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Eine Erfolgsgeschichte der Pädagogik

In der Beeder Sporthalle, dem Schlecht-Wetter-Ausweichquartier, feierten die Kindern, Eltern und Betreuerinnen der Freiwilligen Ganztagsschule Beeden am Freitag eine buntes und ausgelassenes Fest zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung. Foto: Thorsten Wolf
In der Beeder Sporthalle, dem Schlecht-Wetter-Ausweichquartier, feierten die Kindern, Eltern und Betreuerinnen der Freiwilligen Ganztagsschule Beeden am Freitag eine buntes und ausgelassenes Fest zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Beeden. Ihr 20-jähriges Bestehen feierte jetzt die Freiwillige Ganztagsschule in Beeden. Dazu gab es ein großes Fest und jede Menge Lob. Thorsten Wolf

Eigentlich sind 20 Jahre ja nicht so wirklich alt. Wenn man aber als Freiwillige Ganztagsschule auf zwei Jahrzehnte Geschichte zurückblicken kann, dann haben alle viel zu erzählen. So gesehen war die Geburtstagsparty der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Beeden am Freitag nicht nur ein Ort für richtig gute Laune, sondern auch eine waschechte Geschichtsstunde. Dass die zum Teil nicht auf dem Gelände der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS), sondern, dem miesen Wetter geschuldet, in der nahe gelegenen Sporthalle stattfinden musste, tat dem Ganzen keinen Abbruch.



In der Halle und vor zahlreichen Mamas, Papas, Omas und Opas sorgten die Kinder der Beeder FGTS dafür, dass der geschichtliche Rückblick, in Worten gestaltet von Susanne Braul-Schönecker, der Leiterin der Grundschule Einöd als Mutterhaus von Beeden, und Helga Decker, der Leiterin der FGTS, Leben, Farbe, Stimme und Musik bekam. Doch bevor es mit der Reise zurück ins Jahr 1997 losging, nutzte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind die Gelegenheit, Decker und dem Team der vom Deutschen Roten Kreuz getragenen Einrichtung für deren zwei Jahrzehnte währendes Engagement zu danken. "Ich kann sagen: 20 Jahre FGTS Beeden heißt 20 Jahre engagierte, vernünftige, pädagogische Arbeit bei der Betreuung von Kindern im Grundschulalter. Dafür der Dank der ganzen Stadt, aber natürlich auch des Stadtteils Beeden." Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion darüber, wie Nachmittagsbetreuung in Zukunft aussehen kann und soll, hätten die Eltern, so Schneidewind in den zurückliegenden 20 Jahren gewusst, dass die Kinder in der FGTS Beeden "gut aufgehoben sind. Und dass sie nicht nur aufbewahrt werden, sondern dass pädagogisch richtig tolle Sachen gemacht werden, dass Dinge gemacht werden, die den Kinder Spaß machen - ohne dass dabei die Vorbereitung für die Schule zu kurz kommt."

Mit seinem Hinweis auf die zahlreichen Aktivitäten der FGTS schlug Homburgs Verwaltungschef dann auch die Brücke zu dem, was danach als buntes Spektakel mit Musik, Tanz, Schauspiel und einigem mehr folgen sollte: Es ging zurück ins Jahr 1997, als der Plan gefasst wurde, an der damals noch eigenständigen Grundschule Beeden eine Betreuung einzurichten. Das bedeutete damals, daran erinnerten Braul-Schönecker und Decker, in Zahlen: Fünf Kinder, zwei Betreuerinnen, ein kleine Kiste mit Spiel- und Malsachen und ein Betreuungszeitraum bis 13 Uhr. Gerade dieses Bild verdeutlichte, wie provisorisch eine Nachmittagsbetreuung noch vor 20 Jahren aussah, damals unter dem Titel "Betreuende Grundschule", erst im Jahr 2002 wurde daraus die "Freiwillige Ganztagsschule". Mit der Reise in und aus der Vergangenheit in die Gegenwart zeige sich auch, wie Susanne Braul-Schönecker verdeutlichte, wie sich die Nachmittagsbetreuung, aber auch die Gesellschaft mit den Jahren verändert habe.

Vom kleinen Beginn ohne eigene Infrastruktur ging die FGTS Beeden den nicht immer einfachen Weg bis hin zu ersten eigenen Räumen, einer stetig steigenden Kinderzahl und einem immer umfangreicheren und kreativeren Programm für die Jungen und Mädchen. Die Erfolgsgeschichte, und auch daran erinnerte Braul-Schönecker und Decker, hätte fast ein Ende gefunden - als die Grundschule im Jahr 2004 von der Schließung bedroht war. Doch im Jahr 2005 sei die Entscheidung gefallen, den Standort zu erhalten, wenn auch "nur" als Dependance der Grundschule Einöd.

Ging es damals im negativen Sinne ums Ganze, konnte die FGTS immer auf den Rückhalt aus dem Ort zurückgreifen - das wurde in den Schilderungen von Susanne Braul-Schönecker und Helga Decker am Freitagnachmittag deutlich. Hier nannten die beiden vor allem auch das private Engagement von Beedens Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner, der im Jahr 2014 aus eigener Tasche der FGTS einen Anbau am Pavillon bauen ließ.

Zum Thema:

Die Freiwillige Ganztagsschule in Beeden wird vom Kreisverband Homburg des Deutschen Roten Kreuzes getragen. Derzeit unterhält der Verband noch weitere Einrichtungen dieser Art, so an der Sonnenfeldschule, Homburg, an der Grundschule Luitpold in Erbach, an der Grundschule in Bruchhof und an der Grundschule in Limbach. Begonnen hat dieses Engagement des Homburger DRK im Jahr 1998, mit dem Angebot einer außer-unterrichtlichen Betreuung an Grundschulen im Saarpfalz-Kreis war von Beginn auch das Ziel verbunden, gerade Alleinerziehenden, aber auch berufstätigen Müttern eine familiäre Entlastung zu bieten.