| 20:45 Uhr

Ein Hut für alle Fälle

Eine Geste, die Professor Michael Menger gut kann: Einen Doktorhut aufsetzen, hier bei einem jungen Arzt aus Neunkirchen.
Eine Geste, die Professor Michael Menger gut kann: Einen Doktorhut aufsetzen, hier bei einem jungen Arzt aus Neunkirchen.
Homburg. Bei der gestrigen Promotionsfeier am Uniklinikum wurden außer Doktorhüten auch Preise verteilt: die Lehrpreise der Fachschaft Medizin, der Calogero-Pagliarello-Studienpreis und der Alumni-Promotionspreis 2016. Wie immer, führte Dekan Professor Michael Menger durch den Nachmittag. Christine Maack

Es ist immer schön, wenn man vor den Sommerferien noch ein Diplom bekommt. Dann spürt man die Erleichterung doppelt. Das galt am gestrigen Freitag nicht nur für die zahlreich durch Homburger spazierenden Abiturienten in schicker Garderobe, sondern auch für die zahlenmäßig deutlich geringer vertretenen Doktoren am Uniklinikum - es waren 25. Und davon waren nicht alle Promovierten Mediziner, sondern auch Naturwissenschaftler , wie Dekan Professor Michael Menger betonte, der wie immer locker und unter viel Beifall durch den Nachmittag führte.



Das erste Wort hatten die Fachschaftsvertreter aus der Medizin, die ihre beliebtesten Dozenten wählten: Professor Sven Gottschling aus der Palliativ-Medizin und Dr. Reinhard Kappl aus der Biophysik , die sich über die Ehrung sichtlich freuten. Geehrt wurden auch engagierte Vertreter aus der Fachschaft. Den mit jeweils 2000 Euro dotierten Pagliarello-Studienpreis - einen Forschungspreis gab es nicht in diesem Jahr - erhielten gleich vier Kandidaten: Madhurina Dhara, Jan Dirks, Stefan Schorr und Anna Rudzitis-Auth.

Der Alumni-Promotionspreis, den der Vorsitzende der Alumni-Vereinigung, Professor Nikolaus Müller-Lantzsch überreichte, ging an Kathrin Dörr, die ihre Arbeit über Calziumsignale in Immunzellen geschrieben hatte. Sie wird nicht in der Forschung bleiben, sondern an ein Pharma-Prüfinstitut wechseln. Das passte prompt zu der pessimistischen Einschätzung von Professor Menger: "Sie werden jetzt arbeiten müssen. Der schönste Teil Ihres Lebens ist vorbei."

So recht glauben wollte das aber an diesem schönen Juni-Tag niemand, zumal Menger hinzufügte: "Wir glauben, dass wir mit Ihnen richtig gute Ärzte ausgebildet haben. Sie sollen alle einen guten Job kriegen und viel Geld verdienen."

Das mit dem Geld meinte er nicht uneigennützig, denn "dann können Sie das Geld, das Sie nicht brauchen, an unser Uniklinikum spenden, damit wir auch weiterhin gute Leute auszeichnen können." Der wichtigste Teil des Nachmittags folgte dann: die Verteilung der Doktorhüte und die Glückwünsche an die Doktoren, die den Augenblick zu würdigen wussten: "Ich habe total Gänsehaut", bekannte ein frischgebackener Hutträger. Am Ende waren sich alle einig: Eine Promotion bedeutet nicht nur, dass man wissenschaftlich arbeiten kann, sondern zeugt auch von Durchhaltevermögen. Gestern wussten alle, dass sich die Arbeit doch gelohnt hatte.

Einige waren verhindert, aber die Mehrzahl der Doktoren war doch zur Promotionsfeier in den großen Hörsaal gekommen. Fotos: SZ/Maack
Einige waren verhindert, aber die Mehrzahl der Doktoren war doch zur Promotionsfeier in den großen Hörsaal gekommen. Fotos: SZ/Maack
Das könnte Sie auch interessieren