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Eröffnung der Palliativ-Station

 Professor Sven Gottschling (rechts) macht keine Unterschiede auf der Palliativstation, er wollte von Anfang an eine altersübergreifende Einrichtung, wo man Kindern ebenso hilft wie Erwachsenen. Foto: Oliver Dietze
Professor Sven Gottschling (rechts) macht keine Unterschiede auf der Palliativstation, er wollte von Anfang an eine altersübergreifende Einrichtung, wo man Kindern ebenso hilft wie Erwachsenen. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Homburg. Seit Oktober gibt es am Uniklinikum eine eigene Station für todkranke Menschen. Professor Sven Gottschling sorgte dafür, dass diese Einrichtung nach Homburg kam. Am 1. Februar ist die offizielle Einweihung der Zehn-Betten-Station, zu der Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer erwartet wird. Christine Maack

Vor fünf Monaten hat die neue Palliativ-Station am Uniklinikum bereits ihre Arbeit aufgenommen, jetzt ist es soweit, dass sie offiziell eröffnet wird. Am Mittwoch, 1. Februar wird auch Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer zu dieser Eröffnung erwartet. Seit 2009 kämpft Professor Sven Gottschling für eine eigene Station für Palliativmedizin am Uniklinikum, nun ist es endlich soweit. "Wir haben lange darauf gewartet", betonte er gegenüber unserer Zeitung, "ich war von Anfang an der Meinung, dass eine solch wichtige Station unbedingt an ein Uniklinikum gehört."


Der Wunsch nach einer professionellen Betreuung vor dem Tod ist so groß, dass nicht nur alle Betten schon im Oktober auf Anhieb belegt worden waren, sondern auch schon eine Warteliste besteht.

Gottschling hatte von Anfang an eine altersübergreifende Palliativstation gefordert, formell sind sechs Betten für Erwachsene und vier Betten für Kinder vorgesehen, "aber selbstverständlich wird bei uns kein Kind abgewiesen". Dass es immerhin sieben Jahre gedauert hat, bis die Palliativmedizin am Uniklinikum eigene Betten bekam, sei auch den Umbauarbeiten geschuldet, sagt Gottschling: "Als der Masterplan erstellt wurde, waren wir noch nicht eingeplant, also musste etwas umorganisiert werden."



Die zehn Betten der Palliativstation befinden sich jetzt in Gebäude 57 im dritten Stock, neben einer unfallchirurgischen Station. "Wir brauchen zwar einen ruhigen Bereich, wollen uns aber nicht abschotten", betont Gottschling, "wir verstecken und nicht, sondern gehören dazu."

Wieso bestand Gottschling von Anfang an auf einer Station für altersübergreifende Palliativmedizin ? "Weil wir der Meinung sind, dass der 18. Geburtstag eine eher willkürlich gezogene Grenze ist, die der medizinischen Entwicklung in vielerlei Bereichen überhaupt nicht mehr gerecht wird", sagt der Experte, "die Überleitung eines kranken Jugendlichen in die Erwachsenenmedizin führt für die Betroffenen leider immer noch zu großen Versorgungsproblemen, wenn nicht gar zu Versorgungsabbrüchen. Warum muss ich einem 36-Jährigen, der seit vielen Jahren auch zu Mitarbeitern einer Einrichtung Vertrauen gefasst hat, sagen: Du bist aus unserer Versorgung herausgewachsen?".

Gottschling ist der Meinung, dass die Grenzziehung zwischen den Altersstufen falsch sei und möchte dies auf seiner Mehrgenerationen-Palliativstation in Homburg nun anders machen. Wie so vieles, was er nach vielen Jahren des Wartens nun verwirklichen kann.

 Betreuung von Sterbenden ist ein Hauptanliegen. Foto: Iris Maurer
Betreuung von Sterbenden ist ein Hauptanliegen. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
 Therapie-Hunde gehören auch zur Palliativstation. Foto: Hagen
Therapie-Hunde gehören auch zur Palliativstation. Foto: Hagen FOTO: Hagen