| 21:07 Uhr

Weihnachtsmarkt in Bruchhof
Gemeinschaftspflege unterm Tannenbaum

Manche Kinder trauten sich, ein Gedicht aufzusagen oder ein Weihnachtslied zu singen, um den Nikolaus freundlich zu stimmen.
Manche Kinder trauten sich, ein Gedicht aufzusagen oder ein Weihnachtslied zu singen, um den Nikolaus freundlich zu stimmen. FOTO: Sebastian Dingler
Bruchhof-Sanddorf. Der Bruchhofer Dorfplatz präsentierte sich am ersten Advents-Wochenende ganz vorweihnachtlich.

Leckere Essendüfte schwebten über den Dorfplatz, der Nikolaus beschenkte die Kleinen, die Beleuchtung stimmte auf Weihnachten ein und für Speis und Trank war bestens gesorgt – der Bruchhof-Sanddorfer Weihnachtsmarkt ließ kaum etwas von dem vermissen, was man auf größeren Märkten vorfindet. Nur kalt war es bei leichten Minusgraden – für den Besucher Frank Schmidt allerdings „noch nicht kalt genug, denn wenn’s kälter wär’, würd’ der Glühwein noch besser schmecken“. Veranstaltet wurde der Weihnachtsmarkt wie immer von der Initiative „Vereine und Verbände Bruchhof-Sanddorf“. Diese Dachorganisation wird von Ortsvertrauensmann Manfred Rippel geleitet, der sich darüber freute, „dass das Wetter gut ist“. Mit etwa 3000 Einwohnern sei man einer der größten Stadtteile Homburgs, da sei man schon zu etwas verpflichtet. Rippel konnte auch den Jugendchor von Swing ’n’ Sing, die Rusty Teenspoons unter der Leitung von Christina Weyers, begrüßen: „Die sind schon ein fester Bestandteil bei uns und haben wie immer tolle Weihnachtslieder gesungen.“


Von der Stadtspitze waren Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und die Beigeordnete Christine Becker anwesend. Der OB wies auf die wichtige Funktion der Weihnachtsmärkte in den Stadtteilen hin, die seiner Meinung nach die Gemeinschaft pflegten. „Von daher ist es wichtig, dass wir neben den großen Attraktionen in der Innenstadt das auch in den Stadtteilen am Leben erhalten. Deswegen helfen und unterstützen wir das gerne, wenn’s irgendwie geht.“ Begonnen hatte der Weihnachtsmarkt am Samstagnachmittag mit dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst, der von der evangelischen Pfarrerin Petra Scheidhauer und dem katholischen Pastoralreferent Norbert Geis gehalten wurde. „Ich gehe immer da hin, weil ich mit der Schule da singe“, sagte dazu die siebenjährige Hanna von Büren. Der Schulchor der Grundschule Bruchhof bot nämlich Weihnachtslieder wie „Kling’ Glöckchen“ oder „Freue dich Erd- und Sternenzelt“ dar. Die Zweitklässlerin freute sich dann auch über die ersten Schoko-Nikoläuse für dieses Jahr, die vom „echten“ Nikolaus Werner Kohns ausgegeben wurden.

Nur einen Tag lang dauerte der Weihnachtsmarkt, schon am Abend wurde wieder abgebaut. „Das liegt daran, dass die Vereine das alles stemmen müssen, das ist ganz schön stressig“, sagte Manfred Rippel dazu. Fast alle Stände waren bestimmten Vereinen oder politischen Parteien zugeordnet – so sorgte die CDU für den Glühwein, briet die Jugendfeuerwehr die Rostwürste und kochte der Tennisverein die Gulaschsuppe. Dazwischen hatte sich noch die Schmuckverkäuferin Steffi Waitschies geschmuggelt: „Ich bin natürlich kein Verein, aber ich bin im Ort ansässig und habe gefragt, ob ich hier ausstellen darf.“

Eine andere und sehr seltene Kunst bot Svenja Stephan an am gemeinsamen Stand von Pfälzerwald- und Kolpingverein: Sie faltet die Seiten dicker Bücher so, dass Figuren und Reliefs entstehen. Drei Stunden würde das in etwa dauern, die Vorlagen seien vorgegeben, man könne sie aber auch selbst erstellen. Besucher Jürgen Rojan aus Sanddorf sagte, dass er den Weihnachtsmarkt immer besuche - wegen der Geselligkeit und des Glühweins. Eva Gangnus aus Erbach empfand die Stimmung als „ganz toll“. Außerdem betonte sie: „Es duftet sehr schön und man trifft gute Freunde.“

(sedi)