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In der Homburger Innenstadt
Café soll am Mittwoch wieder öffnen

Außen war am Montagnachmittag das Namensschild des ehemaligen Café Ecker an der Homburger Talstraße bereits abmontiert, innen ist schon das neue „Dolce“-Zeichen zu erkennen. Unter diesem Label wird das Café von der Conrad-Gruppe weitergeführt
Außen war am Montagnachmittag das Namensschild des ehemaligen Café Ecker an der Homburger Talstraße bereits abmontiert, innen ist schon das neue „Dolce“-Zeichen zu erkennen. Unter diesem Label wird das Café von der Conrad-Gruppe weitergeführt FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Es war für Kunden des ehemaligen Café Ecker in der Homburger Talstraße eine böse Überraschung, als der Laden am vergangenen Freitag schloss. Nun soll es am Mittwochmorgen hier unter neuer Leitung weitergehen. Von Ulrike Stumm

„Noch ein Café weniger.“  Den Spruch hörte man in den vergangenen Tagen immer wieder in der Homburger Innenstadt. Der Grund: Am Café Ecker stand eine Anschlagtafel, auf der Kunden darauf hingewiesen wurden, dass der Laden am nächsten Tag geschlossen werde. Seit dem vergangenen Freitag, 30. November, 14 Uhr, war das dann auch tatsächlich so (wir berichteten kurz). Viele vermuteten schon beunruhigt, dass hier ein weiteres Bäckerei- und Café-Angebot in der Homburger Innenstadt einfach für immer wegfallen würde. So wird es aber nicht kommen. Das Café soll nämlich am Mittwochmorgen, 7 Uhr, unter neuem Namen wieder öffnen. Übernommen wurde es von der Conrad-Gruppe („Dolce“). Das bestätigt deren Geschäftsführer Tim Conrad auf Anfrage unserer Zeitung. Edeka, bislang der Betreiber, sei kurzfristig auf ihn zugekommen. Das Unternehmen habe ihm mitgeteilt, dass es sich hier zurückziehen möchte und gefragt, ob „wir Interesse hätten“, so Conrad weiter. Da er es für wichtig halte, dass in Homburg ein Café erhalten bleibe, habe er zugesagt. Wichtig ist ihm: Es war eine schnelle Entscheidung nach dem Angebot und keine „böse“ Übernahme. Das Café gehöre nun zu 100 Prozent der Conrad-Gruppe, das Ladenlokal sei – so wie vorher auch – angemietet.


Ursprünglich hatte Hans Ecker das Bäckerhaus Ecker 1949 gegründet. Das Café in der Talstraße wurde 1968 eröffnet. Als sich die Familie dann vor acht Jahren aus dem Betrieb zurückzog und verkaufte, wurde das Bäckerhaus im Jahr 2010 Teil der K&U-Familie. K&U sind die Backbetriebe der Edeka Südwest.

Tim Conrad machte gestern deutlich, dass es ihm auch um die Stadt Homburg gehe. Angesichts der Tatsache, dass mehrere Cafés ihre Tore geschlossen hätten, sei es ihm ein großes Anliegen gewesen, dass es an dieser Stelle weitergeht. „Das wäre sonst schade für so eine Stadt“, so Conrad. Durch den Großbrand in der Bäckerei Schäfer – sie ist seitdem geschlossen – sei bedauerlicherweise ja auch noch diese Anlaufstelle erst einmal weggefallen.



Man werde das Café in der Talstraße so weiterführen wie gewohnt mit dem Angebot, „das wir haben“. Es soll Kleinigkeiten zu essen geben, man werde stärker die Bistroschiene fahren. Die Conrad-Gruppe betreibt bekanntlich unter anderem auch das ehemalige „Café Lilienthal“. In der Talstraße will Tim Conrad zunächst auch die Inneneinrichtung übernehmen. Das Café war erst in jüngerer Zeit modernisiert worden. Nach und nach werde man hier dann etwas umgestalten, kündigte er an. Auch die Öffnungszeiten will man beibehalten. Am Wochenende habe man die Räume einer Grundreinigung unterzogen, die Geräte überprüfen lassen. Kassen und Kaffemaschinen wurden erneuert. Nun soll außen noch der neue Markennamen angebracht werden, bevor es dann am Mittwoch hier weitergeht. Das Personal habe nun eine gewisse  Zeitspanne zur Verfügung, um sich zu entscheiden, ob es beim alten Betreiber bleibe oder zum neuen wechsle. Das sei gesetzlich so geregelt. „Ich bin froh über jeden, der bleibt“, machte Tim Conrad klar.

Gestern Nachmittag jedenfalls herrschte in dem Geschäft reges Treiben. Immer wieder liefen Arbeiter hin und her. Von außen wirkte das Gebäude ziemlich trist, das mochte aber zum Teil auch dem Dauerregen und dem grauen Himmel geschuldet sein. Der alte Schriftzug wurde an der Außenseite bereits abmontiert, ein neuer fehlte gestern noch. Allerdings war innen bereits das „Dolce“-Logo zu erkennen. Immer wieder blieben jedenfalls Passanten mit ihren Schirmen stehen, um zu schauen, was hier passiert. „Ah, da geht es ja jetzt doch weiter“, war zu hören. Und: „Schau mal, das wird jetzt ,Dolce’ “. Was auch zeigt: Das Interesse ist und bleibt hoch.