| 20:35 Uhr

Fidel und Flöte statt Blasmusik

Eine feste Institution beim Irischen Frühschoppen ist mittlerweile der Auftritt von Dudelsack-Spieler Marko Bieck. Foto: Cordula von Waldow
Eine feste Institution beim Irischen Frühschoppen ist mittlerweile der Auftritt von Dudelsack-Spieler Marko Bieck. Foto: Cordula von Waldow FOTO: Cordula von Waldow
Schwarzenbach. Einen Frühschoppen nach irischer Art haben die Obst- und Gartenbauer aus Schwarzenbach wieder angeboten. Am vergangenen Sonntag strömten einmal mehr zahlreiche Besucher auf den idyllisch gelegenen Festplatz. Cordula Waldow

Irland ist Musik und zwar sehr vielfältige Musik. Wie beliebt sie ist, zeigt sich in jedem Jahr bei dem Irischen Frühschoppen mit der Band The Fenians in Schwarzenbach , zu dem der Obst- und Gartenbauverein regelmäßig einlädt. Am vergangenen Sonntag war es wieder so weit. Die Konzertreihe scheint auch Petrus zu gefallen, denn wieder einmal schickte er glasklaren, tiefblauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Er verlieh dem Festplatz unter den alten Bäumen eine mystische Stimmung, die an Feen und Waldgeister erinnerte - trotz der vielen Menschen.


Der Einzugsbereich reicht quer durch das ganze Saarland und die weite Pfalz. Stammgäste reisen sogar von Antwerpen an, wie Stephanie Hughes, oder radeln von weit her an, um Freunde zu treffen, der Musik zu lauschen und die irischen Köstlichkeiten zu genießen. Neben Irish Stew und Lammlachse finden mit Garnelenspießen und veganer Gemüsepfanne alle Geschmäcker das passende Angebot.

Natürlich fließen original irisches Bier und Cider in Strömen und auch so mancher Whiskey . Diesen besangen die Fenians in ihrem Trinklied "Farewell, Whiskey ". Die Klänge von Fidel, Gitarre, Flöte und Gesang und vor allem der Rhythmus gehen in die Beine. Wer die vielfach bekannten Weisen nicht mit sang, wippte mit den Füßen. Oder tanzte, so wie Fenja Schmidt, sechs, und Amelie Krauss, vier. Die beiden kleinen Freundinnen bewegten sich dabei so gekonnt, als gehörten sie einer Irish-Folk-Gruppe an. "Sie kennen das quasi schon aus dem Mutterleib", erklärt Barbara Esser, die mit den Familien engstens befreundet ist. "Wir kommen seit vielen Jahren immer wieder hierher, schon, als es noch ein ganz kleines Vereinsfest war und haben die Entwicklung, den ständig wachsenden Zulauf bis zu dem großen Fest heute miterlebt."



Ein in jedem Jahr gesetzter Termin ist der Irische Frühschoppen auch für Frank Rummler und Heinz Grimm aus Bexbach, mit ihren gehörnten Kappen in den irischen Landesfarben Weiß-Grün-Orange sofort als Irlandfans auszumachen. Dabei war nur Rummler auf der Insel, schon Anfang der 1980er Jahre.

"Wenn es hier die Möglichkeit gäbe, Riverdance und andere irische Traditionstänze zu lernen, wäre ich sofort dabei", bedauert der 56-jährige Versicherungsvertreter das mangelnde Angebot. Sein 76-jähriger Kumpel nickt: "Ich tanze für mein Leben gerne, eigentlich alles." Dazu würden auch die keltischen Militärmärsche, Tänze und langsamen Balladen einladen, die Marko Bieck seinem Dudelsack in großer Fingerfertigkeit entlockt. "Ich spiele, seit ich 13 bin", verrät der 35-jährige Musiker aus Glan-Münchweiler, der seit fünf Jahren regelmäßig in Homburg zu Gast ist.

Sein Debut hingegen gab Frank Hook. Der 42-jährige Hornbacher war so fasziniert von den Musikern in den Irischen Pubs, dass er mit Mitte 30 spontan zur Gitarre griff und sich mit Hilfe von Youtube und Learning-by-doing die irischen Lieder selbst beibrachte. "Ich spiele nach Gehör, mittlerweile klappt es ganz gut", freute er sich nach Sessions im kleinen Kreis auf seinen ersten Auftritt vor so viel Publikum.