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„Unter Tannen“ im Fernsehen
Geschichte aus Komödie und Spannung

Inmitten seines Teams hatte Regisseur und Drehbuchautor Thomas Scherer (Mitte, stehend) im September bei den letzten Dreharbeiten zu den ersten drei Folgen seiner Fernsehserie „Unter Tannen“ alles im Blick, nun geht das Projekt auf Sendung.
Inmitten seines Teams hatte Regisseur und Drehbuchautor Thomas Scherer (Mitte, stehend) im September bei den letzten Dreharbeiten zu den ersten drei Folgen seiner Fernsehserie „Unter Tannen“ alles im Blick, nun geht das Projekt auf Sendung. FOTO: Thorsten Wolf
Saarpfalz-Kreis. Der mehrteilige Mundart-Film „Unter Tannen“ wurde in Bexbach und Homburg gedreht und wird jetzt gesendet. Von Thorsten Wolf

Im September fiel die letzte Klappe für die ersten drei Folgen der saarländischen Fernsehserie „Unter Tannen“. Da lagen hinter Regisseur und Autor Thomas Scherer und seinem Team dreieinhalb Wochen Dreharbeiten, auch in Homburg und Bexbach. Am 27., 28., und 29. Dezember kann man nun im Saarländischen Rundfunk sehen, was man an Abenteuerlichem erlebt, wenn man als saarländischer Waldarbeiter unter Tannen eine Menge Geld findet und damit zur Zielscheibe zwielichtiger Typen wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte Thomas Scherer, was zwischen dem letzten Drehtag und der nun anstehenden Ausstrahlung so alles geschehen ist – und wie man sich fühlt, wenn man ein solches Herzensprojekt abgeschlossen hat.



„Beim letzten Klappenschlag schwang eine Menge Wehmut mit. Auf der einen Seite war es natürlich ein schönes Gefühl, dass man es geschafft hatte, alles zu drehen, was auf dem Plan gestanden hatte. Auf der anderen Seite war es auch sehr niederschmetternd, da dieser Moment einfach das Ende einer Zeit einläutete, in der man intensiv mit den immer selben Leuten jeden Tag von morgens bis spät abends, manchmal auch von morgens bis morgens, zusammengearbeitet hatte. Wir sind innerhalb dieser dreieinhalb Wochen sehr eng zusammengewachsen. Daher blickt man mit einem lachenden und weinenden Auge zurück auf den Dreh.“

Doch es sei nicht Wehmut allein gewesen, die die Tage nach Drehende geprägt hätten, denn es stand ja noch viel Arbeit an. So sei es nach der letzten Klappe direkt weitergegangen mit der Sichtung des gedrehten Materials, es folgte der Feinschnitt, das Sounddesign und die Filmmusik, „und schlussendlich wanderten die ersten drei Folgen am 15. Dezember zum Sender“. Wenn man so lange an einem Projekt arbeitet, dann ist natürlich die Antwort auf die Frage interessant, ob sich am Ende alles so entwickelt hat, wie es am Anfang geplant war. Thomas Scherer machte da eine durchweg positive Gegenrechnung.

„Rückblickend betrachtet bin ich sehr zufrieden, tatsächlich. Nachdem wir in den aktiven Dialog mit der Redaktion des Senders getreten waren, fanden intensive Arbeiten an den einzelnen Büchern statt. Zu meiner großen Freude, und das war mir persönlich einer der wichtigsten Punkte, musste dabei keine der Figuren, die bereits in der produzierten Pilotfolge in Erscheinung getreten waren, die Geschichte verlassen — sie konnten alle bestehen bleiben, und damit natürlich auch ihre Darstellerinnen und Darsteller.“ Auch die Handlung sei in in ihrer Grundform bestehen geblieben. Geändert hätten sich dagegen einige Drehorte. Scherer: „Das hatte jedoch hauptsächlich logistische Gründe, keine inhaltlichen. Wir hatten ja einen engen Zeitplan einzuhalten und mussten ein ganz bestimmtes Pensum schaffen. Bei den Dreharbeiten zur Pilotfolge 2016 inszenierten wir zum Beispiel eine Szene in Saarlouis. Diese Location wurde jetzt nach Reiskirchen verlegt, da allein die Hin- und Rückfahrt nach Saarlouis einen zu hohen Zeitverlust dargestellt hätten, den wir uns nicht erlauben konnten.“

Dass ein solches Projekt im Mikrokosmos der Drehtage dabei auch immer wieder Überraschungen böte, auch das schilderte Scherer. „Das Spannende bei einem Dreh ist, dass jeder Tag vollkommen unterschiedlich ausschaut. Natürlich steht von vornherein ein Drehplan fest, dem wir im Verlauf des Tages folgen. Dennoch weiß man nie, was auf einen zukommen kann.“ Eine große Kunst beim Film sei es deswegen, schnell zu reagieren und rasante Lösungen für Widrigkeiten zu finden. „Wenn etwas nicht nach Plan verläuft, kann man es sich beim Dreh nicht erlauben zu verzweifeln oder ein Scheitern kommen zu sehen.“ Vielmehr müsse man einfach eine Lösung finden, „und die findet sich immer!“ Und wenn man sich eben selbst doch mal nicht helfen kann, dann müssen eben andere ran. „Ich erinnere mich auch sehr gerne daran zurück, als wir plötzlich im Wald am Höcher Berg im Dunkeln saßen... und die Feuerwehr Höchen unter Dominik Nashan uns zu Hilfe gekommen ist. Das war auch eine großartige Aktion, für die wir bis heute noch sehr dankbar sind!“

Beim jüngsten Filmabend des einheimischen Kameramannes Wolfgang Freier in der Niedergailbacher Gemeinschaftshalle wurde der Film „Unter Tannen“ gezeigt. Die Erstaufführung des Pilotfilmes der neuen Filmserie in saarländischem Dialekt begeisterte die Besucher. Fazit: „Test bestanden“.