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Standesamt: Zusammenarbeit läuft
Gemeinde Kirkel traut mit St. Ingbert

 Bei Eheschließungen kooperieren die Standesämter der Gemeinde Kirkel und der Stadt St. Ingbert. 
Bei Eheschließungen kooperieren die Standesämter der Gemeinde Kirkel und der Stadt St. Ingbert.  FOTO: picture-alliance/ dpa / Andreas Lander
Kirkel. Die Zusammenarbeit bei den beiden vereinigten Standesämtern im Kreis ist gut angelaufen. Von Thorsten Wolf

Seit dem 1. Juli gehört Kirkel zum Standesamtsbezirk St. Ingbert, als Ergebnis einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen der Mittelstadt und der Burggemeinde. Mit der Aufgabe der Eigenständigkeit in diesem Bereich hat sich Kirkel die Möglichkeit geschaffen, den bisherigen Hauptverantwortlichen für Standesamtsangelegenheiten im Bereich des Ordnungsamtes einsetzen zu können – damit hat sich für die Gemeindeverwaltung quasi eine Personalverstärkung aus den eigenen Reihen heraus ergeben. Und das für einem Verwaltungsbereich, der sich mit immer wieder ändernden Rechtsvorgaben als immer arbeitsintensiver erweist. Im Gegenzug dafür werden nun alle Standesamtangelegenheiten in und von St. Ingbert geregelt, als Ort für die standesamtliche Heirat steht aber nach wie vor das Trauzimmer in der Limbacher Mühle zur Verfügung.


Gestern nun gaben Kirkels Bürgermeister Frank John und der zuständige Fachbereichsleiter Udo Reis eine erste Wasserstandsmeldung zu den Ergebnissen dieser interkommunalen Zusammenarbeit. „Die Trauungen unter der Woche in der Limbacher Mühle werden nun von den Standesbeamten aus St. Ingbert vollzogen, das klappt einwandfrei. An Samstagen traue ich als Bürgermeister dann hier noch selbst“, erklärte Frank John. „Das passt alles ganz prima.“

Udo Reis, der zusammen mit Frank John federführend die interkommunale Zusammenarbeit mit St. Ingbert vorangetrieben hatte, gestand im Gespräch mit unserer Zeitung ein, dass es schon ein etwas seltsames Gefühl sei, nach 32 Jahren als selbst aktiver Standesbeamter diesen Teil der eigenen Arbeit aufgegeben zu haben. „Vor dem Hintergrund, dass die organisatorische Veränderung für uns eine Verbesserung bringt, nämlich Arbeit wegfällt und damit Personal für andere dringende Aufgaben frei wird, ist das natürlich positiv, einfach weil durch die interkommunale Zusammenarbeit bei uns Ressourcen frei werden.“ Andererseits, so Reis, sei die Arbeit als Standesbeamter eben auch Teil der eigenen, beruflichen Identität gewesen. „Und als ich vor dem 1. Juli meine letzte Trauung durchgeführt habe, da war das schon ein etwas seltsames Gefühl. Weil mir klar war, dass ich das in der Form nie mehr machen werde.“ Nachtrauern würde er dem trotzdem nicht, zu groß seien die durch die Veränderung entstandenen Vorteile für seinen Fachbereich und die Verwaltung generell.



Der Schulterschluss von Kommunen, so wie jetzt zwischen Kirkel und St. Ingbert, gilt vielen als probates Mittel, die chronisch in Finanznot lebenden Städte und Gemeinden zukunftsfähiger zu machen. Frank John machte aber klar, dass es schon zwischen den Partnern passen müsse. Und es müsse auch sichergestellt sein, dass vor Ort immer noch ein Ansprechpartner da sei, der Probleme auf kurzem Wege lösen könne. „Und für die abgebende Gemeinde und für die Bürger dort darf eine interkommunale Zusammenarbeit keine Nachteile haben.“ Seien diese Voraussetzungen gegeben, dann sei es für ihn kein Problem, einen Teil der Verwaltungseigenständigkeit aufzugeben.

Im konkreten Fall des neuen Standesamtsbezirks und der Zusammenarbeit mit St. Ingbert hätten sich für die Kirkeler Bürger, wie Udo Reis klarmachte, sogar Vorteile ergeben, so durch noch bessere Öffnungszeiten. „Und was auch ganz wichtig ist: In kleinen Verwaltungseinheiten wir Kirkel, in denen nur eine Person geschäftsführend einen Bereich wie das Standesamt betreut, gibt im Falle von Urlaub oder Krankheit immer wieder Schwierigkeiten.“ Dies sei nun Geschichte, verfüge das Standesamt St. Ingbert doch über ganz andere Personal-Ressourcen. Den neuen Kollegen aus St. Ingbert stellten John und Reis ein hervorragendes Zeugnis aus, „dort will man diese Zusammenarbeit“, so John. In Kirkel wird man nun in den kommenden Monaten konkretisieren, wie sich die neue Struktur im Bereich des Fachbereichs von Udo Reis finden wird und wie man die freigewordenen Potentiale nach der Abgabe des Standesamtes innerhalb des Fachbereichs nutzen wird – um einen größtmöglichen Gewinn aus der Zusammenarbeit mit St. Ingbert ziehen zu können.

 Nach der Abgabe der Standesamtszuständigkeit an St. Ingbert ist Kirkels Bürgermeister Frank John, hier im Trauzimmer der Limbacher Mühle, der Letzte, der in der Burggemeinde noch standesamtlich Ehen schließen kann.
Nach der Abgabe der Standesamtszuständigkeit an St. Ingbert ist Kirkels Bürgermeister Frank John, hier im Trauzimmer der Limbacher Mühle, der Letzte, der in der Burggemeinde noch standesamtlich Ehen schließen kann. FOTO: Thorsten Wolf