Diejenigen, die jetzt sozusagen für Homburg relevante Dinge büffeln, ergeben eine bunt gemischte Gruppe. Menschen mit Mitte 20 machen ebenso mit wie 70-Jährige, auch der Hintergrund sei ganz unterschiedlich. Es habe, so Niklas, einfach einen Bedarf gegeben an einem Pool aus Stadtführern, die zur Verfügung stehen. Den will sie auf diese Art und Weise schaffen. Zuvor seien zwar auch Führungen angeboten worden, doch sie wollte hier noch eine Schippe drauflegen. „Es waren einfach wenige“, umschreibt sie die Situation bislang.

Neben den allgemeinen Homburg-Erkundungen sollen speziell auf Gruppen zugeschnittene Führungen angeboten werden. Diese „werden die Stadtführer selbst entwickeln“. Auf der Agenda stehen zum Beispiel Kräuterführungen oder auch Wanderungen rund um Homburg.

Aus dem neuen Stadtführer-Pool will sie dann erst einmal schöpfen, weitere solcher Ausbildungsangebote sind nicht geplant – nur wenn wieder Bedarf bestehen sollte. Denkbar sind allerdings Vertiefungs- und Aufbauseminare zu bestimmten Themen. Um die 2500 bis 3000 Euro investiert die Stadt in die Ausbildung ihrer neuen Stadtführer.

Weitere Schritte Richtung touristischer Aufwertung Homburgs beziehungsweise zur besseren Vermarktung sind angedacht oder schon in der Mache. Gerade werde eine Gastgeber-Broschüre erstellt, so Niklas. Darin sind alle Arten von Unterkünften, also auch beispielsweise Ferienwohnungen, sowie  Restaurants, Cafés erfasst. Diese soll bis März rauskommen. „Das ist schon sportlich“, aber sie hoffe, dass „wir es schaffen.“ 4000 bis 5000 Euro soll die Zusammenstellung kosten. Dies will die Stadt allerdings refinanzieren, denn wer hier gelistet werden möchte, der zahle einen kleinen Obolus.

Die Broschüre und auch der Prospekt sollen zudem in einem größeren Radius verbreitet werden, etwa durch die Saarpfalz-Touristik oder die Tourismus Zentrale Saarland. Zusätzlich will Niklas mit ihrem Team Produkte entwickeln, die dort wiederum in Broschüren einfließen, zum Beispiel für spezielle Tagesprogramme in Homburg oder Ausflüge. Doch das werde alles noch ein paar Jahre dauern.

Denn es ist schon ein ziemlicher Brocken, der da zu stemmen ist, immerhin laufe dies alles zusätzlich zum Kulturgeschäft, betont Susanne Niklas. Aber auch hier ist ein Zusammenwirken denkbar. Man sei dabei zu überlegen, wie man kulturelle Veranstaltungen mit anderen Angeboten in Homburg verknüpfen könnte.