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Abitur-Feier des bilingualen Zweiges des Johanneums
Das mehrfache Mehr zahlt sich jetzt aus

Als Höhepunkt einer stimmungsvollen Feierstunde erhielten diese 18 Abiturientinnen und Abiturienten des Euro-Zweigs des Homburger Gymnasiums Johanneum am Mittwochabend ihr französisches Abitur.
Als Höhepunkt einer stimmungsvollen Feierstunde erhielten diese 18 Abiturientinnen und Abiturienten des Euro-Zweigs des Homburger Gymnasiums Johanneum am Mittwochabend ihr französisches Abitur. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. 18 Abiturientinnen und Abiturienten des bilingualen Zweigs des Homburger Gymnasiums Johanneum feirten ihr AbiBac. Von Thorsten Wolf

Wer ein bisschen mehr macht, als gemeinhin erwartet und verlangt, der hat im Regelfall auch mehr davon. Das gilt auch für die Bildung. Doch gerade dort ist die Summe des Ganzen oft größer als die Summe der Einzelteile. Und so können sich die 18 Abiturientinnen und Abiturienten des bilingualen Zweiges des Gymnasiums Johanneum selbst ins Stammbuch schreiben, dass sie in den zurückliegenden Jahren weitaus mehr erworben haben als sprachliche Mehr-Kompetenz in Französisch.


Und auch das wurde am vergangenen Mittwochabend in den Räumen von Theiss Naturwaren bei der traditionellen „AbiBac-Feier“ der Schule dann auch ausgiebig gewürdigt. Belohnt wurde das Ganze rein formal mit der Übergabe der französischen Abiturzeignisse – damit sind die Schülerinnen und Schüler in der Kombination mit ihrem deutschen Abitur nun bestens gerüstet für eine ansprechende berufliche Karriere im französischen und deutschen Sprachraum.

Doch in den Reden von Donatella Nardi, des scheidenden Schulleiters Helmut Seiwert, der stellvertretenden Eltersprecherin Sandra Bauer, der Klassensprecher Luz Cappel und Maxim Philipp, von Francoise Mathis-Sandmaier und Tutor Jürgen Klein wurde inmitten vieler wohl gewählter Worte deutlich, dass die jungen Frauen und Männer in den zurückliegenden Jahren und geprägt vom zweisprachigen Umfeld vor allem auch eine enorme Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen haben. Vor dem Hintergrund ihres international operierenden Unternehmens betonte Donatella Nardi, die Ehefrau des geschäftsführenden Theiss-Gesellschafters Giuseppe Nardi, das grenzübergreifende Potenzial, das im Doppelabitur „AbiBac“ stecke. Helmut Seiwert, der zum letzten Mal einen AbiBac-Jahrgang verabschieden durfte, machte in seinem Grußwort deutlich, dass die Anmeldung für den EU-Zweig des Homburger Johanneums für die Schülerinnen und Schüler von Anfang für ein „Mehr“ gestanden habe, für mehr Arbeit, für mehr Lernen, für mehr Fleiss und Energie.



„Das hat über die Jahre einiges an Mühe gekostet und ist bestimmt nicht immer leicht gefallen.“ Doch habe sich die Ausdauer gelohnt, erhielten die Schülerinnen und Schüler mit dem französischen Abitur auch ein „Mehr“ zurück. In der von Celine Sandmaier und Alexander Koch zweisprachig und launig moderierten Feierstunde stand aber nicht nur das gesprochene Wort – hier besonders der gelungene Auftritt von Francoise Mathis-Sandmaier – im Mittelpunkt, sondern vor allem auch die Musik. Mal mit dem Klassen- und Elternchor, mal mit den Auftritten von Celine Sandmaier, Lena Ködel, Annika Schäfer, Sherina Wenzl und dem musikalischen Engagement von Lehrerin Pia Herrmann entwickelte der Nachmittag auch ein außerordentliches, kulturelles Profil. Ein Name, der am Mittwoch immer wieder fiel, war der von Tutor Jürgen Klein. Eben ihm gehörten vor der offiziellen Zeugnisübergabe auch die letzten Worte – mit einem stimmungsvollen und humorigen Rückblick auf die zurückliegenden Jahre, in denen Klein die Schülerinnen und Schüler zum AbiBac geführt hatte. Klein erinnerte an die nicht einfache Anfangsphase, als er die Klasse in der Neunten in zwei Fächern übernommen hatte. In den Schilderungen von Klein wurde in der Folge deutlich, dass es sich eben um eine Klasse mit vielen eigenständigen Charakteren handelt. Von Schuljahr zu Schuljahr reflektierte Klein die gemeinsamen Erinnerungen. Seinen nun ehemaligen Schülerinnnen und Schülern gab Klein am Schluss das mit auf den Weg: „Für eure Zukunft wünsche ich Euch erstens, dass ihr eure Jugend nicht ungenutzt verstreichen lasst. Und zweitens, dass Ihr nicht vergesst, das Bildung das einzige Gut ist, für das man keinen Koffer braucht, wenn man fliehen muss.“