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Handball
TV Homburg verpasst das Pokalfinale

 Illtals Christoph Holz zieht hier gegen die Abwehr des TV Homburg voll durch. Der TVH war da bereits aus dem Pokal ausgeschieden.
Illtals Christoph Holz zieht hier gegen die Abwehr des TV Homburg voll durch. Der TVH war da bereits aus dem Pokal ausgeschieden. FOTO: Klos Horst / Foto: Horst Klos
Diefflen/Homburg. Auf zwei Turnieren spielten am Wochenende acht Handball-Mannschaften um den Einzug ins Saarlandpokal-Finale.  Von Lucas Jost

Ganz nach Plan verliefen die beiden Halbfinal-Turniere, bei denen am vergangenen Wochenende die vier Teilnehmer am Final Four-Turnier des Handball-Saarlandpokals gesucht wurden. Bis auf eine Ausnahme. Drei Favoriten haben sich erwartungsgemäß mühelos für das Finalturnier, welches regelmäßig an Ostermontag in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken stattfindet, qualifiziert. Die Halbfinal-Turniere hielten aber eine große Überraschung bereit, welche sich am Samstag in der Sport- und Spielhalle Homburg abspielte. Dort traten vor 200 Zuschauern der amtierende Titelträger HF Illtal, sein Oberliga-Rivale TV Homburg, die HG Saarlouis 2 aus der Saarlandliga und die SGH St. Ingbert 2, theoretisch aus der Bezirksliga West, praktisch mit dem Saarlandliga-Kader angereist, gegeneinander an.


Für den Ausrichter begann der Arbeitstag denkbar schlecht. In der ersten der sechs Begegnungen, die aufgrund der Turnierform nur über eine Spielzeit von zwei Mal zwanzig Minuten liefen, unterlag er durch einen Treffer von St. Ingberts Kreisläufer Juraj Urban 14 Sekunden vor Spielende der SGH mit 17:18. Schon vor dem zweiten Spiel gegen die HG Saarlouis 2 war der Oberligist enormem Druck aufgesetzt, wollte er ein vorzeitiges Ausscheiden verhindern. Standhalten konnte er ihm nicht. Auch im zweiten Aufeinandertreffen des Tages, in dem die Gastgeber der HGS 2 gegenüberstanden, fanden sie erst viel zu spät zu ihrem Rhythmus und verloren zurecht mit 18:22. Damit stand früh fest: Der TV Homburg war ausgeschieden und die Tür zum Einzug ins Final Four für einen der beiden Saarlandligisten geöffnet. „Wir haben die Woche hart trainiert, das hat man im ersten Spiel schon gemerkt“, resümierte Jörg Ecker, Trainer beim Oberliga-15. Er beruhigte aber: „Für uns waren das 120 Minuten Spielzeit, drei Spiele, quasi die vierte Trainingseinheit. Das Ausscheiden ist für uns nicht dramatisch. Für uns liegt der Fokus auf dem Klassenerhalt in der Oberliga.“

Die Handballfreunde Illtal hatten unterdessen bei ihren zwei deutlichen Siegen, einem 26:15 gegen HG Saarlouis 2 und einem 24:8 gegen SGH St. Ingbert 2, nichts anbrennen lassen und waren bereits für die Finalspiele qualifiziert. Blieb nur noch die Frage offen: Wer sollte den Zebras ins Finale folgen? Die Entscheidung fiel im Duell der Saarlandligisten. Auf dem Papier war die SGH als Vierter der Saarlandliga und 33:25-Sieger im Aufeinandertreffen in der Liga stärker einzuschätzen. Auf dem Feld war von einem Leistungsunterschied aber nichts zu sehen. Keine Mannschaft konnte sich über die gesamte Spielzeit mit mehr als zwei Toren absetzen. Die Entscheidung fiel erst im letzten Angriff, in dem HG-Rückraumspieler Lars Scholly in Ballbesitz kam und drei Sekunden vor Schluss die Kugel zum 19:18 im Tor versenkte. Es war der Schlusspunkt einer umkämpften Partie und der Todesstoß für St. Ingbert. Die U23 der HGS feierte den ersten Finaleinzug seit fünf Jahren hingegen wie den Turniersieg.



An Überraschungen sollte es das gewesen sein. Das zweite Turnier, das Tags darauf in der Sporthalle Diefflen vor über 250 Zuschauern stattfand, verlief ohne spektakuläre Höhepunkte. Einzig der Ausrichter, Verbandsligist HC Dillingen/Diefflen 2, kam im dritten Spiel des Tages einer Sensation kurz nahe, als er acht Minuten vor Spielende gegen die HSG Völklingen mit 11:12 den Anschluss hielt. Der Oberligist, der ohne Rückraumspieler Adrian Cristescu und Kreisläufer Nicholas Balthasar angetreten war, gewann das Spiel letzten Endes aber deutlich mit 17:12. Überzeugend war die Vorstellung nicht, was auch Trainer Berthold Kreuser missfiel. „Du kannst froh sein, dass du das Spiel im Endeffekt so hoch gewonnen hast. 40 Minuten Spielzeit, zehn Minuten Pause, wieder 40 Minuten Spielzeit, da ist es schwierig, alles umzusetzen“, meinte er und wies auf die hohe Belastung hin, die durch das direkt zuvor stattgefundene Spiel gegen die HF Illtal 2 (22:12-Sieg) zustande kam. „Wir müssen das Zusammenspiel noch intensivieren und schauen, dass der Ball schneller gespielt wird. Da haben wir noch nicht getan, was wir können.“ Die gesicherte Qualifikation für das Finalturnier bewertete er dennoch positiv. „Spiele gewonnen, Ziel erreicht. Zur Vorbereitung auf das Liga-Spiel gegen die HSG Eckbachtal war das Turnier der Idealfall.“

Da die Handballfreunde Illtal 2 im gesamten Turnierverlauf zu viele Eigenfehler produzierten und sich unter Wert verkauften (12:22 gegen HSG Völklingen, 13:25 gegen den HSV Merzig/Hilbringen, 26:29 gegen den HC Dillingen/Diefflen 2), hatten die Favoriten insgesamt ein leichtes Spiel. Neben der HSG Völklingen qualifizierte sich Saarlandliga-Tabellenführer HSV Merzig/Hilbringen für die Endspiele am Rosenmontag. Der HSV besiegte neben Illtal den HCDD 23:10 und musste sich nur im letzten Spiel des Tages der HSG mit 10:11 geschlagen geben. Damit steht mit den HF Illtal nur eine Mannschaft im Final Four-Turnier, die schon im vergangenen Jahr um den Titel kämpfte. Für die HG Saarlouis 2, den HSV Merzig/Hilbringen und die HSG Völklingen bietet sich die Chance, den Favoriten vom Thron zu verdrängen.