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Abriss für Sommer geplant
Das alte Stadtbad wurde entrümpelt

Das alte Stadtbad am Homburger Forum ist seit Jahren geschlossen. Der Abriss des Gebäudes verzögert sich weiter. Die Stadt rechnet mit dem Beginn der Arbeiten im Sommer.
Das alte Stadtbad am Homburger Forum ist seit Jahren geschlossen. Der Abriss des Gebäudes verzögert sich weiter. Die Stadt rechnet mit dem Beginn der Arbeiten im Sommer. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Noch steht das stillgelegte Hallenbad am Forum, die Stadt rechnet erst im Sommer mit den Abrissarbeiten. Das Spiess-Mosaik wurde bereits abmontiert. Im Moment ist es eingelagert – bis zum Wiederaufbau am Uniklinikum. Von Ulrike Stumm

Als vor einigen Tagen Container vor dem alten Homburger Hallenbad aufgestellt wurden, da dachten einige Passanten bereits: Jetzt hat dem Gebäude das letzte Stündlein geschlagen. Der Abriss ist ja bekanntlich beschlossene Sache. Doch bis das Stadtbad endgültig Geschichte ist, wird es noch etwas dauern. Das, was jetzt passierte, war lediglich eine Entrümplungsaktion, sagte Homburgs Stadt-Pressesprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Es ging dabei um die „losen Dinge“, eher Sperrmüll, also so etwas wie Tische, Stühle, ein altes Fahrrad, das noch im Keller stand. Vorbereitende Maßnahmen für den eigentlichen Abriss seien das gewesen, tätig war auch eine andere Firma, als diejenige, die dann letztlich richtig abbrechen wird – so sei es kostengünstiger, erläuterte Kruthoff.


Wer denn nun die Abrissbirne schwingt, steht noch nicht fest. Und bis der Auftrag letztlich an ein Unternehmen vergeben wird, kann es noch etwas dauern. Eigentlich sollte das Ganze schon im vergangenen Jahr über die Bühne gegangen sein (siehe auch Infobox). Zur Erinnerung: Das Bad schloss zum 30. November 2014 seine Pforten, direkt darauf wurde das Kombibad eröffnet.

Im Moment sei ein Planungsbüro dabei, ein genaues Leistungsverzeichnis für die Abrissarbeiten zu erstellen, informierte Kruthoff. Ein Bestandteil davon sei ein Schad­stoffkataster. Unter anderem müssten im Gebäude verbaute Stoffe beprobt werden, ein Konzept gebe dann vor, wie mit den womöglich verbauten Schadstoffen umzugehen sei. Ursprünglich sollte dies bereits Anfang Februar vorliegen. Das werde aber wohl noch den ganzen März dauern.



Wenn das Verzeichnis vorliege, gehe es dann an die eigentliche Ausschreibung der Arbeiten. Auch hier sind mehrere Schritte zu gehen. So müsse der ständige Vergabeausschuss in einer Sitzung zunächst einmal grünes Licht für die Ausschreibung geben. Danach müsse aus den Firmen, die hier Angebote abgaben, die wirtschaftlichste ausgewählt werden. „Es wird wohl Sommer werden“, sagte Kruthoff zum Beginn der Abrissarbeiten.

Gerungen wurde in der ganzen Diskussion auch um das große Mosaik des Homburger Künstlers Willi Spiess, das in der Milchbar des seit langem geschlossenen Stadtbades hing, entstanden ist es im Jahr 1970. Die Frage nach dem neuen Standort war kürzlich im Stadtrat geklärt worden. Es wird künftig auf dem Homburger Campus zu finden sein. Genauer gesagt im Hörsaal-Gebäude der neuen I-Med-Klinik.

Der Stadtrat hatte (wir berichteten) bei lediglich vier Enthaltungen grünes Licht für den Umzug gegeben. Damit hat sich die Stadtverwaltung mit ihrem Wunsch durchgesetzt. Die Tochter des verstorbenen Künstlers, Sybille Spiess-Deckert, hätte das Kunstwerk lieber im Kulturzentrum Saalbau gesehen – man hatte dort bereits mit einem ein Abbild auf einer Art großen Folie getestet, wie es wirkt.

Das Mosaik, teilte Stadt-Pressesprecher Kruthoff jetzt mit, sei in den letzten Tagen abmontiert worden. Das sei auch „ganz gut gelaufen“. Zunächst habe man es eingelagert. Wann es hier weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Das weitere Prozedere liege, so Kruthoff, in den Händen des Uniklinikums.

In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden. Foto: Stumm/SZ-Redaktion  
In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden.
In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden. Foto: Stumm/SZ-Redaktion In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden. FOTO: Ulrike Stumm
Die Sauna im Untergeschoss des Stadtbades ist schon lange Jahre geschlossen.
Die Sauna im Untergeschoss des Stadtbades ist schon lange Jahre geschlossen. FOTO: Ulrike Stumm
Wurde jetzt abmontiert: das Mosaik des Künstlers Willi Spiess, das im Stadtbad hing.
Wurde jetzt abmontiert: das Mosaik des Künstlers Willi Spiess, das im Stadtbad hing. FOTO: Ulrike Stumm