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Ein großes Fest für Bücherfreunde

Homburg. Wer Bücher liebt, der wird sich den Termin ohnehin schon notiert haben: Am Wochenende ist wieder Buchmesse im Homburger Saalbau. Viele Autoren werden dabei sein und aus ihren Werken vorlesen. Und auch der „Hom-Buch“-Preis wird wieder verliehen – in fünf verschiedenen Kategorien. red/ust



Menschen, für die Bücher zum Leben gehören, sind am Wochenende in Homburg richtig. Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, verwandelt sich Homburg wieder in eine Stadt der Bücher . Das ist zum Großteil Ulrich Burger zu verdanken. Er ist der Initiator der Buchmesse "Hom-Buch" und lädt zum fünften Mal Bücherfreunde zu diesem literarischen Großereignis ein - und zwar so, wie in den beiden Vorjahren, in den Saalbau.

Zahlreiche Verlage und Autoren mit verschiedenen Genres sind vertreten. Da sollte also für jeden Geschmack etwas dabei sein, versprechen die Veranstalter. Am Samstag um 14 Uhr wird die Buchmesse von der Schirmherrin, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, eröffnet. Direkt im Anschluss daran wird der "Hom-Buch"-Preis in fünf Kategorien verliehen. Das Ergebnis basiert auf einer Online-Abstimmung in den vergangenen Monaten. Erstmalig wird in diesem Jahr auch ein Preis in der Kategorie "Beste Anthologie" vergeben. Ein Internetaufruf von engagierten Autoren habe dies ermöglicht.

Im vergangenen Jahr habe das Saarpfalz-Gymnasium eine Umfrage über Lesegewohnheiten der Schüler gemacht. Häufig wurden Thriller genannt. Dazu passt, dass Burger die Autorin Zoë Beck aus Berlin eingeladen hat. Für ihre Romane und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie wird aus ihrem neuen Buch "Schwarzblende" vorlesen.

Für die fünfte "Hom-Buch" haben sich auch wieder viele saarländische Autoren angemeldet, darunter Christoph Marzi, der für "Urban Fantasy" steht, und die aus Neunkirchen stammende Maria W. Peter, deren Roman "Die Küste der Freiheit" für den Homer-Literaturpreis nominiert ist. Der Fantasy-Autor Markus Heitz gilt mittlerweile als Stammgast der Homburger Messe. Er ist zudem der erste "Hom-Buch"-Preisträger (natürlich in der Kategorie "Fantasy"). Der fünfte Band seiner "Zwerge" wird im Saalbau vorgestellt. Aber auch die saarländischen Autorinnen und Autoren Dr. Torsten Markwirth, Elke Schwab , Angelika Lauriel, Sabine Müller, Gerhard Weis, Sabine Osman, Nicole Kolling und Dolly Hüther werden an den beiden Tagen anzutreffen sein.

Der in Schwarzenbach lebende Kardiologe Markwirth veröffentlichte vor sechs Jahren sein Erstlingswerk "Unsortiert". Es handelt von einem Menschen, dessen Leben wegen seines Kontrollzwanges völlig aus den Fugen gerät. Es folgten der Roman "Alkohol" über einen süchtigen Arzt, der zum Mörder wird, und 2014 sein drittes Werk "Fett", dem das Thema extreme Adipositas zu Grunde liegt. Aus "Fett" liest der Autor am Samstag um 16.15 Uhr. Roman Nummer vier mit dem geplanten Titel "Arm" ist zurzeit in Arbeit und thematisiert das Schicksal der Obdachlosigkeit.

Sabine Müller ist die Verfasserin der fiktiven Mittelalterromane "Das Mal der Burgherrin" (2013) und "Das Erbe der Burgherrin" (2014), die zum Teil in Homburg und Umgebung spielen. Obwohl der Prolog für ihr drittes Buch inzwischen fertig sei, habe sie aus beruflichen Gründen wenig Zeit und Muße zum Weiterschreiben. Als Apothekerin sei sie ganz besonders an der Darstellung von mittelalterlichen Kräuterfrauen interessiert, sagte sie vor Schülern. Es mache ihr großen Spaß, Regionalgeschichtliches in ihre Romane einfließen zu lassen - zum Beispiel aus Kirkel, Limbach, Altstadt und Homburg . Zudem könnten Leser viele versteckte Anspielungen auf ihre Heimat entdecken.

Ein Buch mit viel schwarzem Humor wird von Rebecca Hohlbein präsentiert: "Helga, oder mit der al Qaida nach Sibirien". Aileen P. Roberts, deren Schottland- und Elfen-Romane bei den früheren Buchmessen sehr gut ankamen, gastiert am Sonntag erneut in Homburg . Was bei dem Schreibwettbewerb "Irgendwas bleibt" herauskam, wird ebenfalls am Sonntag zu erfahren sein - und mehr zum großen Programm, aber auch weitere, detaillierte Informationen gibt es im Internet: die-hombuch.de

Für Bücherfreunde heißt es nun also, sich schleunigst bereitzumachen für ein großes Fest rund ums Lesen. Mit dem ersten Weltkrieg beschäftigt sich seit Monaten die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums. Unter Anleitung ihres Lehrers Eberhard Jung schrieben die Schülerinnen und Schüler Gedichte über Ereignisse und menschliche Schicksale während dieses Krieges und forschten nach Spuren in ihrem Umfeld. Das Ergebnis dieser Recherchen wird am Wochenende, 28./29. März, als Beitrag zur Buchmesse "Hom-Buch" im Homburger Saalbau präsentiert. Das 372 Seiten starke Buch enthält viele kreative Texte, die aufgelockert werden mit Zeichnungen und Fotos. Damit versuchen die jungen Autoren, ein Bewusstsein zu schaffen für die Generationen, die unter beiden Weltkriegen litten. Zahlreiche, rund hundert Jahre alte Fotos verleihen dem Buch Authentizität. Zudem wird mit Abbildungen saarländischer Kriegerdenkmäler und Soldatengräber das Ausmaß des Weltkriegs in der Region nachgewiesen.

In dem Kapitel "Kassandrarufe" werden die zeitgenössischen Warnungen vor dem Krieg thematisiert. Es folgt die Darstellung von Einzelschicksalen in Kurzbiografien. Das Kapitel "Alltag an der Front" befasst sich mit Grabenkämpfen, Todesängsten, Sturmbefehlen, Rattenplagen, Lazarett-Aufenthalten und Sehnsüchten der Frontsoldaten. An der "Heimatfront" musste derweil die Zivilbevölkerung mit Hunger, Seuchen, Existenzängsten, Todesnachrichten und traumatisierten Heimkehrern zurechtkommen.


Zum Thema:

Auf einen BlickDie Homburger Buchmesse im Saalbau "Hom-Buch" erstreckt sich über zwei Tage am Wochenende. An beiden Messetagen kommt man einer Vielzahl von Autoren und Verlagen sehr nah. Weitere Einzelheiten sind auf der Homepage nachzulesen: die-hombuch.de.Ge öffnet ist die Buchmesse am Samstag, 28. März, von 13 bis 19 Uhr, am Sonntag, 29. März, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet regulär fünf Euro für einen Tag und sieben Euro für beide Tage, ermäßigt zahlt man drei/fünf Euro. Für Kinder bis zwölf Jahre ist der Besuch der "Hom-Buch" kostenlos. Am Sonntag, 29. März, wird es eine Happy Hour geben: von 10 bis 11 Uhr kann die Messe kostenlos besucht werden.Am Samstag, 28. März, 20 Uhr, wird der Autor Simon André Kledtke in der Tapas-Bar, Saarbrücker Straße 6, in Homburg aus seinem Buch "Sarania: Das Vermächtnis der Magier" lesen - sozusagen ein Zusatzprogramm zur "Hom-Buch", teilte Veranstalter Ulrich Burger mit. Der Eintritt ist frei. red