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Gegen die Kürzung der betrieblichen Zusatzrente

Homburg. Vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes am Wochenende machte gestern die Verdi-Betriebsgruppe an den Uni-Kliniken mobil. Es gab eine Mahnwache und einen Protestmarsch. thw

"Wir sind hier, wir sind laut - weil man uns die Rente klaut!" Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting, zuständig für die Verdi-Betriebsgruppe am Homburger Universitätsklinikum (UKS), ließ gestern Morgen beim Protestmarsch vom Haupteingang des UKS zum Streiklokal auf dem Gelände des SC Union keinen Zweifel daran, was die Gewerkschaft und ihre Mitglieder derzeit auf die Palme bringt: Die geplante Kürzung der betrieblichen Zusatzrente seitens der Arbeitgeber. "Wir kommen nicht weiter, denn die Arbeitgeber verhandeln noch gar nicht über eine Lohnerhöhung, weil sie als Bedingung dafür eine Änderung der Betriebsrente fordern." So zumindest schilderte Quetting im Gespräch mit unserer Zeitung die Situation im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes am kommenden Wochenende.

Um für dieses erneute Aufeinandertreffen der beiden Tarifparteien aus Sicht von Verdi weiter Druck aufzubauen, gingen Teile der Belegschaft des UKS gestern auf die Straße, zuerst ab sechs Uhr mit einer Mahnwache an der Hauptzufahrt, dann ab acht Uhr mit besagtem Protestmarsch. Gefragt, wie es in Zeiten, in denen Ausstände bei Lokführern und Piloten vielleicht zu einer eher kritischen Betrachtung von Streiks gleich welcher Art in der Bevölkerung führen könnten, sagte Quetting: "Ich habe diese Sorge nicht. Aber natürlich ist unsere Situation nicht einfach, da wir in der Daseinsfürsorge und dort in der Hochleistungsmedizin arbeiten. Und da ist für alle, auch für die Streikenden selbst, durchaus ein Problem, wenn wir das Programm auf Notdienst zurückfahren." Nichts desto Trotz sei der Ausstand aber aus Sicht der Gewerkschaft zwingend erforderlich, so Quetting.

Für das kommende Wochenende rechnete der Verdi-Mann gestern mit einer harten Haltung der Arbeitgeber. "Ich befürchte, dass die Auseinandersetzung weitergeht. Und deswegen sind wir auch im Notfall auf einen Erzwingungsstreik eingestellt. Und dieser Fall ist jetzt nicht ganz auszuschließen." Für diesen Fall der Fälle, im Jahr 2006 dauerte ein vergleichbarer Streik am UKS rund drei Monate, werde man "bereit und in der Lage sein. Vor einem längeren Ausstand wird es eine Urabstimmung geben."