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Börsenspiel
Die Finanzexperten der Zukunft

Organisatoren, Preisträger und Unterstützer des Börsenspiels Tradity kamen zur Preisverleihung im Saarpfalz-Gymnasium zusammen.
Organisatoren, Preisträger und Unterstützer des Börsenspiels Tradity kamen zur Preisverleihung im Saarpfalz-Gymnasium zusammen. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Die 16-jährige Berna-Pelin Elegel vom Homburger Mannlich-Gymnasium holt den ersten Platz beim Börsenspiel Tradity. Von Sebastian Dingler

So ist das mit der Börse: Die einen beschäftigen sich intensiv mit den Auf- und Abwärtsbewegungen der Kurse, die anderen wählen quasi auf gut Glück Aktien aus. Nun gut, letztere Strategie wird wohl in der Realität eher selten vorkommen — aber im Falle des Börsenspiels Tradity, das von der wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar angeboten wird, half die Zufallsstrategie der Schülerin Berna-Pelin Elegel vom Mannlich-Gymnasium in Homburg zum Sieg.


„Ich dachte eigentlich, dass ich eher auf den letzten Plätzen lande“, sagte die 16-Jährige, die stattdessen den Preis für die beste Schülerin Homburgs, einen Bluetooth-Lautsprecher, entgegennehmen durfte. Tradity wird bundesweit gespielt; für Homburg hatte sich der Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums, Raphael Beuter, um die Organisation und Durchführung gekümmert. Unterstützt wurde er dabei von Niklas Conrad, der ebenfalls aufs Saarpfalz-Gymnasium geht. „Ich bin auf Tradity aufmerksam geworden, weil ich die WHU mal besucht habe“, erzählte Beuter. Zunächst musste er Schulen für das Börsenspiel gewinnen, dann war es seine Aufgabe, Sponsoren an Land zu ziehen.

In der ersten Woche erhielten die teilnehmenden Schüler aus den Klassen neun bis zwölf eine theoretische Einführung in die Welt der Börse, danach bekam jeder der Teilnehmer 100 000 Euro zur Verfügung gestellt - natürlich nicht in echt, sondern rein virtuell. Mit dem richtigen Beantworten von Quizfragen konnten die Schüler ihr Grundkapital noch aufstocken.



In den fünf Wochen vom 5. Februar bis zum 16. März versuchten die etwa 50 jungen Spekulanten, ihr virtuelles Geld zu vermehren. Es gab fünf Wochengewinner, wobei Berna-Pelin neben dem Gesamtsieg auch die letzten drei Wochen für sich entscheiden konnte. Sie profitierte nach eigener Aussage vor allem davon, dass sie bei den Quizfragen gut abgeschnitten hatte. In den ersten beiden Wochen hatte noch Martin Büchel vom Saarpfalz-Gymnasium die Nase vorne: „Ich bin erst ins Risiko gegangen und habe auf eine Bitcoin-Aktie gesetzt. Die hatte zunächst einen starken Anstieg. Dann habe ich mal zwei Tage nicht darauf geachtet, da ging es so ein bisschen runter, ich habe abgewartet und dann den Zug verpasst, die Aktie zu verkaufen.“

Immerhin bekam der Schüler ein Buch über den Börsenguru Warren Buffet zur Weiterbildung. Als zweiten Preis in der Gesamtwertung konnte Leo Schick ein Börsenmonopoly entgegennehmen.

Zur Preisverleihung im Saarpfalz-Gymnasium waren neben den Preisträgern auch Schuldirektor Jürgen Mathieu, Mittelstufenleiter Christian Brachmann sowie Mascha Rudolph von der Marketing-Abteilung der VR-Bank anwesend. Mathieu lobte die Organisatoren und meinte außerdem: „Wenn Schüler selbst aktiv werden und die Lehrer und die Schulleitung nur noch darüber informieren, was gerade so läuft, dann hat die Schule alles erreicht.“ Der VR-Bank sprach er seinen Dank für die Unterstützung aus.

Deren Vertreterin, Mascha Rudolph, sagte: „Auch für uns als Sponsor ist es etwas ganz Besonderes, wenn Schüler aus der Eigeninitiative heraus sagen, sie möchten sich mit der doch manchmal trockenen Wirtschafts- und Finanzwelt auseinandersetzen. Das ist für uns sehr wichtig, gerade was den Nachwuchs angeht.“