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Handball
Der Meister empfängt den Tabellenersten

Hier versucht Homburgs Philipp Daume (am Ball), sich gegen die Niederwürzbacher Abwehr durchzusetzen. Das Hinspiel gewann die HWE. Das Rückspiel wird schwer. Der TVN ist seit Jahren in heimischer Halle ungeschlagen.
Hier versucht Homburgs Philipp Daume (am Ball), sich gegen die Niederwürzbacher Abwehr durchzusetzen. Das Hinspiel gewann die HWE. Das Rückspiel wird schwer. Der TVN ist seit Jahren in heimischer Halle ungeschlagen. FOTO: Horst Klos
Niederwürzbach/Homburg. In der Handball-Saarlandliga empfängt der TV Niederwürzbach am Samstag den Tabellenführer HWE Homburg. Von Mirko Reuther

Der amtierende Meister spielt gegen den Tabellenführer. Die beste Heimmannschaft empfängt das stärkste Auswärtsteam. Wenn der TV Niederwürzbach in der Handball-Saarlandliga am Samstag um 18 Uhr zu Hause auf die HWE Homburg trifft, steigt in der Würzbachhalle das Topspiel des 16. Spieltags. „Ich sehe keinen klaren Favoriten. Es wird auf die Tagesform ankommen. Welcher Torwart bekommt mehr Hände an den Ball? Welche Abwehr ist besser drauf? Ich glaube, das wird entscheidend sein“, sagt HWE-Spielertrainer Thomas Zellmer. Er ergänzt: „Wir werden kämpfen bis zum Umfallen, um das Spiel zu gewinnen.“


Homburg führt die Saarlandliga mit vier Punkten Vorsprung auf den Zweiten HSV Merzig/Hilbringen an und hat ein Spiel weniger bestritten als sein ärgster Verfolger. Ein Sieg in Niederwürzbach – und die HWE läge voll auf Kurs Richtung Meisterschaft. „Unsere Situation ist komfortabel, mit einem Sieg am Samstag sähe es für uns richtig gut aus“, sagt Zellmer. Einen Strich durch die Rechnung machen kann den Homburgern ausgerechnet der amtierende Titelträger TV Niederwürzbach. Der gewann die Meisterschaft in den vergangenen beiden Jahren. Aktuell steht der TVN aber „nur“ auf Platz vier. Auswärts ließ die Mannschaft von Trainer Christian Schöller in dieser Runde zu viele Punkte liegen. „Wenn man auf die Tabelle schaut, ist Homburg der Favorit. Aber wir sind zu Hause schwer zu schlagen. Und wir haben eine Serie zu verteidigen“, sagt TVN-Torwart Stefan Dressler.

In der Würzbachhalle ist der TVN in der nunmehr vierten Saison in Folge ungeschlagen. „Es ist nicht so, dass wir uns auswärts nicht anstrengen. Aber zu Hause geben wir offenbar den einen Prozentpunkt mehr, der entscheidend ist“, erklärt Dressler die imposante Heimserie. Seine Mannschaft will sich am Samstag auch für das Hinspiel gegen Homburg revanchieren. Im Erbacher Sportzentrum unterlag Niederwürzbach mit 29:32. Das knappe Ergebnis täuscht. Homburg lag in der zweiten Halbzeit zeitweise mit neun Toren vorne, erst gegen Spielende konnte der TVN das Ergebnis freundlicher gestalten. „Da hatten wir überhaupt keinen guten Tag. Das ist für uns ein Ansporn, es besser zu machen“, sagt Dressler. „Wir wissen, dass es diesmal schwerer wird. Ich kann mir vorstellen, dass das Spiel erst in den letzten Sekunden entschieden wird“, meint Zellmer. Seine Mannschaft gewann am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den als Tabellenzweiten angereisten SV 64 Zweibrücken II souverän mit 33:24. Beobachter der Partie war TVN-Trainer Christian Schöller. „Ich glaube nicht, dass er viele neue Erkenntnisse gewonnen hat. Wir haben im Grunde gespielt wie immer“, sagt Zellmer. Im Gegenzug glaubt er auch nicht, dass Niederwürzbach ihn in taktischer Hinsicht überraschen wird: „Sie spielen seit vielen Jahren das selbe System. Sie werden das jetzt nicht über den Haufen werfen und gegen uns etwas komplett Neues ausprobieren. Dennoch warnt der HWE-Trainer: „Niederwürzbach ist abgezockt und hat erfahrene Spieler, allen voran die Brüder Leffer. Die wissen genau, was sie tun.“

Dressler sagt: „Homburg spielt Tempohandball mit schnellen Gegenstößen. Die haben uns im Hinspiel das Leben schwer gemacht. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“ Personell kann Niederwürzbach wohl aus dem Vollen schöpfen. „Es gibt die üblichen Wehwehchen. Aber ich glaube, am Samstag sind wieder alle an Bord“, sagt Dressler. Homburg muss weiter auf die Langzeitverletzten Daniel Thum, Leo Frisch und Max Loschky verzichten. Roman Kolepp und Christian Boscolo sind nach ihren Knieverletzungen noch nicht ganz fit, könnten aber wieder im Kader stehen. Spitzenmäßig soll am Samstag nicht nur das Topspiel werden – sondern auch die Stimmung von den Rängen. „Es wäre toll, wenn von uns und Homburg viele Zuschauer den Weg in die Halle finden und es mal wieder richtig voll und laut wird“, hofft Dressler.