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Lehrer-Schüler-Konzert
Ein Hauch von Schottland bleibt

Zum Auftakt des Abschlusskonzerts von Schülern und Lehrern der „Winter School“ des „College of Piping“ aus Glasgow gab‘s am Samstag in der Jugendherberge Homburg erstmal einen Auftritt der Lehrer.
Zum Auftakt des Abschlusskonzerts von Schülern und Lehrern der „Winter School“ des „College of Piping“ aus Glasgow gab‘s am Samstag in der Jugendherberge Homburg erstmal einen Auftritt der Lehrer. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. „Winter School“ des „College of Piping“ hat auch in diesem Jahr wieder ihre guten Spuren hinterlassen. Eine Woche lang war die Jugendherberge Heim von 40 Schülerinnen und Schülern aus ganz Europa. Von Thorsten Wolf

Wo noch bis zum Sonntag schottisches Flair herrschte, hat nun seit Montag wieder der Alltag Einzug gehalten, in der Homburger Jugendherberg geht wieder alles seinen üblichen Gang. Doch ohne Zweifel, die „Winter School“ des „College of Piping“ hat auch in diesem Jahr wieder ihre guten Spuren hinterlassen, eine Woche lang war die Jugendherberge Heim von 40 Schülerinnen und Schülern aus ganz Europa.


In unterschiedlichen Kursen wurden Anfänger und Fortgeschrittene weitergebildet an den Dudelsäcken und den Drums. Und auch für „Drum Majors“, also die Frontmänner einer Marching Band, gab‘s die Gelegenheit, das eigene Können zu verbessern. Unter eben diesen „Drum Majors“ fand sich in der vergangenen Woche auch Thomas Reber aus der Schweiz. An Rande des großen Abschlusskonzerts von Schülern und Lehrern der „Winter School“ am vergangenen Samstag in der Jugendherberge, ließ sich Reber ein bisschen ins buchstäbliche Handwerk schauen. „Man kann die Funktion eines Drum Majors ein bisschen mit der eines Feldwebels bei einem militärischen Zug vergleichen.

Er ist verantwortlich dafür, dass die Band anständig gekleidet ist, dass das Marschieren richtig klappt, die Uniformen sauber sind.“ Damit das gelinge, gelte es „zu üben, zu üben und zu üben“.

Was am Mittwoch, bei der großen Parade des College of Piping durch Homburg, nicht zum ersten Mal deutlich wurde: Was ein echter Drum Major ist, der lächelt „im Dienst“ nicht. „Wir sind ja die, die da ganz vorne in der Marschkollonne laufen, wir sind die, die die Zuhörer mit Nachdruck zur Seite bitten“, grinste Reber. Und da sei es wenig sinnvoll, wenn man als Drum Major „Tri-Tra-Trullala“ mache. „Es geht einfach einfacher, wenn man einfach druchmarschiert, man hat ja auch quasi eine militärische Funktion.“

Damit alle hinter dem Drum Major, also die Piper und Drummer, wissen, wie es wo lang geht, bedienen sich die Formations-Führer einer Band des so genannten „Mace“, eines langen Stabes mit versilberter Kugel an der Spitze. „Mit dem Mace gebe ich nicht den Takt vor wie ein Tambour Major. Den Takt gibt es zu Beginn mit meinem Kommando. Mit dem Mace zeige ich vielmehr die Richtung der Marschkollonne an, gebe Zeichen zum Anhalten oder sorge für den ‚Cut Off‘, wenn wir aufhören zu spielen.“



Wie kunstvoll Drum Major dabei mit dem Mace umgehen, auch zeigte das Abschlusskonzert am Samstag, als Thomas Reber und zwei weitere Schüler der Drum-Major-Klasse vor zahlreichen Gästen in der Jugendherberge ihr Können unter Beweis stellten. Zusätzlich gab‘s ganz öffentlich, wie für alle anderen Teilnehmer der „Winter School“ auch, einen Teilnahmenachweis für die einwöchige Fortbildung.

Zu denen, die am Samstag ihre Können unter Beweis stellten, zählte auch Anne Fürst, Drummerin am Snare-Drum. Seit 2012 ist die jungen St. Ingberterin „unter Schotten“, angefangen hat sie damals eben bei der „Winter School“. Auf die Idee sei sie gekommen, weil ihr Bruder zu diesem Zeitpunkt schon Dudelsack gespielt habe, „ich fand das natürlich toll. Ich wollte aber nicht das selbe machen wie mein Bruder. So kam’s dann zur Trommel.“

Das Spiel mit dem Snare-Drum mache aus, dass diese Trommelart einen sehr harten Klang habe, „fast wie ein Pistolenschuss. Es kommt beim Spielen sehr auf die Dynamik an, auf Laut und Leise, auf die Akzente.“ Natürlich gebe es auch einen kleinen „Konkurrenzkampf“ zwischen den Pipern und den Drummern, grinste Anne. „Die Piper sind die Musiker. Und sie sind ‚Massenware‘, es gibt vielmehr Piper als Drummer – weil Drummer sind die Künstler“, so die junge Trommlerin mit einem Augenzwinkern. Dass vieles von dem, was „Pipes & Drums“ ausmache, durchaus militärisch wirke, damit habe sie kein Problem. „Wenn wir bei einer Parade marschieren, dann fällt das natürlich sehr auf. Aber wenn wir hier Abends sitzen und gemeinsam Musik machen, dann ist das ganz locker.“ Dass für sie die schottische Musik auch weiter im Leben Bestand haben werde, dessen sei sie ganz sicher, so die 18-jährige Studentin. „Es gehört für mich einfach fest dazu, ich kann es sich mir nicht mehr ohne schottische Musik vorstellen.“