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Förderung des Demokratieverständnisses
Für Demokratie und Toleranz eintreten

Der stellvertretende Schulleiter der Robert-Bosch-Schule Thorsten Ruf, Musiker Oku, VHS-Leiter Willi-Günther Haßdenteufel, Schulleiterin Barbara Neumann und Lehrerin Anne Preisinger (von links) inmitten der 22 Baumstümpfe, die nach den Sommerferien mit den Flaggen der 22 Nationalitäten der Schule für deren multikulturellen Charakter stehen werden.
Der stellvertretende Schulleiter der Robert-Bosch-Schule Thorsten Ruf, Musiker Oku, VHS-Leiter Willi-Günther Haßdenteufel, Schulleiterin Barbara Neumann und Lehrerin Anne Preisinger (von links) inmitten der 22 Baumstümpfe, die nach den Sommerferien mit den Flaggen der 22 Nationalitäten der Schule für deren multikulturellen Charakter stehen werden. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Robert-Bosch-Schule setzt sich mit vielen Aktionen für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein. Von Thorsten Wolf

„Heute schon an morgen denken“ — das war und ist immer noch ein gerne genutzter Slogan, vor allem in der Werbung. Mit dem Blick in die Zukunft lässt sich so manches Produkt und so manche Dienstleistung gut an den Mann oder die Frau bringen. Nun mag es fast schon ketzerisch klingen, wenn man etwas so essentiell Wichtiges wie Demokratie und Toleranz mit diesem profanen Werbespruch in Verbindung bringt. Doch scheint es in diesen Tagen, in denen viele allzu leicht mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung Deutschlands „spielen“, fast schon so, als müsse man für das „Produkt“ Demokratie zunehmend werben.


Die Demokratie ein Produkt? Auch bei diesem Vergleich mag so mancher die Nase rümpfen. Doch am Ende ist sie genau das: das Ergebnis der Leistung von Menschen, die sich die Demokratie einsetzen und für sie arbeiten. Doch wie macht man Menschen zur „Arbeitern für Demokratie und Toleranz“? Vielleicht genau so, wie es die Homburger Robert-Bosch-Schule schon vor Ferienbeginn begonnen und zum Schulbeginn im August mit einer Projektwoche und einem ganz besonderen Schulfest weiterführen will: Mit unterschiedlichen und vor allem nachhaltigen Aktionen mit und für diejenigen, die für die Zukunft der Demokratie in Deutschland und Europa verantwortlich sein werden, den jungen Menschen. Eben: Heute schon an morgen denken.

Zu Beginn der Woche stellten der Projektverantwortliche Willi-Günther Haßdenteufel, Leiter der kooperierenden Volkshochschule Homburg, Schulleiterin Barbara Neumann, ihr Stellvertreter Thorsten Ruf, Lehrerin Anne Preisinger und der Musiker Oku als Schirmherr des Projektes all das vor, was in Sachen Demokratie und Toleranz in den vergangenen Wochen an der Robert-Bosch-Schule schon gelaufen ist und noch folgen soll. Initiiert und gefördert wird das Ganze von „Saarpfalzkultur“/“Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“. Haßdenteufel: „Ziel ist es, junge Menschen für diese Themen zu begeistern.“ In der Robert-Bosch-Schule habe er da genau den Ort gefunden, an dem er dieses Projekt habe umsetzen wollen, auch begründet in den guten Kontakten zu Schulleiterin Barbara Neumann. „Hier bin ich offene Türen eingerannt, ich war begeistert.“ Hinter diesen offenen Türen finden sich ganz unterschiedliche Einzelprojekte – so die Erstellung eines Videofilms rund um das Thema, das Kunstprojekt „Gemeinsam sind wir eins“ unter der Leitung von Anne Preisinger, bei dem schon 22 Baumstümpfe als Sitzgelegenheiten auf dem Schulhof in der Form des Schullogos aufgestellt wurden.



An diesen Baumstümpfen sollen nach den Ferien die Flaggen der 22 Nationen aufgebracht werden, die es an der Robert-Bosch-Schule gibt. Auch ein Musikprojekt steht auf der Agenda. Doch damit nicht genug: Auch beim Schulfest im August soll das Themenbündel auf ganz unterschiedliche Weise behandelt werden. Dass die Schule eine nahezu perfekte Umgebung für ein solches Projekt ist, das mag schon die genannte Vielzahl der unterschiedlichen Nationalitäten der Schüler verdeutlichen. Mit diesem multikulturellen Charakter der Schule gebe es aber, so Barbara Neumann, keine strukturellen Probleme, das „Miteinander“ werde gefördert. Mit gutem Grund. „Hier an der Schule muss man anfangen, ganz viel Bildung zu vermitteln. Hier integriert man.“

Als Grund für den zunehmenden Verlust von Zuspruch der Menschen zur Demokratie nannte Musiker Oku den ansteigenden Egoismus in der Gesellschaft. „Und das hat ja auch etwas mit Demokratie zu tun. Denn wer sich für die Demokratie einsetzt, der setzt sich auch für andere ein. Viele haben jetzt aber Angst, benachteiligt zu werden und denken nicht mehr an den Nebenmann und die Nebenfrau. Das ist aus meiner Sicht eines des Hauptprobleme. Und hier kann Schule schon etwas tun.“ Dafür spreche, so Thorsten Ruf, dass es an der Schule gelinge, dass junge Leute über die Grenze der eigenen Nationalität „einfach miteinander reden und miteinander leben!“