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Ehemaliger OB durch anonymes Schreiben erneut belastet

Homburg. Rund um die Überwachungsaktion beim städtischen Baubetriebshof in Homburg gibt es eine erneute Wende. Zunächst hatte die Stadt in der vorletzten Woche unter anderem auch gegen den ehemaligen Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU ) Strafanzeige gestellt. Ihm wurde vorgeworfen, dass er städtische Bedienstete während deren Arbeitszeit auf seinem Privatgrundstück beziehungsweise beim Haus seiner Töchter eingesetzt habe. Der aktuelle Verwaltungschef Rüdiger Schneidewind (SPD ) hatte die Vorwürfe gegen Schöner in einer eigens einberufenen Pressekonferenz jedoch relativiert (wir berichteten). Doch die Anschuldigungen erhalten nun neue Nahrung. Peter Neuheisel

Zwei Anwohner der Straße "Am Lerchenhübel" in Kirrberg, wo auch das Wohnhaus Schöners steht, haben in einem anonymen Schreiben an die Staatsanwaltschaft Saarbrücken, das auch an unsere Redaktion geschickt wurde, behauptet, dass sehr wohl häufiger Bedienstete der Stadt auf dem Grundstück des Alt-OBs gearbeitet hätten. In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Die Staatsanwaltschaft könnte doch mal die Anwohner befragen, wie oft Autos der Stadt dort vorfuhren. Sie könnte auch den direkten Nachbarn fragen, wie Herr Schöner vorher regelte, dass er über dessen Waldstück fahren (lassen) kann." Die Schreiber des Briefes erwähnen dabei, dass Sand vom neuen Haus der Schöner-Tochter von städtischen Fahrzeugen auf Schöners Grundstück abgeladen worden sei.



Kritisiert wurde in dem Schreiben insbesondere auch Schneidewind für dessen vermeintliches Zurückrudern in der Sache Schöner. Wie könne es sein, dass zu einem solch frühen Zeitpunkt schon festgestellt werde, die Strafanzeige sei etwas überstürzt gestellt worden. Dies sei eine "fadenscheinige Erklärung" Schneidewinds.

Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken bestätigte den Eingang des anonymen Schreibens. Es sei gestern Morgen dem zuständigen Dezernenten zur Ermittlungsakte vorgelegt worden. "Der Inhalt des Schreibens wird im Zuge der Ermittlungen auf seine strafrechtliche Relevanz zu würdigen sein", erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft , Christoph Rebmann.

Die 300 000 Euro teure Überwachungsaktion durch externe Detektive wird die Stadt wohl noch länger beschäftigen. Am kommenden Dienstag, 30. August, 17.30 Uhr, tagt auch der Homburger Stadtrat erneut zu diesem Thema.