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Spende für Kinderklinik
Die Pumpis bringen Farbe ins Krankenhaus

Olga Gabelmann (links) und Bettina Dorst (rechts) von der Initiative „Pumpis für Herzis“ bei der Spendenübergabe in der Kinderherzklinik. In der Mitte Eva-Maria Färber und Peter Schwarz.
Olga Gabelmann (links) und Bettina Dorst (rechts) von der Initiative „Pumpis für Herzis“ bei der Spendenübergabe in der Kinderherzklinik. In der Mitte Eva-Maria Färber und Peter Schwarz. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Eine Initiative stattet kleine Patienten in der Homburger Kinderherzklinik mit bunten und bequemen Pumphosen aus. Von Sebastian Dingler

„Pumpis für Herzis“ nennt sich eine Initiative, die sich im vergangenen Jahr gegründet hat mit dem Ziel, durch Nähen mehr Farbe ins Krankenhaus zu bringen. Pumpis steht dabei für bequeme Pump-
hosen, die gerne von den kleinen Patienten der Kinderherzklinik getragen werden. Diese Kinder wiederum werden von der Initiative „Herzis“ genannt. Aber nicht nur Pumpis waren dabei, als am Mittwoch Olga Gabelmann und Bettina Dorst von der Initiative in die Klinik kamen. Zu Weihnachten gibt es auch Anhänger in Herzform, Kirschkernkissen, Rasselkissen, Duftherzen, Mützen, Leseknochen, Leseherzen, Spucktücher, Puck- und Schlafsäcke, Lätzchen und Kuscheldecken. Für das Personal hatten die Mütter außerdem zwei große Fresskörbe dabei.


Die Motivation der beiden Frauen ist unterschiedlich: Bettina Dorst, die aus Ottweiler kommt, ist froh, zwei gesunde Kinder zu haben. Sie nähe einfach furchtbar gerne und habe mit ihrer Zeit und ihren Stoffen etwas Gutes tun wollen. Im Freundeskreis kennt sie Eltern von herzkranken Kindern und auch das Leid, das solche Familien durchmachen. „Man will halt versuchen, den Aufenthalt in der Klinik so schön wie möglich zu machen“, meinte sie. Olga Gabelmann wiederum musste das am eigenen Leib erfahren: „Ich bin mit meiner Tochter sehr oft hier, weil sie einen schweren Herzfehler hat. Wir haben der Klinik und dem Personal ihr Leben zu verdanken. Sie musste dreimal reanimiert werden und hatte eine komplizierte Operation. Sie hat es geschafft dank dieser tollen Leute hier.“

Im vergangenen Jahr habe Gabelmann schon einen Fresskorb für das Personal zusammengestellt, doch dann hatte sie das Gefühl, noch etwas mehr zurückgeben zu wollen. Als Idee kamen ihr da kleine Anhänger in Herzform, die sie gerne nähen wollte. „Ich dachte an die Eltern und Kinder, die jetzt über Weihnachten hier sind. Ich weiß ja selber, wie das ist, wenn man sich Sorgen macht und nicht zuhause sein kann. Da dachte ich, irgendwas muss ich machen! Eine Kleinigkeit, um den Eltern und Kindern eine Freude zu machen.“ Jedoch habe sie schnell gemerkt, dass sie das allein nicht schafft — sie sei schließlich auch viel unterwegs wegen ihrer herzkranken Tochter.



In der Facebook-Gruppe „Eltern und Familien herzkranker Kinder“ startete Gabelmann somit einen Aufruf, dem letztlich einige Mütter und eben auch die Initiative „Pumpis für Herzis“ folgten. Jetzt freuten sich bei der Spendenübergabe die Bereichsleiterin Eva-Maria Färber und Oberarzt Peter Schwarz über die tollen Artikel. Schwarz meinte: „Das sind sehr gute Sachen, die tatsächlich auch krankenhaustauglich sind. Das bedeutet: Man muss es ordentlich waschen können, es muss Flüssigkeiten aushalten, es darf nicht mit losen Fäden sein und die Nähte dürfen nicht aufgehen.“ All das erfüllten die Nähsachen. Die Schlafsäcke sind außerdem so konstruiert worden, dass man sie im Notfall seitlich schnell öffnen kann. Die Pumphosen wiederum sind sehr weich und dehnbar, so dass sie sehr bequem zu tragen sind.

Eva-Maria Färber betonte noch die Wichtigkeit der Spenden für die Kinder: „Wenn wir die Kinder ein bisschen ‚quälen‘ müssen, etwa bei der Blutentnahme, dann ist es toll, wenn wir etwas zur Belohnung haben. Wir haben eine Belohnungskiste, da darf sich ein Kind etwas raussuchen.“ Somit seien auch Spielzeugspenden immer wieder gerne gesehen — natürlich nur, wenn sie hygienisch einwandfrei sind. Manche bedürftige Kinder besäßen noch nicht einmal Kuscheltiere, sagte die Bereichsleiterin. Eine Patientin, die jetzt 16 Jahre alt ist, bringe zum Beispiel immer noch den Teddy mit, den sie bereits vor zehn Jahren in der Klinik bekommen habe.

„Die Station wird mit der Zeit ein Zuhause“, meinte Eva-Maria Färber, und: „Für uns ist es ein Geschenk, wenn die Kinder gesund und lebenswürdig nach Hause gehen können — dann ist unsere Arbeit von Erfolg gekrönt.“