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Erdbestattungen fallen weg

Wörschweiler. Die Ankündigung der Stadt, vier der kleineren Friedhöfe zu schließen, sorgte in den vergangenen Wochen in den betreffenden Orten für Aufregung. Der Oberbürgermeister stellt sich nun den Bürgern und machte in Wörschweiler den Anfang. Thorsten Wolf

Mit seiner Ankündigung, die kleinen Friedhöfe in Wörschweiler , Ingweiler, Websweiler und Altbreitenfelderhof im Betrieb einzuschränken und für klassische Erdbestattungen (abgesehen von Beisetzungen in schon bestehenden Familiengräbern) zu schließen, hat Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind für Verärgerung und Unverständnis in den betreffenden Orten gesorgt (wir berichteten). Am Dienstabend nun stellte er sich im alten Bürgermeisteramt in Wörschweiler in einer ersten von vier Informationsveranstaltungen den Bürgern.

Bevor die aber das Wort hatten, erläuterte Homburgs OB seine Pläne noch mal genau - und räumte auch mit der Vorstellung auf, die Friedhöfe würden mit Inkrafttreten des Beschlusses unmittelbar geschlossen werden. "Wir gehen nicht hin und machen morgen dort das Tor zu", erklärte Schneidewind. Vielmehr gehe es, und hier griff er eine Definition von Wörschweilers Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger auf, um eine Teilschließung. "Wir haben entschieden, dass die Friedhöfe als Struktur erst einmal erhalten bleiben. Stück für Stück wollen wir aber die Grabfelder, so wie sie entsprechend der Ruhefristen auslaufen, abschaffen." Alternativ werde es aber die Möglichkeit geben, Urnenbestattungen in Stelen vorzunehmen. So bleibe weiterhin eine Bestattungsmöglichkeit in Wörschweiler .

Doch wie viel wird wirklich eingespart? Vor allem Nesselberger bezweifelte die Zahlen, die die Verwaltung hinsichtlich des Arbeitsbedarfs auf dem Wörschweiler Friedhof genannt hatte und sprach von "Luftbuchungen". Das wies Schneidewind deutlich von sich. Sicher könne es Buchungsfehler geben, aber der Vorwurf von Buchungen, um Kosten nach oben zu rechnen, sei nicht angebracht.

Das Thema der Einsparungen beschäftigte auch die Wörschweiler Bürger . So zeigte sich einer der Zuhörer skeptisch, ob sich die Teilschließung überhaupt rechne, müsse doch die Anlage auf Jahre weiterhin gepflegt werden. Tatsächlich konnte Schneidewind in seiner Antwort nicht mit großen Zahlen glänzen und bezifferte die Gesamteinsparungen auf lediglich rund 50 000 Euro im ersten Jahr. Diese Summe werde sich aber mit den Jahren deutlich steigern, "denn es handelt sich um eine strukturelle Einsparung, die sich jedes Jahr erhöht". Diese Form der Kostenreduzierung sei vor allem deswegen wichtig, verdeutlichte Schneidewind weiter, damit die Kommunalaufsicht den Homburger Haushalt überhaupt genehmige.

In der durchweg sachlichen Diskussion ging es abseits der Kostenfrage auch um die detaillierte Ausgestaltung des Beschlusses, so um die Themen Urnenstelen, verbleibende Ruhezeiten und die Zukunft der Leichenhalle am Friedhof. Der erklärte Wunsch aus der Zuhörerschaft: eine zeitgerechte und detaillierte Information über die Veränderungen auf dem Friedhof. Diese Veränderung, so Schneidewind, werde erst bestandskräftig, wenn die Kommunalaufsicht den Haushalt genehmige, "das habe ich den Ortsvorstehern zugesagt".

Noch dreimal will sich der Oberbürgermeister in den kommenden Tagen in den betroffenen Orten den Bürgern stellen und Fragen beantworten: am Donnerstag, 12. März, ab 16 Uhr auf dem Friedhof Ingweiler, am Freitag, 13. März, um 17 Uhr im Gasthaus zum Altbreitenfelderhof und, ebenfalls am Freitag, 13. März, um 18.30 Uhr in der Hubertusklause in Websweiler.


Zum Thema:

Auf einen Blick Impuls für die Schließung der vier kleinen Friedhöfe ist die Forderung der Kommunalaufsicht nach einem Deckungsgrad von 65 Prozent der Kosten im städtischen Bestattungswesen. Dies soll nun erreicht werden, in dem Friedhöfe mit geringer Nutzung, aber hohem Kostenaufwand, auslaufen. Erfüllt Homburg die Forderung nicht, wird befürchtet, dass der städtische Haushaltsentwurf nicht genehmigungsfähig ist. thw