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Gute Musik für den guten Zweck

Das Musikkorps der Bundeswehr gab im Saalbau ein beeindruckendes Konzert vor vollem Haus und zugunsten der Lions-Hornhautbank. Foto: Sebastian Dingler
Das Musikkorps der Bundeswehr gab im Saalbau ein beeindruckendes Konzert vor vollem Haus und zugunsten der Lions-Hornhautbank. Foto: Sebastian Dingler FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Zugunsten der Lions-Hornhautbank spielte das Musikkorps der Bundeswehr im Saalbau auf. Das Publikum war beeindruckt. Sebastian Dingler

Ein hervorragendes Orchester, ein abwechslungsreiches Programm und ein voll besetzter Saalbau: Das Benefizkonzert des Musikkorps der Bundeswehr am Dienstagabend ließ sich nur als voller Erfolg bezeichnen. Profitieren durfte davon die Lions-Hornhautbank an der Klinik für Augenheilkunde. Eine Hornhautbank bewahrt die Hornhäute verstorbener Organspender auf. Sie ermöglicht es vielen Patienten, ihre volle Sehkraft zurückzugewinnen durch die Transplantation der Hornhaut.


Derzeit stünden mehr als 360 Patienten auf der Warteliste der Lions-Hornhautbank, teilte der Direktor der Augenklinik, Professor Berthold Seitz, mit. Der Lions-Club sammelt als Namensgeber Spenden für die Institution ein, die den Bereich Saar-Lor-Lux sowie Trier und die Westpfalz abdeckt. Aufgrund erhöhter Transplantationszahlen seien die aktuellen Räume und Arbeitsplätze nicht mehr ausreichend, so Seitz. Eine zweite Sterilbank, ein Spezial-Kühlschrank sowie ein weiterer Brutschrank würden benötigt. Im letzten Jahr, als die US-Airforces-Band an gleicher Stelle ein tolles Konzert gab, konnten etwa 5000 Euro eingenommen werden. In diesem Jahr seien zum ersten Mal auch Firmen für ein Sponsoring angeschrieben worden: "Da haben sich doch sehr viele willig gezeigt", freute sich Seitz über den zusätzlichen Geldregen von 15 000 Euro.

Auf das Orchester sei er über Lions-Club-Mitglied Udo Genetsch gestoßen. Dieser habe im vergangenen Jahr versprochen: "Nächstes Jahr besorge ich Ihnen, wenn Sie wollen, das Bundeswehr-Musikkorps." Dazu Seitz: "Ich weiß auch nicht, wie der das macht!". Auch der anwesende Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind lobte die guten Verbindungen, über die Genetsch verfügt. "Es ist toll, dass so ein Orchester in Homburg spielt", befand er. Der so Gelobte meinte bescheiden, das sei alles ganz einfach gewesen: "Das Musikkorps der Bundeswehr hat irgendwann mit dem Lions-Club eine Vereinbarung getroffen, dass das Orchester bei Benefizkonzerten unentgeltlich zur Verfügung steht bis auf die persönlichen Kosten wie Verpflegung und Anreise." Ähnliche Konzerte hat Genetsch, der vor vier Jahren den jährlich wechselnden Bundesvorsitz des Lions-Clubs innehatte, schon in der Saarbrücker Congresshalle organisiert.



Berthold Seitz begrüßte die 600 Zuhörer im Saalbau und leistete sich dabei einen schönen Versprecher, indem er, ganz Wissenschaftler, sagte: "Jetzt gebe ich das Mikroskop weiter an...", gemeint war natürlich das Mikrofon. Thomas Lamberty, Abteilungsleiter im saarländischen Gesundheitsministerium, überbrachte Seitz, seinem Team und dem Lions-Club den Dank der Landesregierung. Man solle neben der wichtigen Hornhaut aber nicht die anderen Organe aus den Augen verlieren, bei denen auch bei Weitem der Bedarf nicht gedeckt werden könne. Er appellierte an die Anwesenden, einen Organspender-Ausweis auszufüllen.

Danach war das Orchester an der Reihe: Mit der Kreuzritter-Fanfare startete das 30-köpfige Ensemble unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Scheibling militärisch, ehe es bewies, dass es auch eine Brahms-Komposition wie die Akademische Festouvertüre mühelos beherrscht.

Gar nicht zu langatmig, wie er befürchtete, sondern sehr sinnvoll gestaltete sich Scheiblings Erklärung zur Sinfonischen Dichtung "Hamburg - Das Tor zur Welt". Die Auftragskomposition von Guido Rennert stellte die Geschichte Hamburgs klangmalerisch dar und verwendete dazu einige Zitate von Seemannsliedern bis zu den Beatles. Das gab schon langen Applaus zur Pause.

Mit "The Lochnagar Suite" eröffnete der zweite Teil mit eine Reise nach Schottland, ehe es mit dem Deutschen Kaisermarsch zurück in heimische Gefilde ging. Den Abschluss des Konzerts bildete wieder eine Guido Rennert-Komposition: "The Sound of Ireland" vereinte Melodien und Rhythmen von der grünen Insel. Die Reaktionen des Publikums waren überschwänglich. Susanne Schmidt aus Riegelsberg meinte, es sei schon etwas Besonderes, dass man so etwas in unserer Region zu hören bekäme und lobte die "außergewöhnlichen Arrangements". Ex-Landrat Clemens Lindemann fand keine Worte außer "toll", "ziemlich perfekt" und "beeindruckend".