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Frühlingserwachen
Der April steht im Zeichen der Natur

Noch blühen die Bäume nicht, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis in der Biosphäre alles grünt und sprießt. 
Noch blühen die Bäume nicht, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis in der Biosphäre alles grünt und sprießt.  FOTO: Monika Lambert-Debong
Saarpfalz-Kreis. Schon an diesem Wochenende lädt die Biosphäre zu Wanderungen ein, um endlich den Frühling zu begrüßen. An Ostern war es noch zu kalt, doch jetzt geht es endlich los mit der Kräutersuche. Auch die Kelten werden besucht.

. Es gibt Monate, die sollte man schnell vergessen, zum Beispiel den März. In meinem Rosenbuch steht: „Schneiden Sie die Rosen an einem sonnigen Tag im März“. Nun, einen solchen gab es nicht, weswegen die Rosen auch noch nicht geschnitten sind. Immerhin soll es nun ja wärmer werden. Diejenigen Mitarbeiter, die jedes Jahr die Veranstaltungen für die Biosphärenregion Bliesgau auflisten, müssen das schöne Programm natürlich in gänzlicher Unkenntnis des Wetters zusammenstellen. Da kann man nur hoffen, dass bei den Wald- Feld- und Wiesenexkursionen den Wanderern das Wasser nicht aus den   Schuhen quillt. Erschwerend kommt hinzu, dass man im Bliesgau noch das sprichwörtliche Urmeer an den Hacken kleben hat, in Form von zähem, weißen Kalk, den man erst mal trocken abbürsten sollte, bevor man weitere Reinigungs-Schritte unternimmt.


Doch wie so oft, ist das, was sich bei schlechtem Wetter als besonders unangenehm erweist, bei schönem Wetter ganz wunderbar. Denn der weiße, klebrige Kalk sorgt bei warmem Wetter dafür, dass Orchideen sprießen, dass Obstbäume sich in der Sonne wiegen und dass die Landschaft sich vor dem Auge des Betrachters in sanften Hügeln bis zum Horizont erstreckt.

Für den April sind denn auch wieder einige interessante Angebote innerhalb der Biosphäre aufgelistet. Schon am kommenden Wochenende kommen Geschichts- und Wanderfreunde auf ihre Kosten, denn es geht um Kelten, Kulturlandschaft und Altheimer Landleben, angeboten wird eine geschmackvolle Geschichts-Wanderung am Samstag, 7. April, von 10 bis 17 Uhr. Verborgene Gräber, alte Eichen und Geschichten über die Kelten, das sind die Themen bei der rund neun Kilometer langen Wanderung auf der Zeitachse. Treffpunkt für alle Interessierten ist der Parkplatz des Sportheims Altheim, Hornbacher Straße 23 in  Blieskastel-Altheim. Der Weg beginnt beim Altheimer Landleben mit  schmucken Gärten, führt weiter über den Höhenrücken des Dorfes durch den dichten Wald mit seinen „Schätzen am Wegesrand“ und vorbei an einem Keltenhäuschen mit bunten Blumen.

Mit eingeplant ist die Entdeckung eines ehemaligen keltischen Hügelgrabes, das heute Schutz für Tiere bietet, weiter geht es zu den beiden „alten dicken Eichen“ von Altheim, die heute ein imposantes Naturdenkmal darstellen und weiter zum besagten Keltenhäuschen. Mit dazu gehört eine Verkostung von ausgewählten, regionalen Biosphären-Produkten am Keltenhäuschen und die Besichtigung des Naturgartens. Zum Ausklang der Wanderung wird durch den historischen Pirminiusgarten in Altheim geschlendert, danach ist eine Einkehr im Landcafé bei Kaffee und Kuchen geplant. Mindestens 12 Personen sollten sich anmelden, maximal 20 sind möglich. Der Preis beläuft sich auf 25 Euro, anmelden kann man sich  unter der Telefonnummer: (06 81) 104 71 74 oder per Email: touristik@saarpfalz-kreis.de

Wer statt am Samstag eher am Sonntag Zeit hat für eine April-Wanderung, findet auch hier etwas Passendes im Biosphären-Angebot. Zum Beispiel den Kräuterspaziergang mit anschließendem Kochen am Sonntag, 8. April, von 10 bis 16 Uhr. Leiterin der Tagesveranstaltung ist Marcela Knerr, Treffpunkt ist in der Hengstbacher Straße 83 in  Zweibrücken.



Knerrs Ansatz ist, dass wir an vielen Wildkräutern achtlos vorbeigehen, obwohl sie ungeahnte Möglichkeiten bieten.  Kombiniert mit regionalen  Zutaten wird bei dieser Veranstaltung aus „Unkräutern“ ein gesundes, köstliches 4-Gänge-Menü gezaubert. Bei einem Rundgang werden zuvor die Wildkräuter gesammelt und dann gemeinsam verarbeitet. Gekocht wird vegetarisch, mit Zutaten aus eigenem Garten, regional und in Bio-Qualität.

Die Teilnahme geht nur mit vorheriger Anmeldung, Veranstalterin ist die die Vital Art Kräuterpädagogik Marcela Knerr in ihrem Vital Art Garten in Zweibrücken. Die Teilnahme kostet 49 Euro, man kann sich unter der Telefonnummer: (0 63 32) 90 54 09 anmelden. Oder per E-Mail: info@vitalart-praxis.de

Aber nicht nur am Wochenende, auch nach Feierabend kann man sich bei Kräuterwanderungen im Biosphärenreservat Bliesgau entspannen, weil es im April  abends wieder länger hell bleibt. Am Dienstag, 10. April, geht es zwischen 17.30 und 19.45 Uhr um entgiftende Kräuter, Treffpunkt ist in Mimbach der Wanderparkplatz Grünbach-Morchestal.

Die Wanderführerin Gabriele Geiger gibt den  Teilnehmern Gelegenheit, Kräuter zu erkennen und etwas über ihre Anwendungen in Heilkunde und Küche zu erfahren. Sie wird auch Geschichten und Mythen zu den Pflanzen erzählen. Die Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt, deshalb sollte man für entsprechende Kleidung sorgen. Diese Veranstaltung eignet sich auch für Familien mit Kindern. Gabriele Geiger bietet im Laufe des Jahres noch andere Wanderungen an, 7. Juni geht es zwischen 17.30 und 19.45 Uhr um „essbare Kräuterschätze“, am 4. September um dieselbe Zeit um  „heilsame Kräuter und Früchte im Spätsommer“. Der Preis für die Kräuterwanderungen beträgt jeweils 15 Euro, Anmeldung bei Gabriele Geiger unter Telefonnummer (06 81) 6 13 48, oder per Email: fambild-sb@dwsaar.de

Am Mittwoch, 11. April, dreht sich alles um Löwenzahn und Bärlauch, ebenfalls nach Feierabend, von 18.30 bis 20.30 Uhr, Treffpunkt sind die Mediclin Bliestal Kliniken, Haus A, Am Spitzenberg, Blieskastel-Lautzkirchen. Dr. Helmut Wolf wird bei dieser abendlichen Führung Leckeres aus Löwenzahn und Bärlauch zaubern.

Anmeldung unter der Telefonnummer (0 68 42) 9 26 13 31, per Email: tourismus@blieskastel.de

Am 12. April dreht sich alles um die Kinder: Zwischen 16 und 17.30 Uhr lernen sie unter Anleitung von  Gaby Marner-Büdel im Garten des Kulturhauses in der St. Ingberter Annastraße 30, wie man einen eigenen kleinen Garten anlegt.

Sie lernen spielerisch, wie man die Schätze aus dem Garten nutzen kann, zum Beispiel  beim Basteln und beim Kochen Der Kurs fördert die Naturvertrautheit von Kindern.

Die Kosten betragen 30 Euro pro Kind, Anmeldung unter (0 68 94) 13-726, per Email: vhs@st-ingbert.de

Schafe grasen unterm Obstbaum Eine Schafsherde grast am Mittwoch (10.04.2002) auf einer Streuobstwiese in Leonberg unter einem blühenden Birnenbaum. Bei einem Wechsel von dichteren Wolken und Sonne soll es auch in den nächsten Tagen trocken bleiben. dpa/lsw
Schafe grasen unterm Obstbaum Eine Schafsherde grast am Mittwoch (10.04.2002) auf einer Streuobstwiese in Leonberg unter einem blühenden Birnenbaum. Bei einem Wechsel von dichteren Wolken und Sonne soll es auch in den nächsten Tagen trocken bleiben. dpa/lsw FOTO: Norbert Försterling / dpa/dpaweb
Nicht nur kulinarische „Einblicke“ in das Biosphärenreservat Bliesgau erhalten die Teilnehmer der Tour „Die schmackhafte Wanderung“. Diese Wanderung ist längst ein Klassiker. 
Nicht nur kulinarische „Einblicke“ in das Biosphärenreservat Bliesgau erhalten die Teilnehmer der Tour „Die schmackhafte Wanderung“. Diese Wanderung ist längst ein Klassiker.  FOTO: Eike S. Bock
Zu einer ökologischen Landwirtschaft gehören auch gute Milchwirtschaft und verschiedene Käsesorten, die man anlässlich der kulinarischen Wanderungen probieren kann.
Zu einer ökologischen Landwirtschaft gehören auch gute Milchwirtschaft und verschiedene Käsesorten, die man anlässlich der kulinarischen Wanderungen probieren kann. FOTO: WolfgangHenn