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Gasthörer Medizin Homburg
Ältere Zuhörer sind willkommen

„Echte“ Medizin-Studenten haben Vortritt vor Gasthörern. Doch meistens reicht der Platz aus.
„Echte“ Medizin-Studenten haben Vortritt vor Gasthörern. Doch meistens reicht der Platz aus. FOTO: dpa / Waltraud Grubitzsch
Homburg. Studienführer Weiterbildung erschienen: Acht Medizin-Vorlesungen in Homburg

Wer in der Nähe eines Universitätsklinikums wohnt, hat viele Vorteile. Nicht nur, dass man schnell versorgt wird, sondern es gibt auch viele kostenlose Informationsveranstaltungen, zum Beispiel, wie man seinen Kinderwunsch erfüllt, wie man ohne Brille sehen oder was man gegen Asthma tun kann.


Doch es gibt auch noch eine weitere Möglichkeit, sein Interesse an der Medizin auszuleben. Man kann sich in den Hörsaal setzen. Das Gasthörerstudium bietet wissenschaftlich Interessierten die Möglichkeit, sich aus den vielen für Gasthörer geöffneten Lehrveranstaltungen nach persönlichen Interessen ein Programm zusammenzustellen. Welche Veranstaltungen für Gasthörer zugänglich sind, kann man dem Studienführer Weiterbildung entnehmen.

Nun ist es naturgemäß so, dass der Schwerpunkt des Interesses der Gasthörer auf den geisteswissenschaftlichen Fächern liegt, zum Beispiel Literatur, Philosophie oder Kunstgeschichte. Es kommt aber vor, dass sich auch die Medizinische Fakultät eines Zulaufs von Gasthörern erfreut, obwohl hier schon einiges an Vorwissen vorhanden sein muss, um von den Veranstaltungen wirklich zu profitieren.



In diesem Winterhalbjahr werden Biowissenschaften und Klinische Medizin angeboten, insgesamt sind es nur acht Veranstaltungen. Die Themen reichen von Medizinischer Biometrie über Orthopädie bis zu den bildgebenden Verfahren in der Strahlenbehandlung, was ebenso für Physiker als auch für Mediziner interessant sein könnte. Ein grundlegendes Thema zur Kinderheilkunde ist jedes Semester im Gasthörerplan enthalten, auch diesmal wieder. Und wer schon immer wissen wollte, wie psychosomatische Medizin und Psychotherapie ausgeführt werden, kann dies ebenfalls auf dem Campus des Homburger Uniklinikums erfahren, wie immer bei Professor Matthias Riemenschneider.

Es handelt sich hierbei um wissenschaftliche Veranstaltungen, die in erster Linie für Studenten konzipiert sind, also keine allgemein verständlichen „Volkshochschul-Kurse“. Wer einen Besuch der medizinischen Gasthörer-Veranstaltungen plant, sollte dies berücksichtigen. Und wenn die Veranstaltungsräume aus allen Nähten platzen sollten, haben natürlich die „echten“ Studenten Vortritt.

Denn gerade beim Medizin-Studium, das mit maximal 340 zugelassenen Erstsemestern jedes Jahr in Homburg an der Kapazitätsgrenze kratzt, sind die Plätze hart umkämpft, also auch die Sitzplätze. Bei der Aufnahme von Gasthörern handelt es sich um ein Entgegenkommen der Professoren, die vom Gasthörerverein zuvor um Erlaubnis gefragt worden sind. In der Regel sei dies aber kein Problem, betonte der Ärztliche Direktor, Professor Bernhard Schick, der auch schon selbst Gasthörer in seine Vorlesungen eingeladen hat. Wer spezielle Informationen haben möchte, sollte sich allerdings eher für die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Arzt-Patienten-Tage vormerken lassen. Oder auf die Lange Nacht der Wissenschaft zurückgreifen.

Gasthörer schreiben keine Prüfungen mit. Für die Universität des Saarlandes gelten folgende Tarife: 81,30 Euro für Ersteinschreiber, die Brückenkurse besuchen, 111,30 für bis zu sechs Semesterwochenstunden und 155,30 Euro für mehr als sechs Semesterwochenstunden.

(maa)