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Ein Preis und viel Verbundenheit

Gut gelauntes Quartett: Professor Michael Menger, Dekan der medizinischen Fakultät (links), Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und Willi-Günther Haßdenteufel (rechts) freuten sich mit Katherin Bleymehl, die mit dem Wissenschaftspreis der Stadt ausgezeichnet wurde. Foto: Thorsten Wolf
Gut gelauntes Quartett: Professor Michael Menger, Dekan der medizinischen Fakultät (links), Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und Willi-Günther Haßdenteufel (rechts) freuten sich mit Katherin Bleymehl, die mit dem Wissenschaftspreis der Stadt ausgezeichnet wurde. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Homburg ist stolz, Hochschulstandort zu sein, das Uniklinikum ist gerne in Homburg. Und Katherin Bleymehl bekam 10 000 Euro Preisgeld. Thorsten Wolf

Gestern Abend feierte die 56. Homburger Hochschulwoche, ausgerichtet von der Stadt Homburg, der medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und der Volkshochschule Homburg, ihren Auftakt.

Im Zentrum der Veranstaltung dabei: Die Verleihung des Wissenschaftspreises der Stadt Homburg. In diesem Jahr ging die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung an die Diplom-Biologin Katherin Bleymehl. Bleymehl forscht am Fachbereich für Physiologie (Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine, CIPMM) am Homburger Campus. Geboren 1985 in St. Wendel, studierte Bleymehl nach ihrem Abitur im Jahr 2005, von 2006 bis 2012 an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Biologie und kann zwischenzeitlich schon auf eine nennenswerte Laufbahn als Wissenschaftlerin zurückblicken. Derzeit arbeitet sie an ihrer Promotion.

Mit dem gestern verliehenen Wissenschaftspreis würdigt die Stadt Homburg nun Bleymehls komplexe Forschungen an Mäusen zur Wahrnehmung des Sauerstoffgehalts durch entsprechende Rezeptoren in der Nasenhöhle.

Im Detail konnte in der gestern Abend ausgezeichnete Arbeit erstmalig gezeigt werden, dass Mäuse in der Lage sind, den Sauerstoffgehalt der inhalierten Luft mit einem neuartigen Sinneszelltyp wahrzunehmen. Dabei erkennen diese speziellen Sinneszellen eine Sauerstoffverringerung in der Umgebungsatmosphäre. Dies ist von besonderer Bedeutung, da so genannte "chemorezeptive" Sinneszellen normalerweise nur die Konzentrationserhöhungen eines Stoffes wahrnehmen und ein Sauerstoffmangel bei Säugetieren in erster Linie im Blut festgestellt wird - um dann das Atemzentrum zu aktivieren. Zur Erläuterung: Chemorezeptoren gehören zu den Sinneszellen und sind auf die Wahrnehmung von in der Luft transportierten oder in Flüssigkeiten gelösten chemischen Stoffe spezialisiert. Sie spielen somit eine zentrale Rolle für den Geruchs- und Geschmackssinn.

Bei Mäusen nun, die in Erdhöhlen leben, könnte sich evolutionär ein zusätzlicher Mechanismus entwickelt haben, der es ihnen ermöglicht, eben mit diesen Rezeptoren in der Nase auch den Sauerstoffgehalt der Luft wahrzunehmen. Was bedeutet das nun für den Menschen?

Auf diese Frage hin verwies Professor Frank Zufall vom CIPMM gestern im Gespräch mit unserer Zeitung auf Forschungsmöglichkeiten, die ergründen könnten, warum der Mensch vergleichbare Rezeptoren nicht oder nicht mehr habe oder ob sie vorhanden seien, aber schlicht nicht genutzt würden.

Neben der Verleihung des Wissenschaftspreises ging es gestern Abend aber natürlich auch um die offizielle Eröffnung der Hochschulwoche. Hier nutzte Willi-Günther Haßdenteufel, erst vor kurzem für weitere drei Jahre als Leiter der Volkshochschule Homburg im Amt bestätigt, die Gelegenheit und nannte aktuellen Zahlen seiner Einrichtung.

"Die Statistik für das Geschäftsjahr 2016 weist 245 Kurse mit 2 442 Teilnehmern und 40 Einzelveranstaltungen mit 677 Besuchern aus." Die Belegungszahlen in den Sprach- und Computerkursen seien dabei leicht leicht rückläufig, die Nachfrage nach Deutschkursen hingegen steigend. Neben diesen positiven Entwicklungen gab es aber auch Kritisches von Haßdenteufel zu hören. "Die Synergieeffekte mit anderen Einrichtungen und Schulen lassen zu wünschen übrig", so der VHS-Leiter. Und: Man sei erneut im Kulturkalender der Stadt Homburg nicht berücksichtigt worden, "trotzdem lassen sich unsere Erfolge nicht ignorieren!"

Erneut ein Erfolg soll auch die diesjährige Hochschulwoche werden. Nach dem Auftakt gestern Abend steht heute um 18.15 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Biochemie (Gebäude 45) am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg (UKS) eine Lesung des bekannten Kriminologen Professor Christian Pfeiffer auf dem Programm. Ihren Abschluss findet die diesjährige Hochschulwoche dann am Freitag, wenn das UKS ab 16 Uhr zu "Langen Nacht der Wissenschaft" ans Klinikum und auf den Campus einlädt.

Dann wird sich das UKS wieder mit seinen ganz unterschiedlichen Bereichen präsentieren und tiefe Einblicke in Forschung, Lehre und den Alltag am Klinikum mit seinen vielen Facetten ermöglichen. Das Programm steht schon.

Zum Thema:

Ein beachtlicher Preis für Nachwuchswissenschaftler Der mit 10 000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wird von der Stadt Homburg alle zwei Jahre verliehen und soll die Verbundenheit zwischen der Medizinischen Fakultät und der Stadt Homburg vertiefen. Der Preis dient der Auszeichnung hervorragender wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Gesamtbereich der Medizinischen Fakultät. Der Förderpreis soll junge Wissenschaftler bis zu einem Alter von 40 Jahren unterstützen.

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