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Kreissparkasse Saarpfalz
Die Farbe geschickt auf die Leinwand „werfen“

 Die Saarbrücker Künstlerin Dorothee Wendel vor ihrem Hauptwerk „Conexion“, das derzeit im Kundenfoyer der Kreissparkasse Saarpfalz in Homburg zu sehen ist.
Die Saarbrücker Künstlerin Dorothee Wendel vor ihrem Hauptwerk „Conexion“, das derzeit im Kundenfoyer der Kreissparkasse Saarpfalz in Homburg zu sehen ist. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Die Künstlerin Dorothee Wendel stellt derzeit Teile ihrer Werke unter dem Titel „Conexion“ in der Kreissparkasse Saarpfalz in Homburg aus. Von Sebastian Dingler

„Also, ich werfe das Bild ganz normal“: So beginnt Dorothee Wendel einen Satz zur Entstehung eines ihrer Bilder. Diese außergewöhnliche Methode zum Aufbringen von Farbe auf eine Leinwand ist der Saarbrücker Künstlerin schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie sie als ganz normal empfindet. Natürlich haben das auch schon andere gemacht, etwa der berühmte Maler Jackson Pollock, der die Farbe aus Dosen auf die Leinwand tropfen ließ. Mit ihm werde ihr Stil manchmal verglichen, meint Dorothee Wendel, das empfinde sie sicher nicht als Beleidigung, aber: „Ich mach’s doch anders, ich überlasse es nicht so dem Zufall, habe die Farbe ja noch in der Hand und bestimme dann schon, in welche Richtung es geht.“


Herausgekommen sind dabei jene Bilder, die derzeit im Kundenfoyer der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse Saarpfalz in der Homburger Talstraße zu sehen sind. Die Ausstellung „Conexion“ zeigt 13 Werke der Malerin, die erst seit einem Jahr voll auf die Kunst setzt. Zuvor hatte sie, von der Ausbildung her Betriebswirtin, noch eine Halbtagsstelle besessen. „Ich sage immer, von Beruf bin ich Künstlerin, und gelernt habe ich die BWL“, meint Dorothee Wendel dazu. Mittlerweile hat sie schon in Paris, Wien und Antwerpen ausstellen dürfen. Sehr dynamisch und emotional erscheinen ihre abstrakten Bilder, und tatsächlich gibt sie zu, dass sie ihre Technik aufgrund ihrer Biografie entwickelt habe: „Da ging es um das Thema Freiheit und Grenzen. Um Muster, die man verinnerlicht hat.“ Sowohl innere Wut als auch das Streben nach Befreiung haben dazu geführt, dass sie anfing, die Farbe auf die Leinwand zu schleudern. „Beim Werfen bestimmen vor allem Geschwindigkeit, Energie und die Entfernung das Ergebnis“, sagte die Künstlerin bei der Ausstellungseröffnung.

Den Titel der Ausstellung hat Dorothee Wendel von ihrem Hauptwerk übernommen: Das sind fünf nebeneinander gehängte Bilder im Format 60 mal 80 Zentimeter mit schwarzweißen Streifen, einmal von einer silbernen Linie unterbrochen, einmal von einer goldenen. Von dieser Serie hat sie 17 Stück gemalt beziehungsweise geworfen: „Ich verbinde damit die Vision, dass ich dieses Bild unendlich fortsetzen könnte.“ Die spanische Schreibweise „Conexion“ des lateinischen Worts „conexus“ für „Verbindung“ oder „Zusammenhang“ habe sie gewählt, weil sie als Marke noch frei war, im Gegensatz zum englischen „connection“.



Der Künstlerin geht es dabei um das Thema Handlungsverantwortung. „Jede Handlung verändert die Welt. Niemand kann ohne Folgen handeln. Wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird und wellenförmige Kreise verursacht, so folgt eine Handlung der anderen“, sagte sie bei der Einführung in ihr Werk, die sie überraschend selbst übernahm. Mit „Conexion“ wolle sie aus vielen Bildern, die alle miteinander in Zusammenhang stehen, ein großes Bild schaffen. Dieses solle den Gesamtzusammenhang in unserer Welt und die Verantwortung für unsere Handlungen verbildlichen. Derzeit befinde sie sich im Gold- und Silberrausch,  deshalb habe sie diese goldene und silberne Linie in ihr Hauptwerk aufgetragen.

Die Ausstellung „Conexion“ von Dorothee Wendel im Kundenfoyer der Kreissparkasse Saarpfalz  in der Talstraße in Homburg kann während der Öffnungszeiten besucht werden und läuft noch bis einschließlich Freitag, 22. Februar.