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Abiturfeier am Saarpfalz-Gymnasium
Erster Politikpreis an Rübel und Beuter

Sie haben es geschafft und können nun ausgiebig feiern, natürlich entsprechend schick gekleidet: Am Mittwochabend wurden bei der Abiturfeier im Homburger Saarpfalz-Gymnasium die Zeugnisse ausgeteilt.
Sie haben es geschafft und können nun ausgiebig feiern, natürlich entsprechend schick gekleidet: Am Mittwochabend wurden bei der Abiturfeier im Homburger Saarpfalz-Gymnasium die Zeugnisse ausgeteilt. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Bei der Abiturfeier des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums in der eigenen Aula gab’s politische und humorvolle Reden zu hören. Von Sebastian Dingler

Wie so oft fand die Abiturfeier des Saarpfalz-Gymnasiums an einem sehr heißen Tag statt – in der unter dem Dach liegenden Aula der Schule wurde also mit dem Programmzettel gefächelt, was das Zeug hielt. „Da müssen wir jetzt durch“, meinte Schulleiter Jürgen Mathieu zu den hohen Temperaturen im Saal.


Landrat Theophil Gallo ließ es sich als ehemaliger Schüler nicht nehmen, eine kurze Rede zu halten. Auf die Gemeinschaftsleistung, sprich das Erreichen des Abiturs, sei er „ein Stück weit mit stolz“. Weil es ja die Aufgabe des Schulträgers, also des Saarpfalz-Kreises, gewesen sei, dafür Rahmen zu schaffen. „Das Saarpfalz-Gymnasium ist eine Schule, die Partnerschaften pflegt, offen ist, bunt und vielfältig, und das ist auch gut so“, lobte Gallo die Schule. Weil ihm das Thema Europa sehr am Herzen liege, wolle er im nächsten Schuljahr gerne mal eine oder zwei Schulstunden kommen und darüber reden - ebenso über Demokratie, Toleranz, Siebenpfeiffer und natürlich auch bis hin zur Biosphäre.

Mit „Wir werden’s nicht vergessen“ fiel Mathieu das passende Zitat aus Goethes Faust dazu ein. Zum ersten Mal wurden mit Raphael Beuter und Hanna Rübel zwei Schüler für ausgezeichnete Leistungen im Fach Politik ausgezeichnet - als Anerkennung gab es eine Urkunde und das Jahrbuch des Saarpfalz-Kreises aus den Händen des Landrats.



Nach dem vom Abiturientenchor vorgetragenen Ed Sheeran-Song „Perfect“ begann Jürgen Mathieus Rede. Wie immer zitierte der Schulleiter und Deutschlehrer aus Klassikern der deutschen Literatur, um daraus seinen Absolventen Denkanstöße mit auf den Weg zu gehen. „Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont“ heißt es zum Beispiel bei Ingeborg Bachmann – damit wollte Mathieu sowohl auf ab jetzt wieder kürzer werdende Tage anspielen als auch auf den Ernst des Lebens, den die Schüler ab jetzt erleben werden. Dann kam der Schulleiter auf einen seiner Lieblingsschriftsteller, Franz Kafka, zu sprechen. Dieser habe über seine eigenen, oft gruseligen Geschichten herzhaft lachen können. Somit ließe sich leicht eine launige Abiturrede anhand seiner Erzählungen halten. So könne man die Situation eines Abiturienten bestens mit jener Gregor Samsas vergleichen, der in „Die Verwandlung“ eines Morgens in Form eines Ungeziefers aufwacht. „Ich gebe zu, die Parallele ist ein bisschen frech“, meinte Mathieu schmunzelnd. Mit Blick auf das ein oder andere Jugendzimmer könnte man an die Kafkas Erzählung „Der Bau“ erinnert sein – auch mit diesem Vergleich rief der Schulleiter Heiterkeit hervor. Lange befasste sich Mathieu mit der Parabel „Vor dem Gesetz“, in der ein Mann sein Leben lang vergeblich auf Einlass in ein Tor wartet. Man solle sein Leben im übertragenen Sinne nicht im Transitbereich verbringen, meinte der Schulleiter. „Was zu tun ist? Hindurchgehen oder umkehren. Nur nicht sitzen bleiben und warten“, gab er den Schüler mit auf den Weg.

Christopher Gunkel (Gitarre), Leon Heieck und Martin Büchel (beide Gesang) interpretierten anschließend den Song „Nothing Else Matters“ von Metallica, ehe Thorsten Scherer und Pascal Völkle die Lehrerrede hielten. Anhand der Bilder von Booten und Schiffen verpackten die beiden ihre Botschaften an die Abiturienten: „Man kann keine neuen Ozeane entdecken ohne die eigene Küste aus den Augen zu verlieren“ lautete ein passendes Zitat von Magellan.

Chantale Becker, Johannes Eckardt und Felix Fichtner übernahmen die Aufgabe der Schülerrede, wobei letzterer den lustigen Part hatte. Er erzählte beispielsweise die Anekdote, wie ein geworfenes Stück Kreide im Ausschnitt einer Lehrerin landete - und die Fortführung des Unterrichts anschließend unmöglich war. Johannes Eckardt dagegen hielt eine politische Rede, in der er sich stark für die Europäische Union aussprach.

Chantale Becker erzählte, wie sie als Quereinsteigerin auf die Schule kam und dort ihren Weg machte. Musik spielte im Rahmen der Feier eine wichtige Rolle: Nachdem die Schulband Song der Toten Hosen „An Tagen wie diesen“ intonierte, wurden die Abiturzeugnisse ausgegeben.

Nach Grußworten der Vorsitzenden des Schulvereins, Susanne Schick und Nicole Krapp, steuerte die Schulband einen weiteren Song bei - dann war der offizielle Teil beendet und es wurde noch lange gefeiert.