| 19:11 Uhr

Die berühmte Leopoldina tagt erstmals in Homburg

Homburg. Eine Fachveranstaltung mit hochkarätiger Besetzung: Heute und morgen findet am Uniklinikum in Homburg eine gemeinsame Tagung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und des Uniklinikums statt. Christine Maack

Es ist schon eine Auszeichnung, zum Kreis einer der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt zu gehören. 1652 wurde die Leopoldina als Gesellschaft der Naturforscher gegründet und einige Jahre später nach dem Habsburger Kaiser Leoplod (1640-1705) benannt.



Seit dem 14. Juli 2008 nimmt die Leopoldina die Aufgaben der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften wahr. In ihrem Kreis versammelt die Leopoldina rund 1500 hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Nun findet heute und morgen eine gemeinsame Tagung der Leopoldina und des Universitätsklinikums auf dem Gelände des Uniklinikums in Homburg statt. 13 hochkarätige Referenten werden auf der Fachveranstaltung unter anderem neue Ansätze zur Stammzelltherapie vorstellen.

Das Thema lautet: "Stammzellen und zelluläre Regulationsmechanismen". Es geht dabei um Augenheilkunde , Orthopädie, Kardiologie und Tumorbiologie. Das sechsköpfige Homburger Organisationskomitee, allesamt gewählte Leopoldina-Mitglieder - der Kardiologe Professor Michael Böhm, der Pharmakologe Professor Veit Flockerzi, der Biophysiker Professor Markus Hoth, der Orthopädie-Professor Dieter Kohn, der Chemiker und Physiologe Professor Jens Rettig und der Professor für Augenheilkunde , Berthold Seitz - konnten den Rednern die Kleinstadt Homburg als Tagungsort schmackhaft machen. "Unsere Sonderforschungsbereiche und die Top-Referenzen des CIPMM waren die Eintrittskarte, um in den Kreis der Tagungsveranstalter aufgenommen zu werden", betonte Professor Seitz, "wir haben die tollen neuen Räume am CIPMM und hervorragende wissenschaftliche Referenzen. Daraus haben wir dann was gemacht, was auch Homburg zugute kommt."

Während die Vorträge über Stammzellen ausschließlich für geladene Fachleute gedacht sind, sollen aber auch interessierte Bürger nicht zu kurz kommen. So ist heute um 18.30 Uhr eine spezielle Vorlesung für die interessierte Öffentlichkeit geplant. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, beantwortet die spannende Frage "Schneller, höher, weiter - ist die Wissenschaft zum Sport geworden?". Darin legt er dar, dass die Zeiten, in denen man in Ruhe über einem Problem brüten konnte, vorbei sind, denn weltweit konkurrieren Wissenschaftler darum, die ersten zu sein, die eine wichtige Veröffentlichung lancieren und damit die Nase vorne haben. Dies birgt allerdings auch die Gefahr, Ergebnisse zu fälschen. Alles schon vorgekommen. Und alles aus wissenschaftlicher Sicht verwerflich. Auch darüber wird Professor Menger sprechen.

Veranstaltungsort, auch für den öffentlichen Vortrag, ist der Hörsaal im Physiologie-Gebäude (Gebäude 48) auf dem Campus.

Das neue CIPMM punktet mit seiner Top-Ausstattung. Foto: Wolf
Das neue CIPMM punktet mit seiner Top-Ausstattung. Foto: Wolf FOTO: Wolf
Das könnte Sie auch interessieren