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Historischer Verein Homburg und Umgebung
100 Jahre und viele Pläne für die Zukunft

Kurt Lang und Theo Langner besuchten zum 100. Geburtstags des historischen Vereins Homburg und Umgebung unsere Redaktion und stellten hier auch Ideen für die Zukunft vor.
Kurt Lang und Theo Langner besuchten zum 100. Geburtstags des historischen Vereins Homburg und Umgebung unsere Redaktion und stellten hier auch Ideen für die Zukunft vor. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Der historische Verein Homburg und Umgebung blickt zu seinem 100. Geburtstag zurück, will sich aber auch fit machen für die nächsten Jahre. Von Ulrike Stumm

100 Jahre sind für Historiker eigentlich keine besonders lange Zeitspanne. Wenn sie ihrer Leidenschaft nachgehen, das Vergangene zu beleuchten, dann schauen sie gerne einmal noch deutlich weiter zurück. Wenn es allerdings um den eigenen Verein geht, dann sind 100 Jahre schon eine sehr beachtliche Zahl. Diesen runden Geburtstag kann in diesem Jahr der historische Verein für Homburg und Umgebung feiern.


Aus der Taufe gehoben wurde er als Verein  „für den Amtsbezirk Homburg“ nämlich am 17. März 1918.  Vereinsschöpfer war Karl Bitterauf, Rektor des Progymnasiums, das heutige Saarpfalz-Gymnasium. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde nach und nach ein Heimatmuseum eingerichtet, vor den Kriegswirren wurden die Exponate ausgelagert. Nachdem der Verein 1945 aufgelöst worden war, konnte er schließlich im Juli 1957 wiedergegründet werden. Diese und noch viele weitere Eckdaten werden in einem Aufsatz stehen, der anlässlich des runden Geburtstages in der Dezember-Ausgabe der „Saarpfalz“ abgedruckt wird. Doch auch wenn die Feier zum Jubiläum am 30. November samt Festvortrag im Siebenpfeifferhaus (Details siehe am Ende des Artikels) und das besondere Jubiläumsjahr eine wichtige Rolle spielen: Kurt Lang und Theo Langner haben für den Verein einige Zukunftsvisionen. Und auch um diese geht es beim Besuch der beiden ambitionierten Hobby-Historiker in der Redaktion unserer Zeitung.

Grundsätzlich möchten sie anderen helfen, die ebenfalls Lust haben, in der Vergangenheit zu forschen. Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, lokalhistorisch interessierte Bürger bei ihren Recherchen zu unterstützen, berichten sie. Und dazu haben sie sich mit weiteren Partnern vernetzt, arbeiten unter anderem mit dem Saarpfalz-Kreis und der Stadt Homburg, hier insbesondere mit dem Stadtarchiv, zusammen.



Im Archiv in der Homburger Kaiserstraße gibt es nun auch einen eigenen, abgeschlossenen Raum für die vereinseigene Bibliothek. Genutzt werden können die Vereins-Bestände, darunter alte Zeitungen, Literatur, Protokolle, andere Dokumente, aber auch Fotos  nicht nur von Mitgliedern, sondern auch von Archivbesucher nach Absprache. Die Idee dahinter sei: „Wir sammeln und stellen dies anderen zur Verfügung“, erläutern die beiden.

35 Mitglieder zählt der Verein zurzeit, es gibt viele Forschungsgebiete von der Technik- bis zur Kirchengeschichte und stets den  lokalen Blick. Der Altersdurchschnitt derjenigen, die zum Verein, gehören, sei hoch, gestehen sie. Und so wünschen sie sich, dass sie auch jüngere Menschen wieder erreichen können. Normale Vereinsarbeit sei in diesen Altersgruppen allerdings schwierig, daher könne man sich vorstellen, hier eher auf Projektarbeit zu setzen. Es gebe ja zum Beispiel Schulen, die Seminararbeiten zu historischen Themen machen, auch da würde man gerne unterstützen. Weiter stellt man etwa Informationen für die Homburger Stadtführer zur Verfügung. Gerne helfe man zudem interessierten Privatleuten. Zum neuen Gesicht des Vereins soll auch eine Internetseite gehören. Die würden sie gerne anbieten, allerdings nur dann, „wenn wir jemand finden, der das für uns macht“. Und sie würden gerne alle diejenigen an einen Tisch bringen, die sich für Geschichte interessieren, um so miteinander zu kooperieren und um Termine zu bündeln und auf einer Plattform gesammelt zu präsentieren.

Selbst wenn das alles noch vorsichtige Ideen sind, zeigt dies deutlich: Es gibt viel  zu tun, für das Geburtstagskind. Was schon konkret umgesetzt wurde, sind weitere Vorträge, parallel zu denen, die man bislang bereits mit der Volkshochschule anbietet (siehe auch Infobox). Das soll die Lust auf regionale historische Themen noch verstärken. Überhaupt könne sich jeder, der hier Ideen habe, gerne melden. Der Verein unterstütze gerne. Kontakt: Kurt Lang, Tel. (06841) 6 75 97, E-Mail kurt.lang@yahoo.de

Der historische Verein Homburg  feiert seinen 100. Geburtstag mit einem Festvortrag am Freitag, 30. November, um 19 Uhr im Homburger Siebenpfeifferhaus in der Kirchenstraße. Professor Hans Ammerich, ehemaliger Direktor des Bistumsarchivs Speyer spricht an dem Abend über „Homburg und Zweibrücken im 18. Jahrhundert. Die Herzöge Christian IV. und Karl II. August“. Darüber hinaus  blickt der Vorsitzende Ulrich Rau auf die Geschichte des Vereins zurück. Zudem erscheint anlässlich des Jubiläums  in der Dezemberausgabe der „Saarpfalz“. ein Aufsatz zur Vereinsgeschichte .

Wer in Homburg umhergeht, findet viele Zeugnisse der Vergangenheit, etwa die Ruine der Orangerie im Waldpark des Schlosses  Karlsberg. Andere Spuren finden sich etwa auch in Fotos und Dokumenten.
Wer in Homburg umhergeht, findet viele Zeugnisse der Vergangenheit, etwa die Ruine der Orangerie im Waldpark des Schlosses  Karlsberg. Andere Spuren finden sich etwa auch in Fotos und Dokumenten. FOTO: Eike Dubois Saarpfalz-Kreis / Eike Dubois saarpfalz-Kreis