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Die Gratwanderung des Saxofons

Das Homburger Sinfonieorchester bietet mehrmals pro Jahr Konzerte. Am Sonntag, 22. November, sind nun unter anderem die Werke der Preisträger des Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg zu hören. Foto: Thorsten Wolf/Homburger Sinfonieorchester
Das Homburger Sinfonieorchester bietet mehrmals pro Jahr Konzerte. Am Sonntag, 22. November, sind nun unter anderem die Werke der Preisträger des Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg zu hören. Foto: Thorsten Wolf/Homburger Sinfonieorchester FOTO: Thorsten Wolf/Homburger Sinfonieorchester
Homburg. Mit drei Uraufführungen und zwei Werken von Bernstein und Tschaikowsky bestreitet das Homburger Sinfonieorchester sein November-Konzert. Die neuen Stücke für Saxofon und Orchester stammen aus der Feder junger Komponisten, die den Wettbewerb der Stadt Homburg gewonnen haben. Ulrike Stumm

Wer ins Konzert geht, der möchte unterhalten werden - und da ist Bekanntes natürlich immer eine sichere Bank. Dabei kann Neues spannend sein und ungewohnte Hörerlebnisse sind einen Versuch wert, schließlich waren ja auch die mittlerweile als der Inbegriff der klassischen Musik geltenden Komponisten einmal Neulinge - und ihre Werke teils ungewohnt für diese Zeit.

Jetzt darf sich auch das Homburger Publikum auf Uraufführungen freuen und kann zeigen, dass es seinen Ohren wieder einmal etwas anderes zutraut: beim Konzert des Homburger Sinfonieorchesters am Sonntag, 22. November, 18 Uhr, im Saalbau. Hintergrund ist der Kompositionswettbewerb der Stadt Homburg , der mittlerweile zum vierten Mal ausgelobt wurde. Die Sieger stehen fest, und da es um Musik geht, sollen ihre Werke auch aufgeführt werden.

"Gratwanderung" lautete diesmal das Thema, bei dem zusätzlich ein Instrument in den Mittelpunkt gestellt wurde. Komponiert werden sollte ein Werk für Solosaxofon und Orchester . Und im breit gefassten Motto sollen durchaus Grenzen berührt, unterschiedliche musikalische Stile benutzt werden: Es gehe nicht zuletzt um den Grat zwischen Jazz und Klassik, zwischen improvisierter und notierter Musik, schreibt das Orchester . Es gibt wieder drei Preisträger - allerdings in etwas anderer Verteilung. Die Juroren beschlossen, den ersten Preis zwischen Maximilian Guth und Martin Sadowski zu teilen und Moritz Laßmann den dritten Preis zu verleihen. Der zweite Preis sei nicht vergeben worden.

Die drei preisgekrönten Werke könnten charakterlich nicht unterschiedlicher sein: Laßmanns "Groteske", ein kurzes, "knackiges" Stück, stehe im scharfen Kontrast zu Guths Klangmalerei "Hora", die ihren Charme aus extremen, flüssigen Pianissimo-Effekten schöpft. Dagegen stehe Sadowskis "Concertino", das sich mit seinen obsessiven, um den Ton G kreisenden Bässen und einer ausgiebigen Kadenz für den Solisten zu einem dramatischen Ende hin steigert. Solist des Abends ist der Saxofonist Guy Goethals.

Dotiert sind die drei Preise mit insgesamt 2300 Euro - 1500 Euro für den ersten Platz, 500 für den zweiten und 300 Euro für den dritten. Dazu kommt ein gesponserter Publikumspreis über 700 Euro.

Umrahmt wird die Preisverleihung durch zwei bekannte Werke, "zwei Perlen der sinfonischen Literatur", schreibt das Orchester weiter. Zu hören ist Leonard Bernsteins (1918 bis 1990) Ouvertüre zu Candide. Sie habe die Konzertsäle erobert, lange bevor seine Operette überhaupt wahrgenommen, geschweige denn gewürdigt worden sei.

Zudem steht Tschaikowskys (1840 bis 1893) mächtig Sinfonie Nr. 5 auf dem Programm. Sie ist seit über 150 Jahren ein Klassiker und bleibe bis heute eine große Herausforderung für jedes Sinfonieorchester. Damit können sich die Zuhörer auf einen besonderen Konzertabend freuen: mit neuen Geschmacksrichtungen und mit bewährter Kost.

Karten kosten 15 Euro, Kinder, Jugendliche und Studenten haben freien Eintritt. Erhältlich sind die Tickets beim Kulturamt der Stadt Homburg unter Telefon (0 68 41) 10 11 66.


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HintergrundZur Jury des Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg gehörten Annette Schlünz, Komponistin aus Straßburg/Kehl, der Straßburger Komponist Thierry Blondeau, Daniel Seel, Komponist, Saarbrücken, der Saxofonist Guy Goethals aus Luxemburg und Jonathan Kaell, künstlerischer Leiter des Homburger Sinfonieorchesters. Weitere Infos auch im Internet unter www.hkso.de . ust