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Was macht eigentlich der Landrat?
Die Zukunft der Region aktiv gestalten

Mitglieder des Jugendforums Saarpfalz trafen sich mit Landrat Theophil Gallo (rechts) zum Gedankenaustausch. Dabei ging es diesmal inbesondere um die Frage, wie die tägliche Arbeit des ersten Mannes im Kreis so aussieht.
Mitglieder des Jugendforums Saarpfalz trafen sich mit Landrat Theophil Gallo (rechts) zum Gedankenaustausch. Dabei ging es diesmal inbesondere um die Frage, wie die tägliche Arbeit des ersten Mannes im Kreis so aussieht. FOTO: Stefan Munz
Saarpfalz-Kreis. Mitglieder des Jugendforums Saarpfalz trafen sich zu einer Diskussionsrunde mit Landrat Theophil Gallo. In der Kreisverwaltung in Homburg konnten sie dabei mehr über die Arbeit und die Aufgaben eines Landrates erfahren. Von red

„Was macht ein Landrat, außer auf Termine zu gehen und Reden zu halten?“ Diese und andere Fragen diskutierten die Mitglieder des Jugendforums Saarpfalz in der Kreisverwaltung mit Landrat Theophil Gallo.


Über zwei Stunden hinweg stellten die Jugendlichen Fragen, die sie als engagierte Bürger bewegen, so unter anderem zu den Themen Jugendbeteiligung, Schulbau, Barrierefreiheit und aktuellen Herausforderungen für unsere Demokratie. Zudem informierten sie sich über aktuelle Fragestellungen der Kreispolitik und Facetten aus der Arbeit eines Landrates, wie es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung weiter heißt.

Landrat Gallo betonte darüber hinaus die großen Anstrengungen des Kreises bei Unterhalt und Sanierung von Schulgebäuden, konstatierte aber dennoch weiterhin erheblichen Nachholbedarf. „Die Stühle wackeln halt trotzdem“, so auch das Fazit der 19-jährigen Ines Jonderko. Auch in puncto Barrierefreiheit bleibe noch viel zu tun, wie im Gespräch anhand zahlreicher Beispiele deutlich wurde. Vor dem Hintergrund des Inklusionsgedankens fordern die Teilnehmenden hier mehr Aufmerksamkeit seitens der Verwaltung.



Theophil Gallo hatte umgekehrt aber auch viele Fragen an die Jugendlichen, denn seiner Meinung nach „darf man nicht alles ausschließlich den Älteren überlassen“, vielmehr sei die Gesellschaft darauf angewiesen, dass sowohl in der Regel ältere Menschen mit viel Erfahrung als auch jüngere Menschen mit frischen Ideen Hand in Hand zusammenarbeiteten und voneinander profitierten, und dies nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch im Politbetrieb und im Ehrenamt. Ein besonderes Anliegen sei ihm daher, wie sich die Jugend ihre Zukunft im Saarpfalz-Kreis vorstelle. Junge Menschen müssten weiterhin dazu ermutigt werden, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten, so Gallo. Hierzu müsse auch die Politik ihren Beitrag leisten, indem sie die Meinungen der jungen Generation ernst nehme. Als einen Baustein hierzu lud er das Jugendforum ein, sich mit dem Kreisentwicklungsplan auseinanderzusetzen, und hierzu ein Feedback zu geben, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Dass die Tätigkeit des Landrats nicht nur auf das Halten von Reden und die Wahrnehmung von Terminen beschränkt ist, konnte auch klargestellt werden. Es war im Grunde auch nur als rhetorische Frage gedacht. Ein Großteil der Arbeit des ersten Mannes im Kreis spiele sich jedoch im Hintergrund ab, wo es vor allem darum gehe, durch richtungsweisende Entscheidungen und deren oftmals notwendige Abstimmung mit den gewählten Gremien die Funktionsfähigkeit der Verwaltung sicherzustellen und die Entwicklung von Rahmenbedingungen mit im Auge zu behalten. Der Landrat steht auch regelmäßig im Austausch mit den insgesamt sieben Kommunen im Kreis.

Beide Seiten, Landrat und die Jugendlichen, vereinbarten zudem ein weiteres Treffen zum Gedankenaustausch. Landrat Gallo dankte den Beteiligten am Ende der Diskussionsrunde für ihr Engagement und betonte, dass man im generationenübergreifenden Dialog immer dazulerne.