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Flagge zeigen gegen Rechts in Homburg und Blieskastel

Homburg. In Homburg, Blieskastel und Zweibrücken wollen Neo-Nazis am Samstag aufmarschieren. In Homburg wird zeitgleich zu einer friedliche Demonstration für Toleranz aufgerufen. Auch in Blieskastel hat sich der Stadtrat für eine Resolution „Bündnis gegen Rechts“ im Vorfeld der Kundgebung des „Nationalen Widerstands Zweibrücken“ ausgesprochen. ert/ust

Der Blieskasteler Stadtrat hat bei seiner jüngsten Sitzung bei Enthaltung der Alternative für Deutschland (AfD) einmütig der parteiübergreifenden Resolution "Bündnis gegen Rechts" zugestimmt. Die Ratsmitglieder wollen bei einer Gegen-Kundgebung zu einer für Samstag, 7. März, in Blieskastel geplanten Demonstration der Vereinigung "Nationaler Widerstand Zweibrücken " Flagge zeigen. Die habe angekündigt, am Samstag zunächst in Zweibrücken , dann in Blieskastel und anschließend in Homburg zum "Gedenken an die Bombardierung der Städte des Saarpfalz-Kreises durch die Alliierten" aufzumarschieren. Dem wollen die Ratsfraktionen entgegentreten.

Wie es in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend hieß, betrachte man "mit großer Sorge die Ankündigung einer Kundgebung der NPD-nahen Organisation ,Nationaler Widerstand Zweibrücken '". Die Ratsmitglieder stellten sich gegen Rechtsextremismus, gegen jede Art von Nationalismus, gegen Rassismus und gegen Fremdenfeindlichkeit. Dies beinhalte "auch derartige Bestrebungen der HoGeSa, Saargida sowie deren Ableger und Vorbilder".

Die AfD hatte ihre Enthaltung unter anderem damit begründet, dass sie im Vorfeld der Diskussion von den anderen Fraktionen nicht eingebunden worden sei. Die AfD-Fraktion lehne jedoch eindeutig die Veranstaltung des "Nationalen Widerstandes Zweibrücken " ab. Die Kundgebung findet am Samstag, 7. März, um 12 Uhr auf dem Paradeplatz statt.

In Homburg lädt das Bündnis "Homburg - Vielfältig statt einfältig" für Samstag, 7. März, ab 11 Uhr zu einem "Weg der Vielfalt - gegen rechtsextreme Aufmärsche" ein (wir berichteten). Der "Weg der Vielfalt" soll nach Veranstalterangaben eine friedliche Demonstration für Toleranz und ein offenes Miteinander in Homburg sein und beginnt in der Talstraße/Höhe Saarpfalz-Center und führt durch die Talstraße über die Eisenbahnstraße bis zum Marktplatz. Anwohner der City sollen angesprochen werden, damit in den Straßen bunte Fahnen wehen. Darüber hinaus begleiten afrikanische Trommler den Weg. Außerdem würde sich das Bündnis freuen, wenn bunte Kleidung die Aussage der Demo unterstreichen würde, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

Gemeinsam mit möglichst vielen Menschen möchte das Bündnis die Veranstaltung aber auch nutzen, um klar zu machen, dass in Homburg kein Platz für rechtsextremes Gedankengut ist. Damit soll auch ein friedliches Zeichen gegen die Kundgebung einer rechtsextremen Gruppierung gesetzt werden, die an diesem Tag in Homburg stattfinde. Der Vertreter des Landrats, Theophil Gallo , die Beigeordnete Christine Becker und Bürgermeister Klaus Roth haben bereits ihr Kommen zugesagt.

Hans-Josph Britz, Mitarbeiter des Stadtarchivs Homburg biete zusätzlich noch eine "Führung zu den Stätten des Widerstands und der Verfolgung in Homburg " an. Dieses beginne am Samstag um 10 Uhr in der Eisenbahnstraße und endet um 11 Uhr am Saarpfalz-Center, wo dann die Demo startet, so die Stadt,