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| 20:41 Uhr

Händels Messias
Händels Hürden mit Bravour genommen

Die Homburger Kantorei, das Homburger Vokalensemble, Musiker der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern und die Solisten Anne Kathrin Fetik (Sopran), Angela Lösch (Alt), Manuel Horras (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass) ließen am Sonntag unter der Leitung von Stefan Ulrich Händels Meisterwerk „Messias“ in der Protestantischen Stadtkirche erklingen. 
Die Homburger Kantorei, das Homburger Vokalensemble, Musiker der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern und die Solisten Anne Kathrin Fetik (Sopran), Angela Lösch (Alt), Manuel Horras (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass) ließen am Sonntag unter der Leitung von Stefan Ulrich Händels Meisterwerk „Messias“ in der Protestantischen Stadtkirche erklingen.  FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Jede Menge Mitwirkende, ein so gut wie volles Haus und fantastische Musik: Händels Messias wurde ein Erlebnis für die Zuhörer.

Blasphemie oder großartige Komposition? Als Georg Friedrich Händels Oratorium „Messiah“ im Jahr 1742 in Dublin seine Uraufführung feierte, war man da, gespalten zwischen klerikaler und weltlicher Gesellschaft, durchaus zerrissen. Texte aus den Evangelien als Abendunterhaltung? Damit hatte der Klerus echte Schwierigkeiten, gleichwohl das Werk in Dublin begeistert vom Publikum aufgenommen worden war. Heute, Jahrhunderte später, ist sich die Welt einig: Händels Komposition, fertiggestellt in gerade man 24 Tagen auf Basis einer Textzusammenstellung von Charles Jennens, ist ein großes, ein wirklich großes Werk. Und eines, das ein nicht minder großes Thema zu eigen hat, die Vertonung der christlichen Glaubenslehre.

Am vergangenen Sonntag nun und nach einer rund einjährigen Vorbereitungs- und Probenzeit erklang dieses Meisterwerk der barocken Musikliteratur in der protestantischen Stadtkirche Homburg – als nicht minder meisterliches Zusammenspiel der Homburger Kantorei, des Homburger Vokalensembles, Musikern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern und der Solisten Anne Kathrin Fetik (Sopran), Angela Lösch (Alt), Manuel Horras (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass). Die Gesamtleitung hatte Bezirkskantor Stefan Ulrich. Der machte vor Beginn klar, dass es schon ein großes Werk mit einer großen Botschaft sei, dem man sich an diesem Abend widmen werde. „Es ist sehr anspruchsvoll. Aber wir haben einen tollen Chor, ein hervorragendes Orchester, sehr gute Solisten. Es kann eigentlich gut werden“, scherzte Ulrich. Eine der Herausforderungen in Händels Meisterwerk sei dabei die Vielteiligkeit der Komposition, „wir haben alleine 17 Chöre zu singen.

Insgesamt sind es über 40 Einzelwerke. Das über einen Spannungsbogen zusammen zu kriegen, das ist schwer – auch die Spannung zu halten“, so Ulrich angesichts einer Konzertlänge von rund zweieinhalb Stunden, ohne Pause. „Und dann handelt es sich kräftemäßig und spieltechnisch um eine hoch barocke Musik, das braucht gute und erfahrene Musiker, gerade bei zwei Teilen benötigt es Spitzen-Trompeter.“

Diesem hohen Anspruch des Werkes auch an den Chor habe man mit dem Einsatz von zwei Formationen, eben der Homburger Kantorei und dem Homburger Vokalensemble, Rechnung getragen, „um die Lasten ein wenig zu verteilen“. Zu den Hürden in der Zeit der Vorbereitung habe natürlich eben der hohe Anspruch an den Gesang gezählt, mit der Homburger Kantorei habe man sich ein Jahr auf das Konzert vom Sonntag vorbereitet, einschließlich einer intensiven Proben-Freizeit.

Doch lohnt sich der Aufwand für ein einziges Konzert in diesem Format? Stefan Ulrich: „Das kommt natürlich auf den Blickwinkel an. Für uns hat es sich natürlich gelohnt, sich mit dieser Musik zu beschäftigen, die Hürden zu nehmen, die technischen und die sängerischen.“ Am Ende könne aber nur ein Außenstehender, sprich Zuhörer, beurteilen, ob es sich für ihn selbst lohne, die Musik zu erleben und zu genießen.

Was das Großaufgebot an Sängerinnen, Sängern und Instrumentalisten schon vorab auf der Haben-Seite verbuchen und als Wertschätzung für die Arbeit an und mit Händels „Messias“ verbuchen konnte, das war der Zuspruch für diesen außerordentlichen Musik-Genuss, nur ganz, ganz wenige Plätze im Kirchenschiff der Protestantischen Stadtkirche blieben am Sonntag leer. Diese Vorschuss-Lorbeeren vergalt das Ensemble aus Chor, Orchester und Solisten mit einem wunderbaren Abend, der in der schon von Ulrich beschriebenen Vielteiligkeit von Händels Werk genau den Spannungsbogen fand und beschritt, den der Bezirkskantor als entscheidend beschrieben hatte. Wer nun mit Händels Messias nicht in dem Maße vertraut war, der erkannte schnell die Rhythmik, mit sich der Komponist des Lebens Christi angenommen hatte. Im Wandel von e-Moll zu D-Dur, von Tod zur Wiederkehr, entspann sich im Kirchenschiff das dreiteilige Oratorium, von der Verheißung und der Geburt des Heilands über Passion und Auferstehung bis hin zur Erlösung – getragen von wunderbaren Stimmen.