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Römermuseum im Sommer
Die Römer haben keine Sommerpause

Der Ortskern der Römersiedlung in Schwarzenacker ist freigelegt worden, in der gallo-römischen Kleinstadt wohnten einst rund 2000 Menschen.
Der Ortskern der Römersiedlung in Schwarzenacker ist freigelegt worden, in der gallo-römischen Kleinstadt wohnten einst rund 2000 Menschen. FOTO: Christine maack
Homburg. Während der Ferien können Kinder immer dienstags in die Welt der Antike eintauchen. Mal wird römisch gebaut, mal getöpfert oder gekocht. Sich mit einer Tunika zu bekleiden, gehört natürlich auch dazu. Von Christine Maack

  Hätte man dem Augenarzt Sextus Ajacius Launus erzählt, dass in 2000 Jahren sein Behandlungszimmer nachgestellt und eines seiner Rezept in einer Vitrine liegen würde, hätte er sich vermutlich an den Kopf gegriffen.


Aber wir wissen nicht nur, was er auf das Rezept geschrieben hat, sondern auch, was er und die übrigen Kleinstadtbewohner gekocht und gegessen, wie sie sich gekleidet und gekämmt haben. Und so war die römische Siedlung in Schwarzenacker ein kleiner, gut funktionierender Mosaikstein im römischen Riesenreich, in dem sich wie unter einem Brennglas das Alltagsleben vor 2000 Jahren spiegelt. Um dies nachzustellen, hat sich das Team des Römermuseums wieder jeden Dienstag während der Ferien interessante Aktionen für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren ausgedacht, jeweils in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr.

Am Dienstag, 3. Juli, geht es militärisch zu, denn es heißt „Zum Appell – Legionäre in Schwarzenacker“. Die Kinder lernen, wie ein römischer Legionär mit Helm, Schild und Schwert exerzierte und müssen zuvore Ausrüstung selbst herstellen.



„Ärmel hoch und angepackt!“ ist am Dienstag, 10. Juli, beim Bauhandwerkertag die Devise. Zum Einsatz kommen bei den Baumeistern die Groma (römisches Vermessungsinstrument), der Steinbohrer, die römische Messlatte, Hammer und Meißel und die Zeitmessung auf römische Art.

Beim Thema „Ton trifft Schrift“ am Dienstag, 17. Juli, wird geschrieben und getöpfert wie ein Römer. Es wird gesägt, geklebt, geschmirgelt, Wachs geschmolzen und mit Ton gearbeitet. Auf der selbst gebastelten Wachstafel und auf dem Getöpferten werden erste Schreibversuche mit Buchstaben und Zahlen unternommen.

Bei „Gloss und Glamour“ am Dienstag, 24. Juli, geht es um die schönen Dinge des Römerlebens, nämlich um Schmuck und Kosmetik. Nach antikem Vorbild werden für römische Damen und Herren Schmuckstücke hergestellt und Pflegeprodukte gezaubert.

Am Dienstag, 31. Juli, begibt sich „die Jupiter AG“ auf Entdeckungstour zur römischen Götterwelt. Spielerisch lernen die Kinder Namen und Bedeutung einzelner Götter kennen und fertigen eine Götterfigur. Eine kleine Tempelzeremonie darf nicht fehlen, für die allerdings erst Musikinstrumente und Räucherwerk hergestellt werden müssen. Wenn die Ferien vorbei sind, dürfen auch die Erwachsenen wieder römisch kochen, und zwar am Samstag, 8. September von 9.30 bis 12.30 Uhr. Vor allem Kräuter werden unter sachkundiger Anleitung zu überraschenden Geschmackkompositionen verarbeiten. Eine Heilpraktikerin erläutert auch deren medizinische Wirkung.

Nachgestellte Römerzeit: Die Legionäre Johannes Feldmann (links) und Michael Höller (rechts) von den „Raetiki Romani“ lassen dem „Falschmünzer“ Thomas Kreckel keine Chance.
Nachgestellte Römerzeit: Die Legionäre Johannes Feldmann (links) und Michael Höller (rechts) von den „Raetiki Romani“ lassen dem „Falschmünzer“ Thomas Kreckel keine Chance. FOTO: Thorsten Wolf