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Eine Kirche wird fit für die Zukunft

So sah die protestantische Christuskirche in Bruchhof-Sanddorf bei ihrer Einweihung am 30. September 1928 aus. Foto: Kirchengemeinde (KG)
So sah die protestantische Christuskirche in Bruchhof-Sanddorf bei ihrer Einweihung am 30. September 1928 aus. Foto: Kirchengemeinde (KG) FOTO: Kirchengemeinde (KG)
Bruchhof/Sanddorf. In Bruchhof/Sanddorf freuen sich die knapp 1000 Protestanten und ihre Pfarrerin Petra Scheidhauer auf ihr neues Gotteshaus. Umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten, die vor knapp einem Jahr begannen, stehen vor dem Abschluss. Die Planungen begannen 2010. Jürgen Neumann

Wenn man sich mit Petra Scheidhauer, der Pfarrerin von Bruchhof-Sanddorf, über ihre Christuskirche unterhält, schwingt auch immer ein bisschen Fröhlichkeit und auch Stolz mit. Kein Wunder: Denn das, was die dortigen Protestanten seit Wochen und Monaten leisten, verdient Anerkennung. Seit Mai 2014 läuft die bereits 2010 geplante Sanierungs- und Umbaumaßnahme des Gotteshauses auf vollen Touren. Pfarrerin Scheidhauer: "In wenigen Wochen sind wir fertig, dann ziehen wir bald wieder in unsere Kirche." Während der Arbeiten sind die Protestanten Gäste in der katholischen Kirche und die Gruppenarbeiten finden im Haus Benedikt statt - "gelebte Ökumene".

Ihren Anfang nahmen Umbau- und Sanierung der Christuskirche bereits im Jahr 2009. Die protestantische Landeskirche der Pfalz in Speyer (dazu gehört auch Bruchhof/Sanddorf) forderte die Gemeinden auf, ihren Gebäudebestand kritisch zu überprüfen; das Presbyterium errechnete, dass Kirche und Wichernheim auf Dauer nicht zu finanzieren sind; erste Überlegungen zur Gebäudereduktion. Scheidhauer: "Als wir vage begannen, über einen Umbau nachzudenken, riefen viele empört: Unsere schöne Kirche! Sie soll so bleiben, wie sie immer war! Dabei war sie schon lange nicht mehr in ihrem Urzustand. Denn wenn man die Bilder von 1928 mit denen aus den letzten Jahren vergleicht, sieht man, dass sie sich sehr stark verändert hat - jedenfalls was den Altarraum betrifft, da ist der Raum nach der Entfernung des Presbytergestühls und der Ausmalung spürbar aus dem Lot geraten." Und sie fügt an: "Was auch immer unangenehm war: kein WC, kein Waschbecken, immer hat es durch die Kellerschächte nach Heizöl gerochen, die Wärme wurde immer nach oben geblasen, so dass man ruckzuck zu frieren anfing, obwohl oben auf der Empore mollige 23 Grad herrschten, waren unten nur 15 Grad. Wir verpulverten Geld für Heizöl (Kirche und Wichernheim) in tränentreibendem Ausmaß und saßen dennoch nie warm." Die weitere Geschichte im Zeitraffer: Beginn der Kooperation mit der TU Kaiserslautern zur Umgestaltung des Innenraums der Kirche im Jahr 2010 . Erteilung des Planungsauftrags an die TU in 2011 und am 23. Oktober Gründung des "Fördervereins zum Umbau der Christuskirche Bruchhof-Sanddorf" Im Jahr 2012 Genehmigung des Verkaufs des Wichernheims und Baugenehmigung durch die Stadt und der kirchlichen Behörden.

Es folgen Verkauf und Räumung des Wichernheims; Umzug zu den Katholiken, Orgelsicherung, Ausbau und Verkauf der ersten Bänke, Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren ("alle Unternehmen kommen aus der Gegend"). Die letzten Arbeiten stehen nun an: Fliesenlegen, Schreinerarbeiten und die letzten Installationen (Beleuchtung, WC, Teeküche). Die Pfarrerin zum Schluss: "Unser Kirchlein wird modern und komfortabel, aber deutlich dem Stil der 1928er Jahre angeglichen, so dass Außen und Innen ein harmonisches Ganzes bilden."


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Hintergrund30. September 1928: Einweihung der Christuskirche (Planung: Ingenieur Friedrich Larouette); oktogonaler Bau, typische "Predigtkirche" (mittige Kanzel dominiert den Altarraum); auch in dem Relief über dem Eingang das "Motto": Dein Wort ist die Wahrheit. In den 1950er kam der erste große Umbau. Das Presbytergestühl ("Kaninchenkasten") hinter dem Altar wurde entfernt, so dass sich die Kanzel nunmehr allein an der Rückwand befand, mit nun sichtbarer Treppe. Außerdem wurden die ganzen Ausmalungen übertüncht. In den Folgejahren wurde immer wieder mal etwas verändert (Industriegebläseheizung, die bis zum Schluss funktioniert hat; Anhebung des Altarraums; für kurze Zeit befand sich ein Dach über der Kanzel). 1973 wurden neue Fenster eingebaut (Entwurf: Eugen Keller) sowie eine neue Innenbeleuchtung angebracht, Innen- und Außenanstrich erneuert, die Orgel renoviert. In den 1990er wurde renoviert: ein neuer Innenanstrich, neue Paramente für Altar und Kanzel. jkn

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Auf einen BlickDie Kosten: (gerundete Zahlen): Roh-/Trockenbau, Dämmung, Putz, Maler, Estrich 105 000 Euro ; Fenster, Metallbau 28 000 Euro ; Holzbau 106 000 Euro ; Heizung, Sanitär, Elektro 60 000 Euro ; Fliesenarbeiten 20 000 Euro ; Orgel 20 000 Euro ; Gerüstebau 4000 Euro . Gesamtsumme: 343 000 Euro . jkn



So sieht die Fassade der Christuskirche im Fasanenweg in Bruchhof-Sanddorf heute aus. Foto: KG
So sieht die Fassade der Christuskirche im Fasanenweg in Bruchhof-Sanddorf heute aus. Foto: KG FOTO: KG
Altar vor Baubeginn. Foto: KG
Altar vor Baubeginn. Foto: KG FOTO: KG
Petra Scheidhauer
Petra Scheidhauer
Das Innenleben der protestantischen Kirche während der Sanierungs- und Umbauarbeiten. Foto: KG
Das Innenleben der protestantischen Kirche während der Sanierungs- und Umbauarbeiten. Foto: KG FOTO: KG
Die leergeräumte Kirche.
Die leergeräumte Kirche.
Der alte Untergrund. Fotos: KG
Der alte Untergrund. Fotos: KG
Gelagertes Baumaterial.
Gelagertes Baumaterial.